Ein Ziehen zur analogen Seite hin

Wir machten vor den üblichen Ritualen mit Bescherung, Festessen etc. einen Spaziergang durch das Dorf und über den Friedhof, auch den Schwiegervater zu begrüßen, die Großeltern der Herzdame und andere, die schon vorgegangen sind. Am Grab eines jüngeren Menschen sah ich, und sicher sah ich so etwas zum ersten Mal, ein kleines Glas Nutella. Statt Blumen. Oder zusätzlich, das mag sein.

Es erinnerte mich etwas an das Denkmal für Johannes Paul II., das bei uns im kleinen Bahnhofsviertel neben der katholischen Kirche steht. Zu seinen Füßen werden oft Blumen abgelegt, teils erstaunlich üppig, manchmal aber auch verschiedene Lebensmittel. Wein und Sekt standen dort schon, Brötchentüten lagen da und waren durchaus kein Müll, sondern eher Geschenke. Sogar Tupperdosen lagen schon vor dem Sockel, mit irgendetwas darin, was jemand selbst zubereitet haben wird. Opfergaben, Liebesgaben. Vielleicht zur Bestechung, als Bittzauber voller Hoffnung oder auch aus reiner Zugewandtheit, aus frommer Liebe sogar. Aus einem Wunsch heraus jedenfalls, etwas geben zu wollen, schenken zu wollen.

Sofern es nicht gerade aus Angst geschieht, was sicher auch manchmal als Erklärung infrage kommen wird, kann man sich also einen Bezug zu Weihnachten denken. Es gibt eine Linie von den Geschenken unter dem Baum, also falls es bei Ihnen auch noch so altmodisch inszeniert wird, zu diesem kleinen Glas Nutella am Grab oder zu dem selbstgebackenen Kuchen vor dem Denkmal für den toten Papst. Es gibt eine Linie von der Liebe zu den Opfergaben. Diese Linie wird sehr, sehr alt sein, menschheitsalt vielleicht.

Kalt war es auf diesem Spaziergang, ungewohnt kalt, und es war schön, danach wieder im Haus zu sein. Wo eine Mittagsschlafkatze für mich bereitlag, schon warmgeschnurrt und mit halbgeschlossenen Augen, hinter denen sich ganz andere Sphären auftaten. Ein wunderbarer Service, den ich in Hamburg doch manchmal vermisse.

Eine liegende Katze mit einem auffälligen schwarzen Fleck auf der Nase

Ich bestaunte nach dem Nickerchen ein wenig die zurückgelassene Plattensammlung des Schwiegervaters. Ich blätterte sinnend und mich erinnernd durch die Alben, die einen ganzen Schrank füllen, und klein ist der nicht. Mit Bewegungen blätterte ich da, die ich lange nicht gemacht habe. Die nur noch der Freundeskreis Vinyl täglich erlebt, wir anderen aber längst nicht mehr. Ich sah mir einige Cover genauer an, ich freute mich auch wieder über Gemeinsamkeiten in etwas exotischeren Geschmacksbereichen (etwa bei Aphrodite’s Child) und auch über die angestrebte Vollständigkeit bei den Großen, etwa bei den Beatles oder bei Chuck Berry.

Platten aus der Sammlung des Schwiegervaters, George Rafferty, Jimi Hendrix, Best of Beat

Tage könnte man investieren, um sich einmal durch diese Sammlung zu hören, und eine verlockende Idee schien mir das zu sein. Platten auflegen und Lieder anspielen, ganz wie damals. Genauer lesen, was alles auf den Covern steht. Bilder ansehen. Aber der Plattenspieler ist längst nicht mehr angeschlossen, die Verkabelung der verbliebenen Geräte des Hifi-Enthusiasten ist ein vermutlich kaum zu lösendes Rätselwerk und die Zeit dafür habe ich ohnehin nicht. Aber so ein Ziehen zur analogen Seite hin spürte ich doch wieder, und etwas Schlechtes war das nicht.

Nebenbei stellte ich im Bereich des Digitalen fest, dass ich wieder einen Termin in Hamburg nicht rechtzeitig mitbekommen hatte. Immer wenn ich denke, jetzt habe ich mich dermaßen gründlich abgesichert, jetzt kann unmöglich noch etwas durchrutschen, wird mir prompt der Beweis für das Gegenteil auf dem Bildschirm angezeigt. Es hat manchmal etwas von digitaler Häme.

Zum Ausgleich habe ich umgehend Karten für Fortuna Ehrenfeld erworben, im März werden sie in Hamburg sein.

Ob das Leben sich bis dahin allerdings heavy tanzbar gestalten wird, es kommt mir durchaus weiterhin zweifelhaft vor, und das ist milde ausgedrückt. Aber man muss den Möglichkeiten immer etwas Raum lassen, das ist ebenfalls wichtig.

Und am Abend dann die Möglichkeit für sehr gutes Essen. So etwas hilft manchmal auch weiter, wie wir alle wissen. Tanz den Rosenkohl, wie man als Mensch murmeln könnte, der damals bei der Neuen Deutschen Welle dabei war.

Eine Schüssel mit geputztem Rosenkohl

 

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Was macht sie jetzt wieder und warum

Nach Nordostwestfalen gereist, über seltsam leere Autobahnen und geisterhaft unbefahrene Landstraßen. Nichts als Gegend, wie meine Mutter bei solchen Gelegenheiten sagen würde, mit einem ausdrücklich missbilligenden Blick in die unverstellte Landschaft. Die beim Transit durch Niedersachsen bemerkenswert freudlos aussah, nach einem bestenfalls mäßig gelaunten Land, nach Dysphorie in der Fläche. Unter einem novembrigen, spätherbstlich anmutenden Himmel und in einer Tageshelle, die kaum als solche zu bezeichnen war. Eine etwas lichtere Dämmerung war es bestenfalls hier und da.

Wenig Weihnachtsdeko in diesem Jahr an der Strecke. In den Vorgärten und rund um die Kreissparkassen und Tankstellen leuchtete es kaum. Eindeutig weniger als im letzten Jahr. Auch dies folgt Trends, an deren Absprache sich niemand erinnert, deren Ergebnis aber überall besichtigt werden kann. Man wird es wohl nicht erklären können, nehme ich an.

Nach Fest und Winter sah es jedenfalls kaum irgendwo aus, Weihnachtslieder oder Gedichte konnten einem während dieser Fahrt kaum in den Sinn kommen. Von der Stimmung und Anmutung her war es eher ein Setting für Trakl-Lyrik, mit allen Arten von Brauntönen, Abendlicht und dunklerer Gefühlslage. Große Greifvögel am Wegesrand, die mit bronzefarbenen Augen starr auf die passierenden Autos sahen, unter den Krallen etwas blutrot Schimmerndes. So etwas dann hervorheben! Krähen zogen darüber hinweg und durchs Bild, selbstverständlich schwirren Flugs. Aber nicht etwa zur nächsten Stadt, denn da war weit und breit keine Stadt.

