Terminhinweis für Hamburger Eltern

An diesem Wochenende (17. und 18. März) läuft wieder die Ausstellung “Floating Bricks” im Hamburger Hafen beim Hamburg Cruise Center Altona. Wir waren schon im letzten Jahr da, der Veranstalter hatte in dieser Woche bei uns Bannerwerbung, dem einen oder der anderen fiel es vielleicht auf.

Am Sonntag gehen wir da auch hin, obwohl die Legobegeisterung der Söhne im letzten Jahr stark nachgelassen hat – sie werden so schnell groß und wünschen sich plötzlich Kinogutscheine und dergleichen. Für die Ordnung im Kinderzimmer ist das eine ganz erfreuliche Entwicklung, andererseits stimmt es mich doch etwas nostalgisch, wenn ich die große Legokiste zwischen ihren Betten sehe.

Bei der Ausstellung sind aber genug erwachsene Baumeister dabei, die machen da Sachen, die man in Kinderzimmern üblicherweise nicht so vorfindet. Das beeindruckt ziemlich sicher auch Kinder, die aus dem klassischen Legospielalter so langsam rauswachsen.

Alle Details zur Ausstellung hier. Was dort allerdings nicht steht – man kommt da auch sehr gut mit der Fähre hin. Ab Landungsbrücken mit der 62er Richtung Finkenwerder und dann Dockland aussteigen.

Der NDR berichtet auch.

Die Highlights in diesem Jahr:

Und hier noch einmal die Bilder aus dem letzten Jahr:

 

Werbebanner Floating Bricks

Die Herzdame und Sohn 2 waren das erste Mal in der Goblinstadt

(Der Buddenbohm zwar auch, aber der hat überhaupt nichts verstanden. Und Sohn 1 war schon x-mal da.)

Hier kommt jetzt erst einmal Sohn 2 zu Wort, und zwar mit seinem ersten komplett selbst getippten Text:

Mein erster Besuch in der Goblinstadt

Heute war ich mit meiner Familie in der Goblinstadt. Das ist eine Fäntesiewelt, da kann man Rätsel lösen. Man sucht sich einen Charakter aus. Jeder bekommt eine Ausstattung mit der er spielen kann. Wenn man einen Auftrag gelöst hat, bekommt man als Belohnung Rohstoffe. Die kann man mit anderen tauschen. Wenn man genug hat, kann man sich aufleveln. Und so immer weiterspielen. Man kann die Charaktere und die Rohstoffe auch mit nach Hause mitnehmen und ein anderes Mal weiterspielen. Die Goblinstadt hat mir sehr gut gefallen.

Boff! Ende Gelände!

Und jetzt die Herzdame:

Bei Sohn 1 gab es Zeugnisse und weil er sich so richtig angestrengt hatte, musste das gebührend mit einem Familienevent gefeiert werden. Er durfte aussuchen, also musste nun die ganze Familie mit in die Goblinstadt.

Die Goblinstadt ist eine Rollenspiel-Anlage, wo Kinder ab 7 Jahren in einer „Fäntesiewelt“ – wie Sohn 2 bereits schrieb – Aufgaben lösen müssen. Dafür gibt es dann Belohnungen in Form von Rohstoffen. Das Regelwerk der Goblinstadt umfasst 20 PDF-Seiten und ist für Erwachsene ungefähr so einleuchtend wie die Spielregeln von Pokémonkarten oder diese ganzen Apps wie „Monster Legends“ & Co. Sohn 1 war aber schon ein paar Mal dort gewesen und ist absoluter Kenner. Für alle anderen gab es am Anfang eine Spieleinführung.

Und was wäre ein Rollenspiel ohne Rollen? Sohn 2 wurde Krieger (was sonst), Sohn 1 Magier, der Gatte Heiler (auch wenn er nichts kapiert hat) und ich Schlitzohr (nun ja). Wir bekamen entsprechend der Rollen unsere Ausrüstung, die uns helfen sollte, die Aufgaben zu lösen. Sohn 2 bekam ein Schwert, um uns gegen Monster zu verteidigen, der Gatte eine Umhängetasche mit Verbandsmaterial, Sohn 1 eine Lampe, um uns in der düsteren Stadt zu leuchten und ich einen Schlüssel, um verschlossene Türen zu öffnen.

Sohn II in der Goblinstadt

Außerdem bekamen wir erst einmal einen Grundstock an Rohstoffkarten. Weitere Rohstoffe gibt es später als Belohnung für eine gelöste Aufgabe. Diese Karten benötigt man, um sich „aufzuleveln“ wie Sohn 1 uns erklärte. Mit jedem „Aufleveln“ gibt es bessere Fähigkeiten. Uff! Ich versuchte dem Ganzen zu folgen, während der Gatte schon komplett abgeschaltet hatte und nur noch Schritt für Schritt das tat, was man ihm sagte: „Gib den Verband!“, „Nimm deine Rohstoffe!“, „Halt mal die Lampe!“, „Komm jetzt mit!“.

