Die Schönwetterlücke

Und da war sie wieder, die Schönwetterlücke im Blog, pardon, ich war im Garten, auch über Nacht. Ich nehme da übrigens immer das Notebook mit hin und denke, dass ich da ja auch arbeiten könnte, bloggen könnte, schreiben könnte. Und dann habe ich leider doch wieder keine Sekunde Zeit für irgendwas mit Tasten oder Bildschirm, weil die Sachen mit den Blättern und Wurzeln gerade viel spannender sind.

Die Laube ist jetzt fertig, so sieht sie aus, also Zwischenzustand:

Außen wird noch einmal gestrichen, innen wird überhaupt noch gestrichen, aber die Söhne und ich, wir haben es schon einmal getestet – es schläft sich da oben ganz wunderbar.

Deswegen fiel also auch 12 von 12 in diesem Monat aus, und mir kommt es nicht richtig vor, dass am nächsten Tag nachzuholen, Formatspießer, der ich bin. Wenn 12 von 12, dann am 12., nicht am 13. Das haben wir schon immer so gemacht!

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Bei Sven gibt es ein Update zum Plastikfreithema.

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Und hier ein ganz wundervoller Beitrag aus Frankreich zum Thema.

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Zu der Aktion darf ich auch Johnny (aka Sohn II), acht Jahre alt, zitieren, der mir wie folgt diktiert: “Man versteht das mit dem Plastik gar nicht immer. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob die Paninibilder mit Plastik sind. Die sind doch nicht nur aus Papier? Ich möchte ja später wenigstens ein halber Selbstversorger werden, dann brauche ich weniger Plastik. Radieschen, Himbeeren, Kartoffeln, Erdbeeren, Blaubeeren, Kürbis, Apfel, Birne, Kohlrabi, Giersch, Löwenzahn, Knoblauchsrauke, Liebstöckel, Minze, Birkenwasser und junge Birkenblätter, das kann man alles aus dem eigenen Garten holen, dann ist es nicht verpackt. Aber wenn ich mal einen Film sehen möchte – das geht dann nicht ohne Plastik. Das geht überhaupt nicht.”

Sohn I grübelt währenddessen wortlos darüber nach, ob Kaugummiverpackungen mit oder ohne Plastik sind, denn ein Leben ohne Kaugummi – da scheitert die Vorstellungskraft. Die Herzdame weiß es wiederum bei Kaffeeverpackungen nicht genau und alle drei fragen sich, was denn eigentlich mit dieser Alufolie um die Schokolade ist. Wie schlimm ist die denn nun? Alu ist in der Ökobilanz sicher schlimm, aber ist es abbaubarer als Plastik? Das haben wir auch wieder nicht in der Schule gelernt. Das Thema Verpackung ist wirklich sehr, sehr kompliziert.

In den Kommentaren am Anfang der Aktion kommentierte jemand wie folgt: “Ob der Ansatz “es soll alles so bleiben wie immer, nur jetzt plastikfrei” so wirklich zielführend ist … “ – wozu ich noch sagen wollte, dass das natürlich Absicht war. Selbstverständlich könnte ich komplexe Maßnahmen ergreifen, den Alltag radikal ändern, ich könnte vermutlich auch Kooperationen mit Firmen eingehen und ausführlich Sachen testen, die bei der Unverpacktsache weiterhelfen, das würde alles gehen. Das macht aber sonst kein Mensch, und das fand ich wichtig, mich zunächst mehr oder weniger normal zu verhalten, denn der Durchschnittskonsument, der stellt seinen Alltag eben nicht noch heute tiefgreifend um. Der geht auch nicht drei Stadtteile weiter in den Unverpacktladen oder mit ausgewaschenen Tupperdosen zum Edeka, jedenfalls noch nicht – wobei ich das langfristig für vorstellbar halte. Der Durchschnittskonsument steht im Aldi vor den zwei Gurken, eine ohne Plastik, eine mit aber dafür bio, er zögert kurz, dann greift er zu. Nicht einmal eine Sekunde Bedenkzeit.

Die Erkenntnis ist natürlich klar, wenn man sich durchschnittlich verhält, hat man so gut wie gar keine Chance nennenswert Plastik zu vermeiden, schon gar nicht am Kühlregal. Man hat, um es noch einmal zu wiederholen, noch weniger Chancen, als man ohnehin schon immer denkt. Auf dem Wochenmarkt dagegen hat man ganz gute und auch vernünftig umsetzbare Aussichten, man braucht aber einen Plan, um auf dem Wochenmarkt sinnvoll einkaufen zu können, also einen Plan für mehrere Tage. Hat denn der Herr Otto Normalverbraucher heute eigentlich einen Plan? Oder ist Erika Mustermann eher der spontane Typ, worauf habe ich denn heute Appetit, oh, da sehe ich Lachs? Das weiß ich nicht, das kann ich nicht einmal raten. Der Durchschnittsverbraucher könnte rein theoretisch auch sofort seinen Konsum reduzieren, er müsste es auch, darüber schreibe ich im Wirtschaftsteil drüben bei der GLS regelmäßig. Das ist aber illusorisch, das wird so nicht eintreten, denn er will ganz sicher weiterhin billige Grillfleischpakete im Sonderangebot aus Massentierhaltung, verpackt in praktischem Plastik. Und er wird sie nur dann nicht kaufen, wenn er sie nicht bekommen kann oder wenn sie ihm zu teuer sind. Der Rest der Argumente ist egal, das muss man realistisch sehen.

Ich habe mir mittlerweile weitere Gedanken zu unserem Plan gemacht, das kommt in Kürze.

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Die Kaltmamsell erklärt, warum Carolin Emcke falsch liegt. Hierzu stelle ich fest: Die Kaltmamsell hat Recht.