Mitten auf einem Feld stand ein Mann ohne erkennbaren Zweck. Still stand er dort und sah bewegungslos in die leere Ferne. Vogelscheuchenähnlich, aber doch besser angezogen. Ein Wartender, ein Hoffender, ein Ausgeklinkter oder Abgemeldeter. Ein Mensch wie Sie und ich, nur womöglich noch fehlplatzierter, noch unabgeholter als wir. Man weiß es nicht und man wird es auch nicht erfahren.

Und während wir fuhren, durch kahle Wälder, an gottverlassenen Naturschutzgebieten vorbei und über neugebaute Umgehungsstraßen um Dörfer herum, fiel die Temperatur um drei Grad. Ganz so, als ginge es weit nach Norden, diesem Weihnachten entgegen.

Richtung Weihnachten aber hätte man von der Stimmung dieser Fahrt aus in einem leicht resignativen Reimtonfall weiterdenken müssen, irgendwo zwischen Kaléko und Kästner vielleicht. Dezent angebittert, aber doch leserinnenorientiert mit etwas Resthoffnung im letzten Vers oder wenigstens im Abgang.

Aber apropos Resthoffnung. Den lokalen Medien aus Hamburg entnahm ich gestern die große Unzufriedenheit. Nämlich die der Weihnachtsmarktbetreiberinnen einerseits und die des Handels andererseits. Die Menschen haben weder genug Glühwein getrunken noch genug Schmalzgebäck oder Wurst verdrückt oder wenigstens genug Tand und Trödel gekauft. Geschweige denn neue Computer, Fernseher, Fahrräder etc. Man hielt sich vielmehr allgemein zurück, so stand es da. Man trank keinen zweiten oder dritten Becher mehr, man kaufte eine Portion Pommes für drei Personen.

Da kann ich etwas anlegen, was nicht in den Medien stand. Zwei Bemerknisse aus dieser Weihnachtszeit, zwei Veränderungen im Verhalten der Masse. Zwar habe ich nicht sehen oder erkennen können, dass es weniger Konsum gab, aber als Beobachter, der jeden Tag durch die Stadt geht, und das in jedem Jahr, stellte ich immerhin fest: Es wurde mehr Musik gemacht, und teils sogar spontan. Singende Freundeskreise, swingende Familien. Nicht immer war es als Straßenmusik gemeint, teils „einfach so“, teils also Selbstbespaßung. Man stand und sang, mit teils gar nicht einmal so deutlicher Ironie dahinter.

Und als ob das nicht schon absonderlich genug wäre, wurde auch mehr getanzt. Was sich sogar durch Instagram nachweisen ließe, ich sah dort etliche Clips davon. Nämlich wie Passanten vor Straßenmusikgruppen spontan einige Runden drehten, Foxtrott, Discofox und Freistil. Wenn man an Musikern vorbeigeht, kann man auch mal eben vorbeitanzen, und es macht nichts, dass ringsum sofort zehn, zwanzig Smartphones erhoben werden und alles gefilmt wird.

Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Ländern sah ich dabei. Ob wir da schon die Analogie zum Tanz auf dem Vulkan bemühen müssen, das weiß ich allerdings nicht, zumal die Vorstellung des Dezemberhamburgs in der Rolle als womöglich aktiver Vulkan stark überfordernd für meine Fantasie ist. Vielleicht aber gibt es einen Bezug zu den nun vielfach vermeldeten gesellschaftlichen Trends, die darauf verweisen, wieder mehr mit Freunden, analog und mit mehr Gefühl zu machen, also doch wieder mehr rauszugehen, sich öfter zu treffen etc. Pudding mit der Gabel zu essen, all das. Vielleicht ist das tatsächlich so, ich weiß es nicht.

Man steht staunend vor oder neben der Gesellschaft und rätselt so herum: Was macht sie jetzt wieder und warum. Schöne Grüße an dieser Stelle auch an den Freundeskreis Neurodiversität.

Im Heinatdorf der Herzdame gab es nach der Ankunft Kuchen von der Schwiegermutter. Der Baum war schon geschmückt, das Kaminfeuer war bereit und der Hund seufzte wohlig im Schlaf, desinteressiert an uns und überhaupt an der Welt, während die Katze ihre Meinung zum Thema Besuch vorerst rücksichtsvoll für sich behielt.

Die Nichte der Herzdame wird nächstes Jahr achtzehn Jahre alt, sagte sie nebenbei. Und obwohl ich doch Söhne im entsprechenden Alter habe, guckte ich genau so dumm und sinnlos erstaunt, wie alle Erwachsenen gucken, wenn die Kinder in ihrem Umfeld so etwas sagen. Diese Kinder, die neulich noch mit Bauklötzen gespielt haben. „Dann seid ihr ja bald alle erwachsen“, sagten wir etwas irritiert, denn manchmal ist man nun einmal nicht geistreicher und wird es an so einem Tag auch nicht mehr. Schon gar nicht nach zwei Stück Torte.

Ein Stück Zitronentorte
Ein Stück Frischkäsekirschtorte

Nun. So jedenfalls ließ es sich an, das Fest in diesem Jahr. Wie immer aber gilt: Haben Sie es bitte gut. Und machen Sie es den Kindern schön.

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Ordnung und Unglücksabwehrzauber

Zu den hier üblichen Jahresendmaßnahmen gehören diverse Aufräumprozesse. Unter anderem wird dabei mein Kleiderschrank auf Vordermann gebracht, mit nebenbei erfolgender und genauer Inspektion sämtlicher Taschen an Sakkos, Jacken und anderem Zeug. Was mir in guten Jahren auch noch etwas Geld einbringt, nicht aber in diesem besonderen Elendsexemplar von Jahr. Ich habe nach den letzten Monaten auch mit nichts mehr gerechnet. 2025 und ich, wir werden uns auf den letzten Metern nicht mehr versöhnen, so viel scheint mir festzustehen.

Ich konnte mich aber immerhin über eine Tüte Lakritz freuen. Die ich irgendwann trickreich vor den Söhnen in Sicherheit gebracht habe, indem ich sie in den Tiefen eines schwarzen Anzugs, farblich sinnig passend, sowohl vor dem Nachwuchs als auch vor mir selbst versteckte. Es sind die kleinen Freuden, denn es war teures und gutes Lakritz, in Würde gealtert.

Dann nahm ich mir noch meinen Rucksack vor. Nach einhelliger Meinung sämtlicher Herrenmodeexperten, Gentlemen-Topchecker und auch nach den überzeugt vorgetragenen Meinungen von Kennern der Materie wie etwa Hugh Grant oder Bill Nighy, die es doch wissen müssen, trägt man keinen Rucksack. Niemals. Ich weiß das, und ich trage ihn dennoch.

