Jojos erstes Festival: A Summer’s Tale

Ein Text von Jojo Buddenbohm, fast elf Jahre alt, auch bekannt als Sohn I.

Wir sind mit einer Freundin von Mama und ihren Söhnen, die ungefähr so alt waren wir ich, zum A Summer’s Tale gefahren. Die Freundin hat auch Workshops angeboten, das waren Swing-Workshops. Wir konnten deswegen dann auch mit auf dem Crew-Campingplatz wohnen.

A Summer‘s Tale #asummetstale2018 #asummerstale

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Es gab Konzerte, Workshops, Lesungen und auch ab und zu mal Comedy. Für die Workshops brauchte man meistens eine Anmeldung. Zu einem Workshop, den ich gerne gemacht hätte, konnten wir nicht hin, weil wir keinen Platz mehr bekommen haben, das war Kanufahren. Aber bei anderen haben wir Glück gehabt, z.B. bei „One Bowl – One Love“. Da mussten wir selber kochen und es kam ein richtig gutes Rezept raus, das war ganz lecker.

Es gab auch einen Comic-Workshop mit einem richtig guten Comic-Zeichner (Markus Winter), der auch selber Postkarten gestaltet. Da war ich alleine, das hat Spaß gemacht.

Meine Mutter hat noch zwei Swing-Workshops bei ihrer Freundin mitgemacht. Ich glaube, sie fand die gut. Insgesamt war alles sehr lustig.

#asummerstale #asummetstale2018

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Wir haben uns öfters Konzerte angeschaut, die zum Teil auf der Hauptbühne waren, wie z.B. Madness. Die waren aber langweilig. Und meine Mutter hat da noch Kettcar gesehen. Die Band Fury in the Slaughterhouse haben wir verpasst, weil wir da eine Nachtwanderung mit Schnitzeljagd gemacht haben, die wollte sie aber eigentlich auch sehen.

Außerdem gab es noch ein Zirkuszelt, da haben wir die Band Meute gesehen. Die fand ich eigentlich ganz gut und meiner Mutter und ihrer Freundin hat das richtig gut gefallen, alle haben getanzt.

#Meute #asummerstale #asummetstale2018

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Meine Mutter hat dann noch Tocotronic gesehen, da war ich aber nicht dabei.

#tocotronic #asummerstale #asummetstale2018

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Und mir hat noch so ein Comedy-Typ gefallen, Jan Philipp Zymny, der hat ein einen eigenen Rap verfasst und eine Geschichte erzählt, über einen gruseligen Melonenmenschen.

Es gab da auch einen Fußballmoderator, Arnd Zeigler, der hat lustige Fußballbilder und Videos gezeigt und kommentiert. Das ging sehr an die Schmerzgrenze, das war sehr lustig.

Das Essen da war auch gut, besonders lecker war der Burgerstand. Da gab es ein Kindermenü, obwohl der Burger genauso groß war wie der Erwachsenenburger. Oder die Quarkerei, da gab es verschiedene Quarksorten und Frozen Quark, das kannte ich bisher nicht.

Die Preise waren schon etwas teuer. Aber das Essen war auch wirklich lecker.

Man durfte keine Glas- oder Plastikflaschen mit auf das Gelände nehmen. Aber es gab Zapfstellen, wo man sich die Pfandbecher von den Getränkeständen kostenlos wieder auffüllen konnte. Man musste also nicht immer wieder Getränke kaufen. Die Becher waren ganz schön, deshalb haben wir nicht alle zurückgegeben und welche als Erinnerung mitgenommen.

Auf dem Festivalplatz gab es Kompostklos, wenn man mal musste, musste man sich immer einen Becher Holzspäne mitnehmen. Sehr umweltfreundlich.

Die Stimmung war gut, gut, gut. Ich habe immer alle total happy gesehen und alle waren nett zu einander.

#asummerstale #asummetstale2018

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Am besten fand ich die Comedy. Meiner Mutter haben am besten die Swing-Workshops von ihrer Freundin und die Band Meute gefallen.

Nächstes Jahr würde ich liebend gerne wieder hinfahren und kann es anderen auch nur empfehlen.

Abschied vom #asummerstale #asummetstale2018

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Buddenbohm an der Bille

Heute ein normaler Blogeintrag, der Wanderbericht geht aber in Kürze weiter. Es sind in letzter Zeit ein paar Links angefallen, deswegen wird das heute fast aussehen wie früher der Beifang, Stammleserinnen erinnern sich.

