Vorweg ein Ergänzungsblatt zum gestern geposteten Linkwerk. Ich kam erst heute dazu, diese Rubrik durch Nachlesen ausführlicher bedienen zu können:
Das Leben und alles in den Blogs:
Im Fachblog für Bewölkung geht es um ungewöhnliche Erinnerungen an den 3. Oktober 1990, inklusive der Beteiligung von Wolfgang Thierse und Chris de Burgh. Und die muss man auch erst einmal zusammendenken können.
Apropos Geschichte und Rückblick:
Weitere Hinweise zur demnächst anstehenden Bloglesung in München mit prominenter Besetzung.
Vanessa hat ihre Gedanken sortiert und kann daher über alles schreiben. Also über die ganze Lage, und sie tut es, was einigermaßen originell ist, mit Blick nach vorne.
Und wenn Vanessa das macht, ist es selbstverständlich interessant. Quasi meine Kanzlerin des Herzens.

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Was noch. Wie berichtet, verbringe ich gerade viel Zeit mit Musik, mit dem Sortieren, Erstellen und mit dem fortwährenden Verbessern von Playlists. Man kann es sich exzessiv vorstellen, und es ist dabei erstens unschädlich für mich und andere und zweitens auch noch seelisch ausgesprochen rettend. So muss es anderen gehen, die „ein Hobby haben“, denke ich mir dabei. Also warum nicht, denke ich weiter, und verbringe dann noch einmal drei, vier Stunden damit. Und dann erneut, bis auch diese Phase vorbei sein wird. Es ist ein wenig wie das Abreiten von Wellen.
Gerade erst kam ich jedenfalls darauf, dass ich den großen Bildschirm auf dem Schreibtisch auch so drehen kann, dass ich vom Bett aus äußerst bequem die gerade laufenden Lyrics zu den Songs mitlesen kann – ich muss dabei nicht einmal ein Smartphone in den Händen halten.

Und das Mitlesen von Lyrics ist selbst bei der Musik interessant, die man schon seit Ewigkeiten zu kennen meint. Je nachdem, wohin ich mich gerade verlaufe, decke ich etwa immer noch (!) Ungenauigkeiten oder Hörfehler aus der Jugend, wenn nicht sogar aus der Kindheit, auf. Sie wissen, als man damals noch mit höchst mangelhaften Englischkenntnissen etwas zusammengeraten hat. Ich hatte hier einmal das Beispiel des Sipptibbles genannt, glaube ich.
Dieser Sipptibble kommt in „By the rivers of Babylon” vor:
“Let the words of our mouth and the meditations of our heart
Be a sipptibble in thy sight here tonight.”
Ein seltsames Rätsel meiner Kindheit. Es begegnete mir, als ich zwölf Jahre alt war, in der Version von Boney M. Viel später erst habe ich irgendwann gemerkt, dass es „acceptable“ heißt. Und in noch späteren Jahren lernte ich erst, dass es zu diesem Lied andere, viel ältere und interessantere Versionen gibt.
Hier etwa das Original:
Falls Sie sich auch für Songversionen, Varianten, Cover, Tributes etc. interessieren sollten, gucken Sie bei diesem Song auch nach – und es ist hoffentlich überraschend – Linda Ronstadt (hier findet man ihre Aufnahme auf YouTube).
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Aber da wollte ich gar nicht hin, wo war ich. Es ist wirklich so eine Sache mit der Konzentration. Was wiederum im letzten Text erst vorkam, nicht wahr.
Die Texte, die Texte. Beim Mitlesen von Lyrics fliegen bei mir auch ein paar Songs wieder raus, weil mir die Inhalte dann doch nach neuerer Erkenntnis zu dämlich sind oder auf irgendeine Art verwerflich vorkommen. Zu kitschig, das kommt auch vor, obwohl ich da erstaunlich viel vertrage. Viel mehr als etwa bei Filmen oder Romanen.

Manchmal kann es unangenehm überraschend sein, einen Song, bei dem man im Prinzip nur den Refrain gut kennt und immer schon und zumindest im Geiste mitgesungen hat, auch einmal in seiner gesamten Textlänge aufmerksam zur Kenntnis zu nehmen. Unterhaltsam ist es aber in jedem Fall, finde ich.
Und ich sitze oder liege also in der momentan verfügbaren Höchststufe meiner Solo-Gemütlichkeit auf dem Bett, höre Musik und lese mit. Etwa hier, das ist der Anfang von „I found a reason“ von Velvet Underground:

Es wird dann etwas später doch noch etwas inhaltsreicher, so geht es weiter:
Okay, es gibt wahrhaftig geistreichere Texte, aber was soll’s. Dafür ist es eben Velvet Underground, und das ist auch ein Argument.

Playlist-Lyrics
Worauf ich aber eigentlich hinauswollte, was sind das eigentlich wieder für Umwege hier:
Natürlich sind die Titel von Songs oft besonders starke Textstücke. Inhaltsreich sind sie in vielen Fällen, andeutungsschwer, vielversprechend, lockend, oft auch etwas rätselhaft. Und wenn man nun am Computer oder am Smartphone Playlists bearbeitet oder fremde Playlists nachliest und dabei konzentriert durch Bands, Sängerinnen, Sänger, MusikerInnen aller Art und auch durch Titel, Genres und Jahrzehnte rauf- und runterscrollt, nach Titeln, Alben, Interpreten oder wonach auch immer sortiert, dann fällt sicher nicht nur mir auf, dass die Abfolge der Titel, die da entweder sortiert oder geshuffelt in schneller Folge an einem vorbeizieht, gar nicht selten vollkommen plausibel aussehende Lyrics ergibt.
Manchmal geht das über drei Zeilen so, manchmal auch über vier oder fünf. Weiter aber kaum je. Nur eine valide wirkende Strophe etwa erhält man also auf diese Art. Aber oft eine gehaltvolle.
Ich finde die nun oft so schön, amüsant oder interessant, dass es etwas schade ist, sie nur einfach vorbeiziehen zu lassen. Daher werde ich diese Strophen hier einbauen. In welcher Frequenz auch immer, je nachdem, was ich finde.
Erst zitiere ich dabei die Zeilen der fiktiven Strophe, die also jeweils aus den Songtiteln bestehen. Untendrunter folgen dann die Interpreten der Stücke in der Reihenfolge dieser Zeilen. Falls jemand tatsächlich etwas nachhören möchte, es könnte ja immerhin sein.
Ich fange tragisch an, polyglott und nicht ohne persönlichen Bezug:
„I know it’s over
I know it’s over
I know what I know
Il es trop tard”
(Jeff Buckley, The Smiths, Jeffrey Martin, Georges Moustaki)
Manchmal sind bei diesem Nebenbei-Spiel Ergebnisse dabei – man möchte fast den Song dazu spontan weiterentwickeln. Weil man schon sicher zu ahnen meint, dass er gut klingen könnte, wenn nicht sogar ein Erfolg werden müsste.
Aber Melodien zu erfinden … da bin ich dann raus.

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