Apfelernte im Alten Land

Apfelernte

Das ist auch schon Ritual geworden, dass wir im Herbst ins Alte Land fahren, und uns Äpfel von den Bäumen holen. In den letzten Jahren waren wir auf einem der kleineren Höfe, jetzt waren wir auf einem ganz großen, auf dem Herzapfelhof in Jork.

Apfelernte

Ein großer Hof hat den Vorteil, dass es dort auch ein Hofcafé und also auch Apfelkuchen gibt, er hat aber auch den Nachteil, dass an einem sonnigen Wochenend- und auch noch Feiertag die ganze Metropolregion Hamburg dorthin fährt. Und da auf dem Hof keine S-Bahn hält, fahren alle mit dem Auto, Idylle geht wirklich anders. Aber man verschuldet das natürlich selbst, schon klar.

Apfelernte

Auf dem Hof kann man auch Sorten finden, die einem nicht gerade im Discounter begegnen werden, das ist natürlich erfreulich.

Apfelernte

ApfelernteApfelernte

ApfelernteApfelernte

Apfelernte

Die Kinder mögen diese Ausflüge sehr, ohne Apfelernte ist es kein Herbst.

Apfelernte

Und es tritt auch wieder der seltsame und ausgesprochen lehrbuchmäßige Effekt ein, dass die Jungs plötzlich Unmengen Obst essen.

ApfelernteApfelernte

Sie nagen sich durch diverse Sorten, sie probieren links und rechts, vom Boden und von ganz oben, es ist so, wie man sich das Essverhalten der Kinder immer wünscht und sonst nie erlebt. Offen, interessiert, neugierig.

Apfelernte

Kein Kind fragt nach geschälten Äpfeln, niemand verlangt geschnittene Stückchen in Tupper, alles läuft ganz natürlich ab. An immerhin einem Tag im Jahr, da muss man auch dankbar sein, erntedankbar.

Apfelernte

Und wenn man sich komplett mit Äpfeln vollgefressen hat, dann kann man sich landlustmäßig ausruhen, das passt da alles zusammen.

Apfelernte

Die Eltern pflücken weiter, wobei man da übrigens leicht in einen gewissen Erntewahn gerät und sich am Ende fragt, was genau man eigentlich mit einer Schubkarre voller Äpfel vorhat.

Apfel

Aber egal, man kann ja nichts hängen lassen, was so gut aussieht.

Apfelernte

Und sie schmecken eben auch so, wie sie aussehen.

Apfelernte

Zwischendurch singt man pflichtgemäß die alte Hamburger Hymne vom Äpfelklauen, allerdings sind weit und breit keine Zäune, über die man ruckzuck könnte. Egal.

Apfelernte

Nächstes Jahr wieder. Eh klar.

Apfelernte

5 Kommentare

  1. Ehe sich jemand über die halb angenagten Äpfel beschwert… Das muss so, damit haben die Jungs die Apfelbaumbabies gerettet. Und hungrige Vögel.

  2. Ach, da wird mir ganz warm ums Herz, wenn ich die Bilder und Deine Beschreibung sehe. Eine ganz tolle Tradition, ich finde das auch sehr schön zu sehen, wie sich das mit Euren Söhnen fügt, dass sie sich da durchnaschen und es als das Schöne wahrnehmen, das es ist.

    Wir sind jetzt nicht so die Apfelfreunde, aber Holunderbeeren und Pilze können wir auch nur ganz schwer stehen bzw. hängen lassen. Es war ein harter Weg der Disziplinierung (vor allem des Mannes), nur mitzunehmen, was wir auch verarbeiten können. Neulich haben wir, ich darf das nochmal eben verlinken, neben der obligatorischen Pilz- und Holunderrutsche am Dorfrand Kartoffelpflanzen gefunden, die eigentlich zum Wegwerfen bestimmt waren, aber auf dem Komposthaufen einfach wieder angewachsen sind. Da konnte ich mir meine eigene Handvoll Kartoffeln ernten. Auf dem Rückweg gab es noch zwei wilde Äpfel (ich brauchte Apfelringe für die Holundersuppe). Bis auf das Fleisch (vom Bio-Schlachter) war an dem Tag die gesamte Mahlzeit inklusive Nachtisch in der Natur selbstgeerntet.
    Dieses ganz besondere Gefühl der Erdigkeit und Selbstheit und Natürlichkeit macht einen Großteil des Wohlgeschmacks dieser Mahlzeiten aus.

    Hach. Herz.

  3. Ach da blutet mein süddeutsches Herz, wie gerne würde ich da Äpfel pflücken gehen … besonders nach dem wunderbaren Buch „Altes Land“ von Dörte Hansen … kennen Sie wahrscheinlich. Wenn nicht, Empfehlung. GROSSE.

  4. Achso, jetzt weiß ich was los war. Als wir heute durch Jork fuhren ( einfach so nach Hause), fragten wir uns, was denn hier wohl für eine Veranstaltung ist… Autos über Autos am Straßenrand. Apfelblütenfest (nö), Tag des offenen Hofes (nö, sind wir doch neulich schon hingeradelt), aha, Apfelernte also. Vielen Dank für die Aufklärung ;). Da komm ich mir ja schon fast schäbig vor, dass ich nur ein paar Äppel aus dem Hofladen mitgenommen hab. Zu „Altes Land“ (dem Buch) gibt es doch recht unterschiedliche Meinungen. Mir (als Zugezogener einer kleinen, benachbarten Hansestadt) hat es gefallen. Bin gespannt, was Sie als Hamburger davon halten. Irgendwie hat es ja auch einen aktuellen Bezug, denn Flüchtlinge gab es auch früher schon hier (und anderswo).
    Fruchtige Grüße in die große „Hanseschwester“.

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