Ich hänge quer im Kalender, da wir wegen der Trauerfeier für die Großmutter der Herzdame ungeplant an einem Dienstag im Heimatdorf waren, jetzt bin ich aus dem Takt, und zwar so gründlich wie lange nicht mehr. Es ist Donnerstag, ich kann das nachsehen, aber es überzeugt mich nicht, es passt nicht. Es ist eher Freitag, es müsste eher ein Urlaub folgen oder zumindest ein langes Wochenende, nicht ein zweites Halbjahr voller Arbeit bis Weihnachten. Das fühlt sich alles verkehrt an, sogar die Uhrzeit, das kommt doch alles nicht hin. Uhrenvergleich: Es ist fast zu spät für einen entspannten Spätsommer. Gut, sind wir uns einig.

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Wir sind wochenlang nicht richtig im Garten gewesen, das bringt die Urlaubszeit so mit sich. Während wir uns an der Nord- und Ostsee und auch in Berlin herumgetrieben haben, hat Isa im Garten das gemacht, wozu wir nie gekommen sind, sie hat dort geschrieben und dekorativ geruht. Dafür vielen Dank, auch fürs Blumengießen und Rasensprengen, versteht sich. Schreiben und Ruhen, das gehört fest zu unserem Plan für die nächste Gartensaison. Es wird verdammt spannend, ob wir das hinbekommen, obwohl ich natürlich von Anfang an auf den Anspruch verzichte, das auch nur halbwegs dekorativ zu tun. Aber es gibt absehbare Entwicklungen, die dummerweise gegen Ruhe sprechen, gegen das Schreiben sowieso. Sollte jedenfalls Isas nächstes Buch erscheinen, die Seiten 82 bis 90 sind bei uns im Garten geschrieben worden, wollen Sie das bei der Lektüre bitte beachten. Ich gehe kategorisch davon aus, dass die Leserinnen und Leser dieses Blogs auch die Bücher von Isa lesen, denn bitte, das ist quasi Familie, wir sind so (*der Autor vollführt Gesten mit verknoteten Fingern*). Das mit den Seiten 82 bis 90 ist jetzt zwar einigermaßen dreist herbeibehauptet, aber das ist ja egal, wir wollen einfach annehmen, dass es sich um genau diese Seiten handeln könnte, die Gartennutzung soll sich doch für alle gelohnt haben. Und der Mensch braucht nun einmal Annahmen, sonst funktioniert das Weltbild eh nicht, das kann Ihnen jeder kleine Philosoph von der Straße bestätigen.

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Die schmelzenden Gletscher von Montana. Es gibt übrigens immer noch erstaunlich wenig Reportagen zum Klimawandel, das ist anzuprangern. Hier noch etwas zum Aletschgletscher.

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Hungersteine. Via Kaltmamsell. Guter Romantitel auch! Einfach so, Hungersteine. Gleich preisverdächtig. Aber schnell recherchiert: Das gibt es schon, von 1899, geschrieben von der mir unbekannten Gertrud Franke-Schievelbein, die den Titel auch im Plural verwendete, Die Hungersteine. Sie schrieb auch “Der Unkenteich”, das macht sich natürlich sehr gut daneben. Ein weiterer Roman von ihr trägt den rätselhaften Titel “Ni”. Was mag das sein?

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Shakespeare waren andere.

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Frankreich will Plastikmüll verteuern. Siehe auch: Mallorca und der Plastikmüll.

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Schlechte Nachrichten von der Lieblingsinsel.

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Was noch? Sommermusik. Auch hitzekompatibel, einfach laut machen, das passt. Also richtig laut. Heute war übrigens, wenn ich dem Wetterbericht glauben darf, der vermutlich letzte Hitzetag. Ich danke für diese überaus erfreuliche Entwicklung, auch im Namen aller anderen Dachgeschossbewohner in diesem Land.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, Sie müssen aber gar nichts.

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