Dann mussten wir unsere erste Aufgabe lösen. Dafür mussten wie durch die Gänge und Häuser der Stadt wandern und im Dunkeln mögliche Hinweise finden. Die Söhne rannten aufgeregt vorweg, ich hinterher, weil ich Rätsel lösen eigentlich ganz gut finde. Der Gatte blieb irgendwo in den Gängen zurück und starrte Löcher in die Dunkelheit. Nach gelöster Aufgabe, sammelten wir den Gatten wieder ein und holten unsere Belohnungen bzw. Rohstoffe ab.

Aufgabenkarten n der Goblinstadt

Danach das nächste Programmhighlight. Wir suchten uns einen freien Tisch und bereiteten unsere Rohstoffe aus. Es dauerte keine Sekunde, schon standen Tausende Ritter, Magier, Heiler und Schlitzohren um uns herum und wollten mit uns Karten tauschen. Der Kartentausch ist wichtig, damit man sich schneller „aufleveln“ kann. Und es fühlt sich so ähnlich an, wie Paninibildchen tauschen bei der Fußball-WM.

Nach erfolgreichem Tausch konnten wir uns alle „aufleveln“ und uns den neuen Auftrag abholen. Wir zogen den Gatten hinter uns her und weiter ging es, die nächsten Rätsel lösen.

Als Eltern muss man nicht mitspielen, sondern kann auch entspannt am Tisch sitzen bleiben, Automaten-Cappuccino trinken und die Rohstoffe bewachen. Am besten bringt man sich aber ein Buch und eigenen Kaffee mit, weil es zum einen keinen Empfang oder WLAN gibt und zum anderen der Pulvercappuccino unterirdisch schmeckt.

Aber sonst ist die Goblinstadt eine feine Sache. Rundum glückliche Kinder, moderate Preise, sehr nettes Personal und irgendwie waren wir am Ende viel länger da, als wir eigentlich wollten.

Spontaner Wochenend-Hinweis für Hamburger Eltern

Am 19.03. läuft noch die Ausstellung “Floatingbricks” im Hamburger Hafen. Wir haben uns die heute angesehen, die Söhne waren sehr zufrieden, ich war auch einigermaßen beeindruckt (die Titanic! Alter Schwede!). Es gab wirklich viel zu entdecken, die Söhne sehen ihre Legosteine jetzt mit neuen Augen und werden vielleicht sogar in den nächsten Wochen wieder mit etwas mehr Ausdauer bauen.

Wie der Hobby-Baumeister dort, der eine gigantische Strandszene aus St. Peter-Ording nachgebaut hat, daneben stand und wie entschuldigend sagte: “Es sollte eigentlich gar nicht so groß werden.”

Alle Details zur Ausstellung hier. Was dort nicht steht – man kann sehr gut mit der Fähre hinfahren. Ab Landungsbrücken mit der 62er Richtung Finkenwerder, Dockland aussteigen.

Fair ins Museum: Game Masters

Vermutlich wird Sohn I auch noch etwas zur Ausstellung “Game Masters” über Video- und Computerspiele im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe schreiben, ich beschränke mich daher auf eine kleine Anmerkung aus Sicht eines nicht spielenden Vaters, der sich sogar in aller Regel nicht einmal ansatzweise für Spiele interessiert, weder für solche auf Brettern, noch für solche auf Konsolen oder Tablets.

Museum für Kunst und Gewerbe - Foto: Roman Henze

(Foto freundlich zur Verfügung gestellt von Roman Henze, das ist ein Fotograf aus unserem kleinen Bahnhofsviertel)

Ich möchte diese Ausstellung aus pädagogischen Gründen nämlich ausdrücklich gerade Elternteilen empfehlen, die mir in dieser Aversion ähneln. Nicht, weil wir da etwas lernen würden, man lernt ja eher nichts, wenn man sich nicht interessiert – sondern weil es so fair gegenüber den Kindern ist, dort hinzugehen. Denn da hat man endlich einmal vertauschte Rollen im Museum! Die Kinder bleiben dauernd entzückt vor vollkommen nichtssagenden Ausstellungsstücken stehen, wollen alles ganz genau wissen, vertiefen sich, lesen alles nach, wollen gar nicht wieder gehen. Man steht ratlos daneben, guckt an die Decke, guckt auf den Boden, guckt in die Gegend. Man fragt nach zehn, fünfzehn endlosen Minuten vor nur einem Ausstellungsstück vorsichtig: “Können wir weitergehen?” Die Frage wird nicht einmal gehört, die Kinder sind so konzentriert, es muss ja alles angesehen und ausprobiert werden (und man kann übrigens alles ausprobieren, jedes Spiel – stundenlang). Man kann nicht begreifen, was an den Spielen so toll sein soll, zumal die sich alle ähneln, kennste eines, kennste alle. Man möchte weiter, man möchte an die frische Luft, man möchte was trinken, man muss mal, man meint, an der Bewegungslosigkeit nervlich Schaden zu nehmen. Den Kindern ist das egal, die Kinder machen hier in Kultur und verweisen zwischendurch kurz auf die Wichtigkeit der Ausstellung, hallo, das ist hier im Museum, Papa! Da lernt man was!