Mea culpa, mea pera, um kurz die Lateinerinnen unter Ihnen zu erfreuen.

Ich muss nämlich ein Notebook oder manchmal auch zwei durch die Gegend transportieren. Und ich muss dabei dauernd für vier Personen einkaufen, ich sehe da kaum eine andere Möglichkeit. Mit dem Hackenporsche möchte ich nur ungern ins Büro gehen, etwas Würde möchte man doch in den Augen der Kolleginnen noch behalten.

Und alles, was in irgendeiner Art Tasche ist, belastet die Muskulatur einseitig und ist daher strikt abzulehnen. Ich möchte mich für die Einkäufe nicht krummlaufen. Was macht man da, was bleibt einem an Möglichkeiten. Ich kann mir schlecht einen Träger nehmen, denn wie retro oder gar kolonial würde das wirken? Wobei es vielleicht nur noch wenige Umdrehungen der Welttrends braucht, bis wir auch da wieder ankommen werden, nehme ich mittlerweile an.

Übrigens bin ich so alt, ich habe noch Gepäckträger an Bahnhöfen erlebt, fällt mir dabei gerade ein. Menschen, die beruflich Koffer getragen haben, man kann es sich kaum noch vorstellen. Manchmal muss ich kurz überlegen, ob bestimmte Bilder wirklich meine eigenen Erinnerungen sind – oder doch eher Szenen aus uralten Dokumentarfilmen, noch ruckelig in Schwarzweiß gedreht.

In meinem Rucksack gibt es jedenfalls Fächer, die habe ich seit Jahren nicht aufgemacht. Darin befanden sich z. B. etliche Masken, noch aus der Hochphase der letzten Pandemie. Als wir sie alle dauernd getragen haben. Nicht nur zwei oder drei Masken, nein. Bedeutend mehr, ein wahrer Schatz. Also je nach Situation.

Dazu, und da geht es wieder in die Vergangenheit, etliche Schnürsenkel verschiedener Art und zwei Paar Strümpfe. Das geht auf ein seltsames Jahr zurück, in dem ich seriell Pech mit gerissenen Schnürsenkeln und der Verbindung von Pfützen und nassen Strümpfen hatte. Das hat sich seitdem nie so wiederholt, aber ich habe eben vorgebaut. Und außerdem damals meine Meinung verfestigt, dass es im Laufe des Lebens die allerseltsamsten Themenjahre gibt. Auf eine wenig nachvollziehbare und auch kaum glaubwürdige Art.

Außerdem waren in dem Rucksack noch Tintenpatronen, Notizhefte und -bücher sowie Schreibgeräte in fast peinlich großer Zahl. Würde man diesen Rucksack ohne mich auffinden, man könnte ohne Weiteres ableiten, dass er jemandem gehören müsse, den die permanente Angst umtreibt, etwas nicht aufschreiben zu können. „Na und!“, sage ich da und hebe das Kinn trotzig ein wenig an. „Es gibt schlimmere Ängste, und sehen Sie, die habe ich alle nicht.“

So.

Eine angebissene Salami in einem wenig erfreulichen Gesamtzustand fand ich außerdem, deren Herkunft ich mir nicht recht erklären kann. Es war keine Sorte, die ich essen würde. Und schon gar nicht würde ich sie in das Fach stecken, in dem ich sie fand. Aber einen Verdacht konnte ich doch spontan entwickeln, denn vermutlich wollte vor langer Zeit ein Sohn seinen Snack dort kurz parken, auf einem Ausflug in den Zoo oder dergleichen.

Eine Packung Feuchttücher, die dort schon sehr lange sein muss, denn seit wie vielen Jahren haben wir so etwas gar nicht mehr im Haushalt oder sonst zur Hand? Sie ist dort auch nur, ich weiß es in diesem Fall genau, weil ich einmal, als die Söhne schon längst aus dem Feuchttuchgebrauchsalter heraus waren, mit der S-Bahn fuhr und eine Mutter im Sitz mir gegenüber ein Baby auf dem Arm hatte, welches sich mit Schwung auf ihr Sommerkleid erbrach. Wonach ich ihr ebenso routiniert wie ritterlich Feuchttücher aus meinem Vorrat reichen konnte, was sie sehr erfreulich fand und sich dann derart begeistert bedankte – wäre sie eine verlassene Mutter gewesen und ich alleinstehend, wir hätten uns auf genau diese Art kennengelernt, zumal sie äußerst sympathisch aussah. Ich erkenne Muster und Drehbücher, wenn ich sie sehe.

Und eben weil sie sich damals so gefreut hat, habe ich mir gedacht, behalte ich mal eine Packung bei mir, denn wer weiß. Es war allgemeine Vorsorge, weswegen auch das Taschenmesser daneben lag, sowie die Kopfschmerztabletten, die Pflaster und die Medikamente gegen Übelkeit und Halsschmerzen. Was man so braucht. Oder was man meint, irgendwann brauchen zu können, denn offensichtlich habe ich das alles nicht gebraucht.

Weil ich es eben jederzeit dabeihatte, wie man an dieser Stelle lebensratgebend und fast schon altersweise ergänzen kann. Die Prophylaxe als Unglücksabwehrzauber betrachtet! Es ist kein Aberglaube, es ist lediglich die Summe der Erfahrungen.

Und dann war da noch, in einer kaum zugänglichen Falte im Boden des Rucksacks, die mir vorher noch nie aufgefallen war, der zweite Autoschlüssel. Den wir seit Jahren vermisst und im Familienkreis vor einigen Sommern in einem Urlaub lange und intensiv gesucht haben, unter Austausch wüstester Anschuldigungen. Welche nun aber alle längst verjährt sein werden.

Ich habe den Schlüssel dann nach dem Abspulen dieser Erinnerungen milde lächelnd dorthin zurückgetan. Denn ich weiß ja jetzt, wo er ist, und der Platz scheint ausreichend sicher zu sein.

Doch, doch, ich finde es sehr befriedigend, am Jahresende aufzuräumen. Immer wieder.

Blick auf die Außenalster vom Ufer an der Kennedybrücke aus, im Vordergrund ein Rettungsring im Haltegestänge, darunter Herbstlaub

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Another weird text

Während wir in Hamburg lediglich das Innenleben des Hauptbahnhofs durch eine Umbenennung zu retten versuchen und irgendwie gegenwärtiger machen wollen, obwohl doch unzweifelhaft auch mitten im Bahnhof Uhrzeit und Kalender treffsicher mit dem Rest der Stadt übereinstimmen, während wir hier also bloß aus der Wandelhalle eine „Grand Hall“ machen, handelt München viel forscher, umfassender und tiefgründiger. Dort benennt man gleich das ganze Bahnhofsviertel um. Denn viel hilft sicher auch beim Thema Namenszauber viel. Das weiß man, und wirklich mutige, weit vorausdenkende Menschen denken an dieser Textstelle bereits über „Deutschland“ nach, denn bitte, wie altbacken und verknöchert klingt das denn.