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Es ist nach wie vor heiß, unsere Dachgeschosswohnung ist kaum auszuhalten, ach was, ist definitiv nicht auszuhalten, wir haben hier ganz im Ernst ein Metalldach über uns. Sie könnten jetzt mitleidig gucken, das wäre vollkommen angemessen. Die Herzdame hat mit den Söhnen lieber in der Laube geschlafen, die kühlt abends wenigstens etwas runter, wenn man alle Fenster öffnet, wobei dabei allerdings auch interessante Tiere in spannenden Formaten ins Haus kommen, irgendwas ist eben immer. Ich habe in einem Zelt im Garten geschlafen, es gab da noch eine Luftmatratze, die dringend getestet werden musste. Und in einem Zelt in einem Garten, da ist es doch tatsächlich von etwa vier bis sieben Uhr morgens fast etwas frisch, also immerhin so, das man sich ohne Erstickungsgefahr mal einen Moment etwas zudecken kann, was in diesen speziellen Zeiten ja schon ein Genuss erster Klasse ist. Falls Sie ein Zelt und einen Garten haben – nur zu, es lohnt sich.

Was sich auch lohnt, das haben wir heute ausführlich getestet, ist ein Besuch im Bootshaus Bergedorf, das man gut mit der S-Bahn erreichen kann, man hat ab dem Bahnhof Bergedorf nur etwa sechs Minuten Fußweg einzuplanen, kein Problem. Wir haben ein Kanu für vier gemietet und sind die Bille raufgefahren, eine Stunde hin, eine Stunde zurück. Das ist kaum anstrengend, das ist ganz erstaunlich schön, was mir überhaupt nicht bekannt war – und es ist vor allem fast komplett schattig! Da stehen überall hohe Bäume und Büsche am Ufer, man gleitet durch einen grünen Tunnel, es ist sehr wenig los, man trifft fast niemanden, also abgesehen von vielen, vielen Libellen, von denen man in einem Reiseführer schreiben würde, sie seien von erlesenem Reiz – passt schon. Ein Gefunkel! Und das, was da manchmal dunkelblaulila im Unterholz der Böschung auszumachen ist, das sind vollreife Brombeeren, die wachsen einem da quasi ins Boot. Auch nett.

Die Bille ist nur bis zu 1,40 tief, Schwimmwesten tragen die Kinder dennoch obligatorisch. Man kann sich wasserfeste Säcke mieten und die Wertsachen hineintun, das Risiko, mit dem Boot zu kentern halte ich aber für gering, selbst mit unruhigen Kindern, die sich nicht einigen können, wer wo sitzt, weil der jeweils andere Platz ja irgendwie besser sein könnte, was vermutlich jeder verstehen kann, der einmal Kind war. Überall ist es besser, wo ich nicht sitze.

Besonders anstrengend war die Fahrt auch nicht, habe ich mir von meinen drei Paddlern sagen lassen, ich habe die ganze Zeit nur gesteuert, das ist ja das mit der größten Verantwortung. Und das ist auch das für die mit den kaputten Gelenken, die nicht so gut paddeln können. Man kommt jedenfalls auch mit kleinen Leute an den Paddeln gut voran und es spricht nichts dagegen, sich zwischendurch einfach etwas treiben zu lassen.

Der Ausflug war tatsächlich so dermaßen gut, ich bin ganz kurz davor “Kanuwandern” zu googeln, aber es ist heute zu heiß für alles, sogar fürs Googeln. Wobei es an der Müritz ja auf jeden Fall gehen müsste …

Und wenn man noch Zeit hat und es einem nach den ersten drei Schritten an Land schon wieder heiß geworden ist, dann kann man noch eben ins Bille-Bad (beheiztes Außenbecken, Sprungturm, Nichtschwimmerbecken, Kleinkindbereich, Saunabereich, Bistro mit Terrasse).

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Die beste Reiseliteratur waren immer Berichte über den Weg, nicht das Ziel.” Ich plädiere ja für Wanderurlaub, aber egal.

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Sven über Funklöcher an der Ostsee.

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Element of Crime hat in Kürze ein neues Album draußen, man kann einen Song bereits hier abspielen. Vertraute Gitarrenklänge, vertraute Bilder in den Texten, da könnte man sich beschweren, das ist alles so dermaßen vorhersehbar. Aber Gott sei Dank ist das so vorhersehbar, ich bin bei EoC  konservativ, erzkonservativ sogar, die sollen bitte immer genau so klingen, noch einmal und noch einmal. Es ist jedesmal gut, das ist alles richtig so, das hat so zu bleiben.