Man sieht auf die Uhr, man setzt sich irgendwo hin, nicht genau wissend, ob man da überhaupt sitzen darf oder ob es am Ende ein Ausstellungsstück ist, was man nach erster Einschätzung für einen Hocker hält. Man rollt mit den Augen, man stöhnt, man fragt noch einmal … egal. Es hört sowieso keiner zu. Man übt sich in Duldungsstarre, wie damals im Schulunterricht in der siebten Stunde. Die Kinder fachsimpeln, die Kinder probieren und beurteilen, die Kinder freuen sich sichtlich über das kulturelle Angebot. Die Kinder sagen irgendwann, man könnte doch auch öfter ins Museum gehen.

Es ist ein Gebot der Fairness, dass ich mich an diese Szenen unbedingt wieder erinnere. Und zwar dann, wenn ich mit den Söhnen wieder einmal irgendwo in einem anderen Museum verzückt vor einer Galerie alter Ölbilder stehen werde, gähnende Kinder in fortgeschrittener Duldungsstarre neben mir. Kinder, die mit den Augen rollen, die zur Decke sehen, zum Boden, die sich schließlich irgendwo hinsetzen, ganz egal, worauf. Die nicht begreifen, was an alten Bildern toll sein soll, zumal die sich auch noch alle ähneln, kennste eines, kennste alle. Und die dann nach zehn, fünfzehn Minuten leise fragen, ob wir nicht vielleicht endlich, endlich einmal weitergehen können. Und die mal müssen. Und frische Luft brauchen, weil sie sonst vielleicht nervlich Schaden nehmen. Und man möchte gerade etwas von Kultur murmeln – dann muss man sich erinnern.

Doch, ich glaube wirklich, es ist ein Akt der Erwachsenenbildung, sich diese Ausstellung anzusehen.

Apfelernte im Alten Land

Apfelernte

Das ist auch schon Ritual geworden, dass wir im Herbst ins Alte Land fahren, und uns Äpfel von den Bäumen holen. In den letzten Jahren waren wir auf einem der kleineren Höfe, jetzt waren wir auf einem ganz großen, auf dem Herzapfelhof in Jork.

Apfelernte

Ein großer Hof hat den Vorteil, dass es dort auch ein Hofcafé und also auch Apfelkuchen gibt, er hat aber auch den Nachteil, dass an einem sonnigen Wochenend- und auch noch Feiertag die ganze Metropolregion Hamburg dorthin fährt. Und da auf dem Hof keine S-Bahn hält, fahren alle mit dem Auto, Idylle geht wirklich anders. Aber man verschuldet das natürlich selbst, schon klar.

Apfelernte

Auf dem Hof kann man auch Sorten finden, die einem nicht gerade im Discounter begegnen werden, das ist natürlich erfreulich.

Apfelernte

ApfelernteApfelernte

ApfelernteApfelernte

Apfelernte

Die Kinder mögen diese Ausflüge sehr, ohne Apfelernte ist es kein Herbst.

Apfelernte

Und es tritt auch wieder der seltsame und ausgesprochen lehrbuchmäßige Effekt ein, dass die Jungs plötzlich Unmengen Obst essen.

ApfelernteApfelernte

Sie nagen sich durch diverse Sorten, sie probieren links und rechts, vom Boden und von ganz oben, es ist so, wie man sich das Essverhalten der Kinder immer wünscht und sonst nie erlebt. Offen, interessiert, neugierig.

Apfelernte

Kein Kind fragt nach geschälten Äpfeln, niemand verlangt geschnittene Stückchen in Tupper, alles läuft ganz natürlich ab. An immerhin einem Tag im Jahr, da muss man auch dankbar sein, erntedankbar.

Apfelernte

Und wenn man sich komplett mit Äpfeln vollgefressen hat, dann kann man sich landlustmäßig ausruhen, das passt da alles zusammen.

Apfelernte

Die Eltern pflücken weiter, wobei man da übrigens leicht in einen gewissen Erntewahn gerät und sich am Ende fragt, was genau man eigentlich mit einer Schubkarre voller Äpfel vorhat.

Apfel

Aber egal, man kann ja nichts hängen lassen, was so gut aussieht.

Apfelernte

Und sie schmecken eben auch so, wie sie aussehen.

Apfelernte

Zwischendurch singt man pflichtgemäß die alte Hamburger Hymne vom Äpfelklauen, allerdings sind weit und breit keine Zäune, über die man ruckzuck könnte. Egal.

Apfelernte

Nächstes Jahr wieder. Eh klar.

Apfelernte