Aus dem Bahnhofsviertel dort unten jedenfalls wird, man kann es bei der Kaltmamsell nachlesen, wir beide bebloggen schließlich in treuer Folge immer wieder die Hauptbahnhöfe der großen Städte im Süden und im Norden, aus diesem Viertel wird nun das „Central Quartier“. Was man wohl, ich habe kurz etwas nachgelesen, deutsch aussprechen sollte, da es sich auf die alte Bezeichnung Centralbahnhof bezieht. Das ist einigermaßen raffiniert. Denn das Hirn der Gegenwart möchte bei „Central“ selbstverständlich gerne englisch weiterdenken, während es beim Weiterlesen dann aber über das i in Quartier stolpert und der Rest der Schulbildung daraus eher hektisch Französisch folgern möchte.

Gibt man „Central Quartier“ bei Deepl oder ähnlichen Seiten ein, wird auch dort Französisch erkannt. Während wir ruhig darauf bauen können, dass sämtliche Expats dieser Welt, all die Touristen und auch die ganze Heerschar der sonstigen Reisenden von überall her „Central Quarter“ sagen werden. Also mit ohne i.

Das ist ein nettes Sprachspiel für die polyglotte Jetset-Gesellschaft, das passt zu München, doch, doch. Während widerständige Ureinwohnerinnen in lokalem Tonfall immer wieder vom „Central Quartier“ in gewissermaßen extrem deutscher Aussprache reden werden. Ich höre im Geiste sofort Gerhart Polt über dieses Viertel dozieren.

Je länger ich darüber nachdenke, desto amüsanter finde ich den neuen Namen.

Bei uns wäre es aus historischen Gründen etwas simpler. Denn in unserem kleinen Bahnhofsviertel wurde schon einmal das „Manhattan an der Alster“ städtebaulich eingeplant, etwa zur Zeit meiner Geburt. Dazu kann man sich hier ein bemerkenswertes Bild ansehen. Und da alles einen schicken Twist braucht und irgendjemand immer out of the box denken muss, würden wir heute bitte betonen wollen, dass hier die Stadtmitte ist und es also „Mainhatten“ heißen müsste. Ein echter Hingucker, hurra.

Hochhäuser am Steindamm in St. Georg

Die Hauptausgehmeile meines liebenswerten sogenannten Szeneviertels wiederum hat einen geradezu überspannt deutschen Namen. Den man sich öder kaum vorstellen kann, er wirkt wie behördlich nach stattgehabten Messungen und nach DIN-Norm zugeteilt: „Lange Reihe“. Diese Lange Reihe ist aber laut sämtlichen Reiseführern trubelig, lebendig, nachtaktiv, szene-affin etc. Sie liegt außerdem fast direkt an der Außenalster. Die Außenalster aber wurde bekanntlich nur zu unserem so überaus attraktiven Stadtsee, weil sie damals aufgestaut wurde, sie ist im Grunde also ein … aber Sie merken vermutlich längst, worauf ich hinausmöchte, denn was kann naheliegender sein als „Basin Street“?

Der parallel zur Langen Reihe liegende und ganz anders geartete Steindamm …

[Exkursbeginn. Um zur Abwechslung etwas vollkommen ernst zu meinen: Wenn Sie als Touristin oder Tourist nach Hamburg kommen sollten, machen Sie Ihren Besuch doch bitte zum Bildungsurlaub und gehen Sie einmal die Lange Reihe auf und ab, nur um direkt danach den Steindamm auf und abzugehen. Zwischen diesen beiden Straßen liegen nur ein paar Schritte, aber die Unterschiede in den Erlebniswelten sind krass unglaubwürdig, wenn man es nicht selbst gesehen hat.

Es ersetzt ein Soziologieseminar, ach was, ein ganzes Semester, sich diese beiden so strikt getrennten Stadträume geistig einzuverleiben. Man muss genau diese beiden Straßen verstehen, um auf einmal sehr viel von unserer Gesellschaft zu verstehen. Sie haben auf der Langen Reihe den zur Szene und zum Hipster gewordenen WEIRD-Bias (Sie erinnern sich vielleicht noch, Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic). Sie haben auf dem Steindamm dagegen eine merkwürdig andere Kulisse und eine vollkommen andere Statisten-Schar – als habe man „Migration“ auf einer Freilichtbühne überspitzt und seltsam überzeichnet darstellen wollen.

Also noch einmal, es ist ausdrücklich kein Scherz, besuchen Sie doch bitte einmal genau diese beiden Straßen. Sehen Sie genau hin – and please mind the gap. Exkursende.]

… der Steindamm jedenfalls war eine frühe, eine sehr frühe Ausgehmeile in dieser Stadt. Es gab dort auch, wenn ich mich da noch richtig erinnere, die allerersten Neon-Schriftzüge im Stadtbild. Es gab mehrere Theater, dazu Show-Bühnen aller Art, außerdem Kinos etc. Und da die Straße auch recht breit ist, okay, we got it – The Broadway.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Spaß macht das. Ich glaube, ich möchte gar nicht mehr darüber spotten. Ich möchte eher mitmachen. Ach was, ich möchte das am besten beruflich machen, ich möchte bitte alles und jeden umbenennen. Ich möchte derart umfassend wortzaubern, dass man mich respektvoll den Merlin, oder meinetwegen auch Merlix, für diejenigen, die schon sehr lange mitlesen, dass man mich also den Merlin of the Mottos nennen wird.

Irgendwo im Konzerngeflecht der Firma, in der ich für meinen Brotberuf tätig bin, gab es einmal einen Ableger, der genau so etwas gemacht hat, fällt mir gerade ein. Ich muss nach dem Urlaub dringend einmal nachsehen, ob wir diese Truppe noch besitzen.

Ein Graffiti bzw Wandgemälde an einem Eckhaus auf der Langen Reihe, ein sich öffnender Reißverschluss, unter dem das Hamburgwappen hervorkommt

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Misty

Unerwartet kann ich an den gestrigen Text noch etwas anlegen, einen weiteren Terminhinweis. Denn zu der gestern aus Anlass des Nica-Jazzclub-Geburtstags verhandelten Pannonica de Koenigswarter gibt es am 27.12. um 20:30 im Hamburger Birdland einen Themenabend: Thelonica, „Eine Hommage an die Musik und an die Liebe“. Ich glaube sogar, ich hätte da Zeit und die Herzdame etwas anderes vor.