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Heathcliff! It’s me!” Ich habe damals selbstverständlich auch kein Wort verstanden, kein Mensch hat das Lied verstanden, wir kannten auch das Buch noch nicht. Nicht einmal eine Verfilmung kannten wir, wir hatten ja nichts. Das Lied war auf Partys dennoch gut und selbstverständlich. Besonders zu sehr später Stunde, man sah sich ebenso breit wie verständnisinnig tief in die Augen und wusste, man hatte den korrekten Geschmack, also genau den, den die anderen da auch hatten, besonders aber jenes Mädchen. Danach lief Meatloaf, bei dem verstand man dann immerhin auch was. Bei dem verstand man sogar so viel, dass man noch bis heute jede Silbe des Albums “Bat out of hell” mitsingen kann, das ist alles unauslöschlich eingebrannt, well I remember every little thing as if it happened only yesterday. Und dann, ganz wichtig: “And I never had a girl looking any better than you did” – immer ein ganz besonderer Effekt, denn sie hieß Judith.

Das ist natürlich heute alles fürchterlich uncool, schon klar, aber so war das eben damals, liebe Kinder. Und wenn mein Jahrgang irgendwann im Altersheim wegdämmert, legt das bitte auf und macht laut – wir singen alles mit. In welchem Zustand auch immer.

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Heavy Metal Hijabs (via Denkfabrikblog)

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Wunderbare Spezialexperten seltsamster Ausprägung rekonstruieren griechische Musik. Ganz großartig, man möchte sofort auch so einen vollkommen verschrobenen Beruf haben.

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Ich hatte neulich erwähnt, dass man bei unserem Edeka jetzt mitgebrachte Behälter mit Wurst, Käse etc. auffüllen lassen kann, was natürlich bedingt, dass man immer sein passendes Behälterchen dabei hat, woran es bei mir schon scheitern würde. Eine Erweiterung ist das Pfandsystem für Behälter, das gerade getestet wird. Aber da geht sicher noch mehr, z.B. könnte der Handel originellerweise einmal zusammenarbeiten und so etwas gemeinsam entwickeln.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Terminhinweis für Hamburger Eltern

An diesem Wochenende (17. und 18. März) läuft wieder die Ausstellung “Floating Bricks” im Hamburger Hafen beim Hamburg Cruise Center Altona. Wir waren schon im letzten Jahr da, der Veranstalter hatte in dieser Woche bei uns Bannerwerbung, dem einen oder der anderen fiel es vielleicht auf.

Am Sonntag gehen wir da auch hin, obwohl die Legobegeisterung der Söhne im letzten Jahr stark nachgelassen hat – sie werden so schnell groß und wünschen sich plötzlich Kinogutscheine und dergleichen. Für die Ordnung im Kinderzimmer ist das eine ganz erfreuliche Entwicklung, andererseits stimmt es mich doch etwas nostalgisch, wenn ich die große Legokiste zwischen ihren Betten sehe.

Bei der Ausstellung sind aber genug erwachsene Baumeister dabei, die machen da Sachen, die man in Kinderzimmern üblicherweise nicht so vorfindet. Das beeindruckt ziemlich sicher auch Kinder, die aus dem klassischen Legospielalter so langsam rauswachsen.

Alle Details zur Ausstellung hier. Was dort allerdings nicht steht – man kommt da auch sehr gut mit der Fähre hin. Ab Landungsbrücken mit der 62er Richtung Finkenwerder und dann Dockland aussteigen.

Der NDR berichtet auch.

Die Highlights in diesem Jahr:

Und hier noch einmal die Bilder aus dem letzten Jahr:

 

Werbebanner Floating Bricks

Die Herzdame und Sohn 2 waren das erste Mal in der Goblinstadt

(Der Buddenbohm zwar auch, aber der hat überhaupt nichts verstanden. Und Sohn 1 war schon x-mal da.)

Hier kommt jetzt erst einmal Sohn 2 zu Wort, und zwar mit seinem ersten komplett selbst getippten Text:

Mein erster Besuch in der Goblinstadt

Heute war ich mit meiner Familie in der Goblinstadt. Das ist eine Fäntesiewelt, da kann man Rätsel lösen. Man sucht sich einen Charakter aus. Jeder bekommt eine Ausstattung mit der er spielen kann. Wenn man einen Auftrag gelöst hat, bekommt man als Belohnung Rohstoffe. Die kann man mit anderen tauschen. Wenn man genug hat, kann man sich aufleveln. Und so immer weiterspielen. Man kann die Charaktere und die Rohstoffe auch mit nach Hause mitnehmen und ein anderes Mal weiterspielen. Die Goblinstadt hat mir sehr gut gefallen.

Boff! Ende Gelände!

