Fünf Bücher leben wieder.

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Und heute ist einer dieser Tage

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Bei der GLS Bank habe ich etwas über das Rad im Winter geschrieben und zusammengestellt.

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Ich finde die in vielen Blogs beantworteten 1.000 Fragen oft eher nicht so interessant, sei denn, die Kaltmamsell beantwortet sie mit kalter Präzision.

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Alle mit dabei. Ich bin ja nicht der einzige Mensch, der über Hamburger S-Bahnen schreibt.

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Im Vorbeigehen gehört: Eine Frau beschreibt einer anderen einen Mann mit den Worten: “Er ist mehr so der Chillo.” Man sieht ihn förmlich vor sich, wie er da irgendwo entspannt herumhängt.

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Im Hauptbahnhof kommt mir am Morgen eine schwankende Dame entgegen, die ist vermutlich nicht betrunken, die ist vermutlich nur unfassbar müde. Sie sieht nach einem Alter aus, in dem viele Menschen nicht mehr arbeiten, diese Dame aber doch noch. Sie sieht so aus, dass gewisse Boulevardzeitungen sie bei einem pressetauglichen Vorkommnis reflexmäßig als Oma beschreiben würden, in diesem Fall vermutlich als Sicherheitsoma, denn sie trägt die Uniform eines privaten Sicherheitsdienstes und kommt, das kann man sich leicht zusammenreimen, gerade von der Arbeit, von der Nachtschicht. Und sie ist so müde, dass man es auf zwanzig Meter Entfernung schon sieht, sie ist so unfassbar bleiern müde, dass man selbst diesen unendlich schweren Zustand geradezu körperlich spürt, wenn man sie ansieht. Sie ist so redlich müde, dass man ihr unbedingt ein baldiges Bett und angenehme Träume gönnen möchte. Sie gähnt und ihr gänzlich unverstecktes Gähnen auf der letzten Rille wirkt so dermaßen ansteckend, das setzt sich durch den ganzen Bahnhof fort und noch weiter in die Züge, es wirkt vielleicht immer noch quer durch Hamburg, auch jetzt noch, mehr als zwölf Stunden später. So ein Gähnen war das.

Ich hatte bis vor einiger Zeit einen Nachbarn, der arbeitete auch als Rentner bei einem Sicherheitsdienst und schob da Nachtschichten. Er hatte immer einen großen schwarzen Hund dabei, der ging mit ihm die ganze Nacht Patrouille. Der Hund hieß Kasper und war so unlustig, wie man sich berufstätige Hunde nur vorstellen kann, dieser Hund meinte alles ernst. Der Hund war dann irgendwann weg, der Nachbar ist bald darauf gestorben. Die Söhne hatten immer etwas Angst vor den beiden. Er war ein Mann, der fast nie gesprochen hat, dieser Nachbar, nie mehr als: “Komm, Kasper!”

In der S-Bahn am Morgen hustet eine ältere Dame ihre Lunge in ein Taschentuch, und zwar tut sie das in einer Intensität, dass etliche Umstehende einigermaßen verzweifelt woanders hinsehen. Das hilft allerdings nur begrenzt, denn dicht neben der älteren Dame mit dem Bröckchenhusten sitzt eine Grundschülerin, die mit entsetzlicher Gelassenheit einen Wackelzahn im Mund hin- und herklappt, sicherlich damit er sich endlich ganz löse. Mir geht es wie vielen Reisenden, wie der Hamburger Verkehrsverbund uns Menschen in den S- und U-Bahnen und Bussen hartnäckig nennt, obwohl wir nur Stadtteile wechseln und von Reisen höchstens träumen, mir geht es wie den anderen, wollte ich sagen, mir menschelt es in diesem Waggon entschieden zu viel und ich freue mich endlich doch einmal, in Hammerbrook schon wieder auszusteigen zu dürfen. Auch mal schön!

In der S-Bahn am Nachmittag, zurück von der Arbeit, sitzt mir ein Rentnerpaar gegenüber, sie sieht etwas auf dem Handy nach, liest und sagt dann zu ihrem Mann: “Also hiernach ist Labskaus jedenfalls keine Vorspeise.” An dieser Stelle grüße ich ausdrücklich alle Touristen, die sich etwas trauen und sich einlassen, und sei es nur auf Labskaus. Nur Mut!

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Musik! Holding back the years. Die Älteren erinnern sich.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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