Catrin Striebeck spielt die berühmte Jazz-Mäzenin, und bei diesem Namen klingelt etwas bei mir. Ich sehe ausnahmsweise doch einmal im Blogarchiv nach, das mache ich sonst nur ungern. Ja, guck an, ich habe tatsächlich einmal über sie anlässlich einer Theaterrezension geschrieben. Und zwar hat sie da, so schrieb ich damals und lese es heute mit nicht geringem Staunen, „mit raumfüllender Leidenschaft“ gespielt. In einem Stück trat sie an jenem Abend auf, an welches ich ansonsten nicht die allergeringste Erinnerung habe. In weiblicher Begleitung war ich an jenem Abend im Theater, das lese ich auch in dem alten Artikel, aber der Name der Begleitung kommt in meinem heutigen Alltag nicht mehr vor. Da waren die Jahre und die Entwicklungen trennend, und bloggend gibt es sie meines Wissens auch nicht mehr.

Nur der Name der einen Darstellerin blieb mir also prominent im Gedächtnis, Catrin Striebeck. Das wird wohl ein gutes Zeichen sein. Okay, ich habe gerade ein Ticket gekauft.

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Gehört habe ich ansonsten eine Lange Nacht vom Deutschlandfunk Kultur über Anna Seghers: „Das Einfache ist das Schwierige“, 161 Minuten.  Anna Seghers ist bei mir eher eine Leerstelle, da gibt es also, immer alles möglichst positiv ausdeuten, noch reichlich Raum für Leseerfahrungen.

Hören werde ich in Kürze und verlinke zur Abwechslung einmal vorausgreifend, denn die Sendung wird sicher gut sein, waren die Langen Nächte bisher doch immer gut, sofern ich wenigstens am Rande Interesse für das Thema hatte, die Lange Nacht über Rainer Maria Rilke: „Jedes Wort ist eine Frage“. 158 Minuten.

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Gesehen habe ich bei arte die Doku über Jimmy Somerville: „Smalltown Boy.“ Und angefangen habe ich, ebenfalls bei arte, mit der Doku über Erroll Garner: „Misty – die Erroll Garner Story“.

Bei dem titelgebenden Song, der von Johnny Burke mit einem Text versehen wurde, könnte man schon wieder in etlichen Versionen schwelgen, rund 300 wird es wohl geben. Ich greife aber kurzentschlossen lediglich zwei heraus. Zum einen selbstverständlich das Original, gespielt vom Meister selbst. Der übrigens keine Noten lesen konnte, was ihn von musikalischen Großtaten keineswegs abhielt. Zu der Sache mit den Noten steht die anzuwendende Anekdote in den Kommentaren unter dem Video:

“I heard a story that someone criticized Erroll because of his inability to read music. He responded by saying,“No one comes to watch me read.“


Zum anderen noch eine gesungene Version, und was nehmen wir denn da … Vielleicht am besten eine Aufnahme, die ich schon einmal im Blog hatte, nämlich die von dem Auftritt der erkälteten Sarah Vaughan in Schweden.

Um auch dazu einen passenden YouTube-Kommentar zu zitieren: „Her voice was the blueprint of everything perfect.“

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Misty war es ansonsten auch in dieser Stadt. Ich habe Ihnen im kleinen Bahnhofsviertel und unten am Hafen einige Bilder davon gemacht.

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Jazz der Zukunft und das Programm vor drei Wochen

Wie bereits erwähnt, handhabe ich es mit den guten Vorsätzen nun so, dass ich sie zwar weiterhin ablehne, aber doch daran arbeite, mir andere Möglichkeiten und Termine sowohl schmackhaft zu machen als auch zu ermöglichen. Betont unverbindlich, versteht sich, denn sonst geht die Selbstsabotage bei mir schon beim bloßen Vorhaben los, ich muss das mit etwas Raffinesse angehen. In diesem Zusammenhang habe ich gerade ein Auge auf die diversen Jazzclubs in Hamburg und auf deren Programm. Denn man könnte ja einmal, rein theoretisch. Also sogar ich könnte, doch, doch.

Leuchtdeko über der Mönckebergstraße

Es bot sich bei der ersten lapidaren Erwähnung in einem Gespräch unter Freunden auch prompt nette Begleitung an, ein Zeichen, ein Zeichen. Passend dazu hörte ich gerade einen Podcast mit der Betreiberin des Nica-Jazzclubs in der Hamburger Innenstadt. Der mir neulich tatsächlich zufällig auf einer meiner abendlichen Runden auffiel: „Ach guck, ein Jazzclub. Nanu!“ Und zwar auffiel im Sinne des Gedankens: Neulich war da aber noch kein Jazzclub.

Womit ich sogar richtig lag, wenn man „neulich“ etwas großzügig auslegt, ein Jahr ist der Club nun alt. Hier gibt es ein Interview mit der Leiterin, Fee Schlennstedt, 7 Minuten lang.

„Was würdest du jemandem raten, der einen Club aufmachen will?“

„Lass es!“

Kurz wird erwähnt, dass der Club nach einer berühmten Jazz-Mäzenin benannt wurde, nach Pannonica de Koenigswarter, und es lohnt sich, diesem Link zur Wikipedia kurz zu folgen, wenn man den Namen noch nicht kennt. Es ist eine besonders interessante Geschichte. Der Dame wurden etwa 20 Jazz-Titel gewidmet, lese ich dort, sie werden auch aufgelistet. Zum Tagesanfang am besten geeignet ist wohl Kenny Dorham mit „Tonica“:

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Ein weiterer Kultur-Hinweis, weit vorausgreifend, aber man kann schließlich planen und wünschen. Die Zielgruppe für das Event wird vielleicht recht klein sein, aber im besten Fall täusche ich mich da: Im Altonaer Theater wird am 28.3. die „Deutschstunde“ von Lenz vorgelesen – und zwar der ganze Roman. Der, wenn Sie sich noch erinnern, nicht eben der schlankste in der Schulbibliothek war. Hier der Link zu dem Vorhaben. Es kommt mir einigermaßen verrückt vor, ich sympathisiere also heftig.

Sterne auf den Pavillons beim "Winterzauber" auf dem Jungfernstieg

 

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Aber apropos Kultur, Clubs und Termine. Ein Thema, bei dem ich kurz noch einmal auf die bemerkenswerte Dummheit von Algorithmen eingehen möchte. Ich habe mir in meinem neu verstärkten Bemühen, mehr Ankündigungen, Veranstaltungen, Neuigkeiten etc. aus der Hamburger Kulturszene mitzubekommen, noch einmal beflissen alles zusammengeklickt, was da dienlich sein kann. All die Feeds, Newsletter und Social-Media-Accounts der diversen Veranstalter und lokalen Medien etc., auch deren Instagram-Präsenzen. Es lässt mich einfach nicht los, dass ich immer noch manches von dem komplett verpasse, was in meinen Interessen liegt, ich möchte das also besser absichern.

