Heute ein normaler Blogeintrag, der Wanderbericht geht aber in Kürze weiter. Es sind in letzter Zeit ein paar Links angefallen, deswegen wird das heute fast aussehen wie früher der Beifang, Stammleserinnen erinnern sich.

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Es ist nach wie vor heiß, unsere Dachgeschosswohnung ist kaum auszuhalten, ach was, ist definitiv nicht auszuhalten, wir haben hier ganz im Ernst ein Metalldach über uns. Sie könnten jetzt mitleidig gucken, das wäre vollkommen angemessen. Die Herzdame hat mit den Söhnen lieber in der Laube geschlafen, die kühlt abends wenigstens etwas runter, wenn man alle Fenster öffnet, wobei dabei allerdings auch interessante Tiere in spannenden Formaten ins Haus kommen, irgendwas ist eben immer. Ich habe in einem Zelt im Garten geschlafen, es gab da noch eine Luftmatratze, die dringend getestet werden musste. Und in einem Zelt in einem Garten, da ist es doch tatsächlich von etwa vier bis sieben Uhr morgens fast etwas frisch, also immerhin so, das man sich ohne Erstickungsgefahr mal einen Moment etwas zudecken kann, was in diesen speziellen Zeiten ja schon ein Genuss erster Klasse ist. Falls Sie ein Zelt und einen Garten haben – nur zu, es lohnt sich.

Was sich auch lohnt, das haben wir heute ausführlich getestet, ist ein Besuch im Bootshaus Bergedorf, das man gut mit der S-Bahn erreichen kann, man hat ab dem Bahnhof Bergedorf nur etwa sechs Minuten Fußweg einzuplanen, kein Problem. Wir haben ein Kanu für vier gemietet und sind die Bille raufgefahren, eine Stunde hin, eine Stunde zurück. Das ist kaum anstrengend, das ist ganz erstaunlich schön, was mir überhaupt nicht bekannt war – und es ist vor allem fast komplett schattig! Da stehen überall hohe Bäume und Büsche am Ufer, man gleitet durch einen grünen Tunnel, es ist sehr wenig los, man trifft fast niemanden, also abgesehen von vielen, vielen Libellen, von denen man in einem Reiseführer schreiben würde, sie seien von erlesenem Reiz – passt schon. Ein Gefunkel! Und das, was da manchmal dunkelblaulila im Unterholz der Böschung auszumachen ist, das sind vollreife Brombeeren, die wachsen einem da quasi ins Boot. Auch nett.

Die Bille ist nur bis zu 1,40 tief, Schwimmwesten tragen die Kinder dennoch obligatorisch. Man kann sich wasserfeste Säcke mieten und die Wertsachen hineintun, das Risiko, mit dem Boot zu kentern halte ich aber für gering, selbst mit unruhigen Kindern, die sich nicht einigen können, wer wo sitzt, weil der jeweils andere Platz ja irgendwie besser sein könnte, was vermutlich jeder verstehen kann, der einmal Kind war. Überall ist es besser, wo ich nicht sitze.

Besonders anstrengend war die Fahrt auch nicht, habe ich mir von meinen drei Paddlern sagen lassen, ich habe die ganze Zeit nur gesteuert, das ist ja das mit der größten Verantwortung. Und das ist auch das für die mit den kaputten Gelenken, die nicht so gut paddeln können. Man kommt jedenfalls auch mit kleinen Leute an den Paddeln gut voran und es spricht nichts dagegen, sich zwischendurch einfach etwas treiben zu lassen.

Der Ausflug war tatsächlich so dermaßen gut, ich bin ganz kurz davor “Kanuwandern” zu googeln, aber es ist heute zu heiß für alles, sogar fürs Googeln. Wobei es an der Müritz ja auf jeden Fall gehen müsste …

Und wenn man noch Zeit hat und es einem nach den ersten drei Schritten an Land schon wieder heiß geworden ist, dann kann man noch eben ins Bille-Bad (beheiztes Außenbecken, Sprungturm, Nichtschwimmerbecken, Kleinkindbereich, Saunabereich, Bistro mit Terrasse).

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Die beste Reiseliteratur waren immer Berichte über den Weg, nicht das Ziel.” Ich plädiere ja für Wanderurlaub, aber egal.

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Sven über Funklöcher an der Ostsee.

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Element of Crime hat in Kürze ein neues Album draußen, man kann einen Song bereits hier abspielen. Vertraute Gitarrenklänge, vertraute Bilder in den Texten, da könnte man sich beschweren, das ist alles so dermaßen vorhersehbar. Aber Gott sei Dank ist das so vorhersehbar, ich bin bei EoC  konservativ, erzkonservativ sogar, die sollen bitte immer genau so klingen, noch einmal und noch einmal. Es ist jedesmal gut, das ist alles richtig so, das hat so zu bleiben.

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Heathcliff! It’s me!” Ich habe damals selbstverständlich auch kein Wort verstanden, kein Mensch hat das Lied verstanden, wir kannten auch das Buch noch nicht. Nicht einmal eine Verfilmung kannten wir, wir hatten ja nichts. Das Lied war auf Partys dennoch gut und selbstverständlich. Besonders zu sehr später Stunde, man sah sich ebenso breit wie verständnisinnig tief in die Augen und wusste, man hatte den korrekten Geschmack, also genau den, den die anderen da auch hatten, besonders aber jenes Mädchen. Danach lief Meatloaf, bei dem verstand man dann immerhin auch was. Bei dem verstand man sogar so viel, dass man noch bis heute jede Silbe des Albums “Bat out of hell” mitsingen kann, das ist alles unauslöschlich eingebrannt, well I remember every little thing as if it happened only yesterday. Und dann, ganz wichtig: “And I never had a girl looking any better than you did” – immer ein ganz besonderer Effekt, denn sie hieß Judith.

Das ist natürlich heute alles fürchterlich uncool, schon klar, aber so war das eben damals, liebe Kinder. Und wenn mein Jahrgang irgendwann im Altersheim wegdämmert, legt das bitte auf und macht laut – wir singen alles mit. In welchem Zustand auch immer.

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Heavy Metal Hijabs (via Denkfabrikblog)

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Wunderbare Spezialexperten seltsamster Ausprägung rekonstruieren griechische Musik. Ganz großartig, man möchte sofort auch so einen vollkommen verschrobenen Beruf haben.

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Ich hatte neulich erwähnt, dass man bei unserem Edeka jetzt mitgebrachte Behälter mit Wurst, Käse etc. auffüllen lassen kann, was natürlich bedingt, dass man immer sein passendes Behälterchen dabei hat, woran es bei mir schon scheitern würde. Eine Erweiterung ist das Pfandsystem für Behälter, das gerade getestet wird. Aber da geht sicher noch mehr, z.B. könnte der Handel originellerweise einmal zusammenarbeiten und so etwas gemeinsam entwickeln.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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