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Patricia erklärt, warum Charlotte Roche falsch liegt. Hierzu stelle ich fest: Patricia hat recht.

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Hier im Blog scheitern einige Kommentierende an einer Fehlermeldung, die besagt, dass man zu schnell sei – ich habe noch nicht herausgefunden,woran das liegt, ich müsste mal eine ruhige Stunde zum Herumprobieren haben, aber das ist die falsche Woche dafür, diese Woche ist etwas voll. Sollte jemand diesen Fehler in seinem Blog auch gebastelt haben, gerne Bescheid geben, was da zu tun ist.

Na, irgendwann klärt sich auch das. Bis dahin kommentieren Sie bitte in Schrittgeschwindigkeit, mit konzentrierter Achtsamkeit und ungemein besinnlicher Ausstrahlung. Dann scheint es zu gehen. Mein Blog als Beruhigungsmittel, warum auch nicht. Meine rechte Hand ist schwer und ruhig, meine rechte Hand schreibt einen Kommentar. 

9 Kommentare

  1. Die Laube sieht toll aus! Ich hätte nur gerne mehr Fotos, was sich z.B. hinter dem Bogen verbirgt, wie groß der Schlafboden ist usw. Keine Neugier, echtes Interesse ?

  2. Oh! Merci fürs Verlinken und für das „wundervoll“ :*
    Ich schreibe auch nochmal ein Fazit, denn als ich das gestern alles so aufschrieb, war ich letzten Endes doch gar nicht so unzufrieden damit, wie ich mich hier durchwurschtele. Ich achte ja auch noch darauf, möglichst nichts in China Produziertes zu kaufen. DAS ist eine Herausforderung!

  3. Die Fehlermeldung läßt sich umgehen, wenn man die Kekschen löscht.

    Zuwarten hat bei mir nicht geholfen: Wenn einmal ausgesperrt, dann lange ausgesperrt. (Für den Test auf „Für immer ausgesperrt“ fehlt mir die Geduld, klar.)

    Vielleicht können die Kommentatoren mit diesem Arbeitedrumherum leben? Das Leben besteht ja aus vielen solcher Provisorien (das Leben ist ein Provisorium, ein sehr spektakuläres).

  4. tja, das mit dem plastik und dem aluzeug war mir schon immer ein dorn im auge, aber bei ganz vielen dingen ist es tatsächlich unmöglich, darauf zu verzichten. das fängt bei meinen grundnahrungsmitteln aka unbedingt zu nehmenden medikamenten schon an. setzt sich fort über das futter für die haustierchen, getränke, usw..

    allerdings habe ich immer eine stofftasche in der handtasche, und hier werden alle flaschen und gläser entweder retourniert an den verkäufer, oder, wenn das nicht möglich ist, eisern so lange verwendet, bis sie entweder zerbrechen oder nicht mehr aus dem kreis der beschenkten oder tauschpartner retourniert werden. deckel kann man übrigens in manchen geschäften nachkaufen, wenn die innenbeschichtung beschädigt ist, man kann aber auch ein stück plastik (hahaha) dazwischenlegen, dann hält so ein deckel viele runden im geschirspüler aus.

    plastiksäcke (auch die von wc-papier etc.) kann man gut als müllsack verwenden, plastikflaschen und metall sortiert in die entsprechenden container werfen. mein neffe hat mir eine dosenquetsche geschenkt, damit kann man ganz viel volumen sparen ohne sich die hände zu zerschneiden.

    plastikbehälter aller arten kann man meist nach einem durchgang im geschirrspüler weiterverwenden: z.b. zum aufbewahren oder einfrieren von resten oder kräutern. oder zum sortieren von knöpfen und diversem kleinzeug wie schrauben, nägel, etc. – es gibt einige markerstifte, mit denen kann man alles beschriften, manche funktionieren nur bei sehr sauberen oberflächen, aber das findet sich.

    auch kleine plastiksäckchen aus der unvermeidbar-ecke kriegen noch einen zweiten oder dritten auftritt für diverse potentiell stinkende reste für den müll: die müllmänner schätzen das, glauben sie mir. besonders bei dingen wie fleischverpackungen, katzeklo etc..

    plastikblumentöpfe und die diversen schalen von diversen beeren nimmt der pflanzen- und gemüsehändler und -züchter des vertrauens hier gerne zurück, die versuchen alles was möglich ist bio zu produzieren und auch generell an die umwelt zu denken. dann allerdings kaufen die leut‘ die kräuter nicht weil da schon eine schnecke an einem blatt vom ananas-salbei geknabbert hatte …

    man kann wohl sehr viel plastik vermeiden, das ist schon richtig, aber das vermeiden muss auch in relation zum aufwand stehen. brot und käse und erdbeeren in papiertüten in einem stoffbeutel ohne geruchstrennendes irgendwas nach hause zu tragen ist im ergebnis vernachlässigbar, der gedanke daran, dass ich mit zehn plastikdosen auf den wochenmarkt einkaufen gehe ebenso wie die idee, gläser zum einsatz zu bringen: ich kann nix mehr schleppen, der markt ist ein stück fussweg entfernt, da beginnt man ab einem gewissen alter zu rechnen.

  5. Statt einer Dosenquetsche kann man auch einfach mit stabilem Schuh die Dosen platttreten. Ich gebe allerdings zu, daß das eine der wenigen Situationen im Leben ist, bei denen Übergewicht hilfreich sein kann.

  6. Ich schließe mich Hackenporsche an. Wow, die Laube sieht ziemlich toll aus und ich freue mich über mehr Fotos (und will jetzt auch sofort nen Garten und ne Laube. Also diese da bitte.), merci!

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