Weihnachtliche Deko im Levantehaus

Wenn jemand nun aber zehn Hamburger Museen und mehr abonniert, dazu etliche, fast alle Hamburger Theater und auch viele sonstige Auftrittsmöglichkeiten in dieser Stadt, dann könnte man meinen, die momentane Interessenlage dieses Users recht präzise fassen zu können. Es wirkt wahrhaftig nicht besonders schwer. Was aber zeigt mir Instagram kurz nach diesem intensiven Bemühen für Werbung?

Für eine Ausstellung in einem Museum in München. Für ein Stück in einem Theater in Düsseldorf. Für eine Galerie, Gott weiß wo, etwa eine Tagesreise entfernt. Und, fast noch besser, was wird mir aus den vielen neu abonnierten Hamburger Accounts noch einmal nach oben gespült und zur Anzeige gebracht, etwa bei den Seiten mit den Veranstaltungshinweisen?

Das Programm des Wochenendes. Was okay und vollkommen erwünscht wäre, wenn es nicht das Programm des Wochenendes vor drei Wochen wäre. Und nicht nur einmal passiert das, sondern mehrfach. Es hat System, nur eben kein brauchbares.

Was ist das aber, ist es unbemüht, ist es schlecht gemacht, ist es das Ergebnis einer Egalhaltung, ist es ignorant oder ist am Ende jemand im Ernst an der Lösung dieser Aufgabe gescheitert? Braucht man dort Hilfe? Wie kann es sein?

Ich finde es einigermaßen rätselhaft. Aber gut, ich weiß jetzt, was ich vor drei Wochen alles verpasst habe. Wozu auch immer dieses Wissen gut sein mag.

Die geschmückte Tanne im Foyer des Rathauses

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Einige Anmerkungen zu juristischen Begriffen

Ich entnehme der Berichterstattung zum Block-Prozess, die ich zwar keineswegs engagiert verfolge, die aber leider von einigermaßen unausweichlicher Präsenz in den Hamburger Medien ist, dass es den Begriff „Selbstleseanordnung“ bei Gerichtsverfahren gibt. Alle am Prozess beteiligten Personen werden mit dieser Anordnung aufgefordert, zugewiesene Dokumente selbst zu lesen, also gefälligst selbst zu lesen, so klingt das. Da man all diese Papiere, Belege etc. sonst im Gerichtssaal vorlesen müsste, was erstens unfassbar langweilig sein dürfte und zweitens in speziell diesem Fall erbärmlich lange dauern würde. Deswegen: „Selbstleseanordnung“.

Wenn Ihnen nun bei der Kenntnisnahme dieses Begriffs sofort (sofocht, wie Isa sagen würde, bei gewissen Begriffen habe ich ihre Stimme direkt im Ohr, so etwa auch bei dem von ihr so gerne benutzten Wort „bescheuert“, welches sonst eher selten noch vorkommt, aber das nur am Rande), wenn Ihnen also sofort Situationen in Kinderzimmern, Konferenzräumen oder Call-Situationen einfallen, in denen man zu und zu gerne die Macht gehabt hätte, in Bezug auf gewisse Grundlagen der gerade besprochenen Themen auch so eine Selbstleseanordnung auszusprechen, und zwar mit Dringlichkeit, Schärfe und Autorität, dann haben Sie also auch schon ein paar Jahre Erziehung hinter sich, dann arbeiten Sie also auch in einem Konzern.

Und so etwas verbindet ja enorm.

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In einem Kommentar hier im Blog wies Swuuj darauf hin, vielen Dank, dass ein Text von mir in einem luxemburgischen Podcast vorkommt, nämlich hier bei Spotify oder bei Apple. Es geht um das Nichtstun und um Wartezeiten, also um Themen, bei denen ich allerdings kaum als Experte durchgehen kann. Ich komme da nur als Beobachter in Frage, und so war es in dem dort erwähnten Text auch.

Das war jedenfalls eine schöne und interessante Gelegenheit, einmal dieser Sprache zuzuhören.

Zumal Luxemburg gerade vor ein paar Tagen erst im Büro-Smalltalk vorkam. Und das kam so: Ich habe einen Kollegen, der auch ein Klassenkamerad von mir war. Wir kennen uns also bereits dermaßen lange, dass man es jüngeren Kolleginnen kaum erzählen mag, denn die gucken dann immer so seltsam und rechnen irgendwas im Kopf nach, vielleicht ob Menschen wirklich so alt werden können.

Mit diesem Kollegen jedenfalls sprach ich aus beruflichen Gründen über Luxemburg und erwähnte, eingedenk unserer gemeinsamen Vergangenheit, dass wir da ja einmal waren, einen Tagesausflug lang. Damals, auf jener Klassenfahrt.

Und der Kollege sah mich versonnen an, blickte zurück durch die vielen Jahre – und erinnerte sich nicht. Luxemburg? Also nein, pardon, das war eine Leerstelle, da klingelte bei ihm nichts, dazu hatte er nichts abgelegt Er sei aber selbstverständlich dennoch gerne bereit, so sagte er beflissen, mir das zu glauben. Das wäre dann schließlich nicht die einzige Erinnerungslücke aus jenen Jahren. Da habe man ja einiges mitgemacht, in dieser etwas wilderen Lebensphase, und manches hatte womöglich Folgen.

Dann fing ich aber ebenfalls an zu grübeln und war damit wieder bei dem Thema Zeugenaussagen und Erinnerungen, das mich oft beschäftigt. Luxemburg, Luxemburg, war es denn wirklich Luxemburg? Kann ich mir denn sicher sein, wenn andere mutmaßlich Beteiligte es so deutlich nicht sind? Unscharf erinnerte ich mich noch an einen Ausschnitt einer Stadtsilhouette, an eine große Brücke, an einen Reisebus. An einige Namen von Mitschülerinnen auch, an vage Anklänge von Situationen dort … Und dann auf einmal erinnerte ich mich an nichts mehr. Das Wenige zerfiel in meinem Hirn, noch während ich versuchte, die paar Bilder mühsam etwas schärfer zu stellen.

Vielleicht waren wir in Luxemburg, vielleicht waren wir es auch nicht. Ich bin mittlerweile unsicher. Wir müssten weitere Zeugen befragen, aber wir wollen nicht übertreiben. Wer weiß schon genau, was noch alles war. In jenen exzessiv ausgelebten Jahren, in denen wir 16 oder 17 Jahre alt waren.

Vielleicht fällt es uns wieder ein, wenn wir noch etwas älter werden. So ist es oft mit den alten Erinnerungsbildern, und so habe ich es mittlerweile bei etlichen alternden Menschen mitbekommen: Die Bilder tauchen irgendwann wieder auf. Und mit etwas Glück finden wir das dann sogar unterhaltsam. Wollen wir also hoffen, dass wir in Luxemburg etwas erlebt haben.