Und jetzt die Herzdame:

Bei Sohn 1 gab es Zeugnisse und weil er sich so richtig angestrengt hatte, musste das gebührend mit einem Familienevent gefeiert werden. Er durfte aussuchen, also musste nun die ganze Familie mit in die Goblinstadt.

Die Goblinstadt ist eine Rollenspiel-Anlage, wo Kinder ab 7 Jahren in einer „Fäntesiewelt“ – wie Sohn 2 bereits schrieb – Aufgaben lösen müssen. Dafür gibt es dann Belohnungen in Form von Rohstoffen. Das Regelwerk der Goblinstadt umfasst 20 PDF-Seiten und ist für Erwachsene ungefähr so einleuchtend wie die Spielregeln von Pokémonkarten oder diese ganzen Apps wie „Monster Legends“ & Co. Sohn 1 war aber schon ein paar Mal dort gewesen und ist absoluter Kenner. Für alle anderen gab es am Anfang eine Spieleinführung.

Und was wäre ein Rollenspiel ohne Rollen? Sohn 2 wurde Krieger (was sonst), Sohn 1 Magier, der Gatte Heiler (auch wenn er nichts kapiert hat) und ich Schlitzohr (nun ja). Wir bekamen entsprechend der Rollen unsere Ausrüstung, die uns helfen sollte, die Aufgaben zu lösen. Sohn 2 bekam ein Schwert, um uns gegen Monster zu verteidigen, der Gatte eine Umhängetasche mit Verbandsmaterial, Sohn 1 eine Lampe, um uns in der düsteren Stadt zu leuchten und ich einen Schlüssel, um verschlossene Türen zu öffnen.

Sohn II in der Goblinstadt

Außerdem bekamen wir erst einmal einen Grundstock an Rohstoffkarten. Weitere Rohstoffe gibt es später als Belohnung für eine gelöste Aufgabe. Diese Karten benötigt man, um sich „aufzuleveln“ wie Sohn 1 uns erklärte. Mit jedem „Aufleveln“ gibt es bessere Fähigkeiten. Uff! Ich versuchte dem Ganzen zu folgen, während der Gatte schon komplett abgeschaltet hatte und nur noch Schritt für Schritt das tat, was man ihm sagte: „Gib den Verband!“, „Nimm deine Rohstoffe!“, „Halt mal die Lampe!“, „Komm jetzt mit!“.

Dann mussten wir unsere erste Aufgabe lösen. Dafür mussten wie durch die Gänge und Häuser der Stadt wandern und im Dunkeln mögliche Hinweise finden. Die Söhne rannten aufgeregt vorweg, ich hinterher, weil ich Rätsel lösen eigentlich ganz gut finde. Der Gatte blieb irgendwo in den Gängen zurück und starrte Löcher in die Dunkelheit. Nach gelöster Aufgabe, sammelten wir den Gatten wieder ein und holten unsere Belohnungen bzw. Rohstoffe ab.

Aufgabenkarten n der Goblinstadt

Danach das nächste Programmhighlight. Wir suchten uns einen freien Tisch und bereiteten unsere Rohstoffe aus. Es dauerte keine Sekunde, schon standen Tausende Ritter, Magier, Heiler und Schlitzohren um uns herum und wollten mit uns Karten tauschen. Der Kartentausch ist wichtig, damit man sich schneller „aufleveln“ kann. Und es fühlt sich so ähnlich an, wie Paninibildchen tauschen bei der Fußball-WM.

Nach erfolgreichem Tausch konnten wir uns alle „aufleveln“ und uns den neuen Auftrag abholen. Wir zogen den Gatten hinter uns her und weiter ging es, die nächsten Rätsel lösen.

Als Eltern muss man nicht mitspielen, sondern kann auch entspannt am Tisch sitzen bleiben, Automaten-Cappuccino trinken und die Rohstoffe bewachen. Am besten bringt man sich aber ein Buch und eigenen Kaffee mit, weil es zum einen keinen Empfang oder WLAN gibt und zum anderen der Pulvercappuccino unterirdisch schmeckt.

Aber sonst ist die Goblinstadt eine feine Sache. Rundum glückliche Kinder, moderate Preise, sehr nettes Personal und irgendwie waren wir am Ende viel länger da, als wir eigentlich wollten.

Spontaner Wochenend-Hinweis für Hamburger Eltern

Am 19.03. läuft noch die Ausstellung “Floatingbricks” im Hamburger Hafen. Wir haben uns die heute angesehen, die Söhne waren sehr zufrieden, ich war auch einigermaßen beeindruckt (die Titanic! Alter Schwede!). Es gab wirklich viel zu entdecken, die Söhne sehen ihre Legosteine jetzt mit neuen Augen und werden vielleicht sogar in den nächsten Wochen wieder mit etwas mehr Ausdauer bauen.