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Ich habe keine passenden Bilder für diesen Text, ich restverwerte hier daher einfach Weihnachtliches aus der Grand Hall, formerly known as Wandelhalle.

Eine der großen Uhren in der Wandelhalle des Hauptbahnhofs mit weihnachtlicher Deko ringsum Eine der großen Uhren in der Wandelhalle des Hauptbahnhofs mit weihnachtlichen Lichtern ringsum Blick in die "Grand Hall" von der Galerie aus, mit der gro0en, animierten Lichtertanne in der Mitte

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To behave with good cheer and grace

Dann doch noch der Weihnachtsurlaub. Spät und fast nicht mehr erwartet, es zieht sich doch immer erheblich, bis diese paar freien Tage eintreten.

Die für mich in einem gewissen und wichtigen Sinne freier als in den Vorjahren sind. Denn zum ersten Mal, seit ich weiß nicht wie vielen Jahren, seit enorm vielen Jahren jedenfalls, seit gefühlt meinem ganzen Arbeitsleben, was aber nicht die sachliche Wahrheit sein kann, wie ich wohl einsehe, seit jedenfalls zu langer Zeit also, ist es das erste Weihnachten, zu dem ich keinen Text, keine Festkolumne für einen zahlenden und also vollkommen berechtigt wartenden Kunden schreiben muss. Und Sie machen sich keinen Begriff, wie entspannend das sein kann.

Den Urlaub beginnen wir gleich, um deutlich im Schwung zu bleiben, mit einer weiteren Premiere: Es gibt Mittagstisch in der Hobenköök, in der Hafenküche für das südlichere Publikum. Ich hatte mit der Truppe damals auch im Zusammenhang mit der Hamburger Regionalwert AG (keine bezahlte Werbung, nein) zu tun. Ich war dort auch schon öfter abends zum Essen, mit Freundinnen und sogar mit der Firma. Es stellte sich aber heraus, dass die Herzdame noch nie in dem Restaurant gegessen hat, das mir bisher jedes Mal empfehlenswert vorkam. Und mir fehlte die Mittagserfahrung. Eine Erfahrungslücke, die also zu korrigieren war, zumal auch dieses Ziel im Oberhafenquartier von uns aus fußläufig zu erreichen ist und es unterwegs nette Motive gibt.

Blick von der Oberhafenbrücke elbaufwärts Blick von der Oberhafenbrücke auf ein Graffiti ander Kaimauer: "Lieb sein" Blick von der Oberhafenbrücke auf das Spiegelgebäude

Und wenn man Urlaub hat, dann sind alltagsauflockernde Vorhaben ohnehin empfehlenswert.

Die Speisekarte ist mit schöner Selbstverständlichkeit überwiegend vegetarisch, obwohl es kein vegetarisches Restaurant ist, und ich glaube fast, so etwas begegnet mir in dieser Form zum ersten Mal. Und hervorragendes Essen gab es, aber das erwartet man bei diesem Restaurant ja längst.

Blixk von der Galerie über Küche und Restaurant Hobenköök Das Hobenköök-Logo an der Außenwand des Restaurants Gebratene Kartoffelknödel im Restaurant Hobenköök

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Das Fest rückt ansonsten näher, saisonale Links und Bilder müssen also mit Dringlichkeit verwertet werden, die verderben sonst.

Neue Weihnachtsmusik habe ich in diesem Jahr kaum zur Kenntnis genommen, aber die Sachen von aron! und Hohnen Ford kann ich immerhin gerne durchgehen lassen.

Neu dabei in diesem Jahr aber auch The Divine Comedy mit „All the pretty lights“:

Und schließlich noch a very good advice for Christmas. Die Lage wird damit ein für allemal passend zusammengefasst und man sollte das Lied vielleicht noch im Vorwege an alle verschicken, bei denen man einen gewissen Verdacht hat.

In aller Unschuld kann man das ja verschicken, guck mal, wie lustig. Und dann einfach einwirken lassen.


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Die Präsi des Jahres

Schon wieder etwas mit Kultur gemacht, nämlich die Show, Lesung, Power-Point-Präsentation von Katja Berlin besucht. Die im Imperial Theater auf der Reeperbahn auftrat, wo ich damit auch zum ersten Mal war, eine Premiere jagt hier die nächste. Dort laufen normalerweise Krimistücke. Ein kleines Theater ist es, so klein, dass man sich größere Menschen darin kaum vorstellen kann. Ich habe Bekannte mit über zwei Meter Länge, die müssten sich beispielsweise bei einem Besuch der Toiletten dort wohl derart kompliziert in diese winzige Kabine falten, Origami nichts dagegen.

Die Bühne im Imperial-Theater für Katja Berlin

Sonst aber alles super, gute Plätze, gute Show. Die tatsächlich im Kern eine PowerPoint-Präsentation der berühmten Torten der Wahrheit ist, welche sicher allgemein bekannt sind aus der Zeit und aus ihren Büchern. Und natürlich ist es die einzige PowerPoint-Präsentation des Jahres, die im Ernst als unterhaltsam durchgehen kann. Die man sich daher unfassbarerweise freiwillig ansieht, ja, für die man sogar bereit ist, Eintritt zu bezahlen. Ich trete meinem Arbeitgeber sicher nicht zu nahe, wenn ich feststelle: In meinem Brotberuf kommt so etwas nicht vor. Dort wird mir so etwas niemals in ähnlicher Art und Qualität präsentiert, dort zahlt man umgekehrt mir Geld, damit ich die Präsentationen im Arbeitsalltag über mich ergehen lasse, und es fühlt sich dann nicht zwingend wie gutes Theater an und manchmal nicht einmal wie Unterhaltung. Sie werden es kennen, nehme ich an.

Katja Berlin aber dreht das Konzept souverän. Eventuelle Zweifel, ob so ein eher einmaliges Auftrittsprogramm aufgehen kann, werden schnell zerstreut, ihre Pointen sind, da kann kein Zweifel bestehen, meisterinnenhaft, und sie kommen in schneller Folge. Aber gut, das weiß man auch schon vorher, wenn man ihr Schaffen seit längerer Zeit verfolgt. Also seit damals auf Twitter etwa, die Älteren erinnern sich. Um die Künstlerin zu zitieren: „Damals schrieb man auch noch Blogs.“

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Gehört habe ich drei Podcasts für den Freundeskreis Bildungsbürgertum. Zum einen „TikTok-Held und Sprachmagier – Worin liegt die Faszination Rilkes?“ Eine Sendung beim SWR, 44 Minuten.

Dann eine Folge im philosophischen Radio: „Willi Winckler: Hannah Arendt und die Banalität des Bösen“. Willi Winckler ist einer ihrer Biografen, die Sendung ist 53 Minuten lang.

Im Kontext dazu noch eine Folge „Sternstunde Philosophie“ beim SRF, auch als Video verfügbar: „Hannah Arendt – die Jahrhundertdenkerin“. Eine weitere lehrreiche Stunde lang, mit einer weiteren Biografin, Grit Strassenberger.

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Und dann noch eine Instagram-Empfehlung. Und zwar ein Account, auf dem etwas gezeigt wird, was ich gerne hätte. So oft kommt das nicht vor, dass ich vor Bildern sitze und denke: „Oh ja. Das hätte ich gerne.“ Es ist dann immerhin ein Wunsch, der als Gedanke reicht. Ich muss also meine Energie nicht darauf verwenden, das auch noch auf womöglich anstrengende Weise Wirklichkeit werden zu lassen.

Es wäre dummerweise auch recht teuer, es ist also ein Fall für die bekannten Gedankenspiele à la „Wenn ich Millionär wäre“. Wobei die Betonung auf „Spiel“ liegen muss, sonst kann es keinen Spaß machen. Dann jedenfalls, wenn ich Millionär wäre, dann würde ich unsere Wohnung mit reichlich Mid-Century-Zeug möblieren, denn meine Zuneigung wird über die Jahre immer noch intensiver. Möbel, wie sie etwa auf diesem Account gezeigt werden, Mid-Century Friends.

Ein Account, dem auch die Herzdame folgt, wie ich gerade sehe, und abgesprochen war dies nicht. Wären wir also Millionäre, wir könnten uns vermutlich auf das Interieur des Westflügels mühelos einigen, was man auch als tröstlichen Gedanken durchgehen lassen kann.

Etwas Fantasie vorausgesetzt.

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Kirchenpauerkai in der Hafencity, das Elbufer, auf der anderen Seite die Kräne

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Zwischen Fortschritt und Fatalismus

Dann war ich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder im Kino. Das letzte Mal war so lange her, dass ich keinen Schimmer mehr habe, was wohl damals der Film gewesen sein mag. Ich weiß auch nicht mehr zuverlässig, mit wem ich dort war und in welchem Kino. Nun aber!

Es war eine einmalige Vorführung, die ich an diesem Abend sah. Nur ein Termin im Jahr, und es wäre einigermaßen sinnlos, den Film hier überhaupt zu erwähnen, wenn er nicht jährlich wiederholt werden würde. Man kann das für den nächsten Dezember einplanen, sofern ich das richtig verstanden habe, nämlich „The Muppet Christmas Carol“ (Wikipedia-Link). In der Originalfassung im Savoy-Kino. In welchem generell nur Originalfilme laufen, welches außerdem bei mir fast um die Ecke ist, und in dem ich peinlicherweise bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal war.

Ein besonders schönes und großes Kino ist es, wie ich etwas überrascht feststellte. Was es im Stadtteil alles so gibt! Man muss nur auch mal hingehen. Immerhin aber gebe ich mich im Moment in dieser Hinsicht bemüht, was sich dann auch prompt lohnt.

Der Savoy-Kinosaal im Dunkel vor der Vorführung

Im Vorspann war kurz ein winziger Ausschnitt von Harry und Sally zu sehen, ich habe vergessen, in welchem Zusammenhang. Der sehr junge Mensch neben mir sagte zu seiner ebenfalls sehr jungen Begleiterin: „Guck mal, ist das nicht das, was unsere Eltern immer so gut finden?“

Ich alterte beim Zuhören gleich noch ein paar Jahre.

Den Muppetfilm kann man als Weihnachtsritual jedenfalls gut einbauen. Mit den Figuren kann man bekanntlich ohnehin kaum falsch liegen und ich hätte gar nicht mehr parat gehabt, wie erfreulich nah am Originaltext von Charles Dickens die Story aufgebaut ist. Erzählt wird sie vom Autor selbst, personifiziert durch Gonzo, was erstaunlich gut aufgeht.

Aber apropos Charles Dickens. Da gibt es einen Zusammenhang mit unserem kleinen Bahnhofsviertel, den ich hier schon öfter erwähnt habe und der mir leider an diesem Abend wieder unangenehm bewusst gemacht wurde. Denn die Handlung des Christmas Carols spielt sich im viktorianischen London ab, und bei Charles Dickens kommt immer auch das Elend der Zeit und der Großstadt prominent vor. Die zerlumpten Gestalten, die frierenden Bettler, die verelendeten Frauen in den dunklen Nebenstraßen, all die grausigen Auswirkungen der Armut. Die Bilder dazu hat man vermutlich aus etlichen Filmen, Comics, Büchern etc. im Kopf.

Wenn man aber nach dem Schluss der Vorstellung aus dem Savoy geht und dann über den Steindamm, der, wie man es auch betrachtet, nicht eben zu den idyllischen Straßen dieser Stadt gehört, wenn man dann dort sieht, was da am Wegesrand in der Winternacht vegetiert, friert, hungert und Drogen aller Art konsumiert, wenn man nur aufmerksam genug registriert, was einem auf dem kurzen Weg zum Bahnhof dort aus dem Dunkel der Hauseingänge entgegenwankt, dann kann man nur zu einem Schluss kommen, und leicht ist der nicht:

Die Gegenwart ist schlimmer als das, was als beispielhaftes Elend im Film dargestellt wird. Und zwar, es ist nach zwei-, dreihundert Metern gar kein Zweifel möglich, deutlich schlimmer.

Für den Erhalt eines allgemeinen Fortschrittsglaubens ist es also nicht unbedingt empfehlenswert, diesen Film gerade dort zu sehen. Wenn man den Fortschritt der Menschheit aber ohnehin schon etwas länger und vielleicht auch einigermaßen routiniert hinterfragt, dann zieht einen diese Erfahrung vermutlich auch nicht mehr bedeutend tiefer. Dann kann man das ruhig machen. Ich kann mir gut vorstellen, das im nächsten Jahr zu wiederholen.

Gemeinsam mit einem Publikum, das an diesem Abend übrigens vollkommen undeutbar war, was ich immer interessant finde. Keine Richtung war in dieser Menge auszumachen, auch bei längerer Betrachtung nicht. Keine deutlichen Mehrheiten bildeten sich ab, keine starken Gruppen traten hervor, nicht einmal in Bezug auf das Alter. Was sind das denn für Menschen, die sich einen Muppet-Film in der Originalsprache im Kino ansehen, was für ein gesellschaftliches Segment fühlt sich da angesprochen und angezogen? Wenige Interessierte sind es jedenfalls nicht, der Saal war nahezu ausverkauft.

Ich habe es aber einfach nicht erkennen können. Ich kann also nur sagen, es sind unter anderem Typen wie ich, die dort angelockt werden. Was auch immer das dann heißen mag.

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