Wie der Hobby-Baumeister dort, der eine gigantische Strandszene aus St. Peter-Ording nachgebaut hat, daneben stand und wie entschuldigend sagte: “Es sollte eigentlich gar nicht so groß werden.”

Alle Details zur Ausstellung hier. Was dort nicht steht – man kann sehr gut mit der Fähre hinfahren. Ab Landungsbrücken mit der 62er Richtung Finkenwerder, Dockland aussteigen.

Fair ins Museum: Game Masters

Vermutlich wird Sohn I auch noch etwas zur Ausstellung “Game Masters” über Video- und Computerspiele im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe schreiben, ich beschränke mich daher auf eine kleine Anmerkung aus Sicht eines nicht spielenden Vaters, der sich sogar in aller Regel nicht einmal ansatzweise für Spiele interessiert, weder für solche auf Brettern, noch für solche auf Konsolen oder Tablets.

Museum für Kunst und Gewerbe - Foto: Roman Henze

(Foto freundlich zur Verfügung gestellt von Roman Henze, das ist ein Fotograf aus unserem kleinen Bahnhofsviertel)

Ich möchte diese Ausstellung aus pädagogischen Gründen nämlich ausdrücklich gerade Elternteilen empfehlen, die mir in dieser Aversion ähneln. Nicht, weil wir da etwas lernen würden, man lernt ja eher nichts, wenn man sich nicht interessiert – sondern weil es so fair gegenüber den Kindern ist, dort hinzugehen. Denn da hat man endlich einmal vertauschte Rollen im Museum! Die Kinder bleiben dauernd entzückt vor vollkommen nichtssagenden Ausstellungsstücken stehen, wollen alles ganz genau wissen, vertiefen sich, lesen alles nach, wollen gar nicht wieder gehen. Man steht ratlos daneben, guckt an die Decke, guckt auf den Boden, guckt in die Gegend. Man fragt nach zehn, fünfzehn endlosen Minuten vor nur einem Ausstellungsstück vorsichtig: “Können wir weitergehen?” Die Frage wird nicht einmal gehört, die Kinder sind so konzentriert, es muss ja alles angesehen und ausprobiert werden (und man kann übrigens alles ausprobieren, jedes Spiel – stundenlang). Man kann nicht begreifen, was an den Spielen so toll sein soll, zumal die sich alle ähneln, kennste eines, kennste alle. Man möchte weiter, man möchte an die frische Luft, man möchte was trinken, man muss mal, man meint, an der Bewegungslosigkeit nervlich Schaden zu nehmen. Den Kindern ist das egal, die Kinder machen hier in Kultur und verweisen zwischendurch kurz auf die Wichtigkeit der Ausstellung, hallo, das ist hier im Museum, Papa! Da lernt man was!

Man sieht auf die Uhr, man setzt sich irgendwo hin, nicht genau wissend, ob man da überhaupt sitzen darf oder ob es am Ende ein Ausstellungsstück ist, was man nach erster Einschätzung für einen Hocker hält. Man rollt mit den Augen, man stöhnt, man fragt noch einmal … egal. Es hört sowieso keiner zu. Man übt sich in Duldungsstarre, wie damals im Schulunterricht in der siebten Stunde. Die Kinder fachsimpeln, die Kinder probieren und beurteilen, die Kinder freuen sich sichtlich über das kulturelle Angebot. Die Kinder sagen irgendwann, man könnte doch auch öfter ins Museum gehen.

Es ist ein Gebot der Fairness, dass ich mich an diese Szenen unbedingt wieder erinnere. Und zwar dann, wenn ich mit den Söhnen wieder einmal irgendwo in einem anderen Museum verzückt vor einer Galerie alter Ölbilder stehen werde, gähnende Kinder in fortgeschrittener Duldungsstarre neben mir. Kinder, die mit den Augen rollen, die zur Decke sehen, zum Boden, die sich schließlich irgendwo hinsetzen, ganz egal, worauf. Die nicht begreifen, was an alten Bildern toll sein soll, zumal die sich auch noch alle ähneln, kennste eines, kennste alle. Und die dann nach zehn, fünfzehn Minuten leise fragen, ob wir nicht vielleicht endlich, endlich einmal weitergehen können. Und die mal müssen. Und frische Luft brauchen, weil sie sonst vielleicht nervlich Schaden nehmen. Und man möchte gerade etwas von Kultur murmeln – dann muss man sich erinnern.

Doch, ich glaube wirklich, es ist ein Akt der Erwachsenenbildung, sich diese Ausstellung anzusehen.