Alles geben

“Wir lieben Passagiere am meisten, die alles geben, damit die Türen frei bleiben.” So steht es auf Plakaten in den Hamburger Bussen, ich zitiere das nur aus dem Gedächtnis, vielleicht weicht der Satz in Wahrheit minimal ab, das kann sein. Ich stelle mir vor, wie die Damen und Herren der Werbeagentur sich beim Texten scheckig gelacht haben über den Unsinn, den sie da verzapft haben. Ich stelle mir vor, wie die Zeile zuerst hieß: “Wir lieben Passagiere am meisten, die die Extrameile gehen, damit die Türen frei bleiben.” Ich stelle mir vor wie jemand, längst atemlos und knallrot im Gesicht vor Lachen, diesen Entwurf gerade eben noch wieder einkassiert hat, um dann in letzter Minute vor der Deadline noch das “alles geben” durchzusetzen und an den Kunden zu schicken, immer noch hysterisch kichernd.

Ich stelle mir vor, wie am Montagmorgen etliche Hamburger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus allen Branchen total kaputt im Büro oder in der Werkstatt oder wo auch immer ankommen, erschöpft, verschwitzt und völlig fertig mit der Welt. weil sie im Bus doch schon alles gegeben haben, damit die verdammten Türen … und auch das erklärt vielleicht ein wenig, warum wir alle so sind, wie wir sind. Stets bemüht, aber seltsam erschöpft.

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Im Vorübergehen gehört:

“Damals hat ja Icke Häßler noch für uns gespielt. “

“Ja, damals! ”

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Nach meinem Helgolandbesuch habe ich gelesen, dass ich den neuerdings ab und zu dort vorbeifliegenden Albatros ganz knapp verpasst habe, und das wäre doch schön gewesen, so einen Vogel mal im Vorbeiflug zu erleben. “Der Albatros kam am nächsten Tag”, das ist als Kurzgeschichtentitel aber auch wieder nur so mittel.

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Wenn die kommende Woche so wird wie die letzte, erscheint hier erst Ostern oder so wieder etwas. Wissense Bescheid, wir tragen alle Helm und murmeln immer wieder die unumstößliche Wahrheit: “Es ist alles nur eine Phase.”

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Sohn II wurde verschiedentlich gefragt, wie denn nun die Sache mit dem Fasten gelaufen sei – wenn wir es schaffen, schreibt er noch etwas dazu. Aber siehe letzter Absatz.

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Musik! Erdmöbel.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhanden Hut werfen. Herzlichen Dank!

4 Kommentare

  1. Hallo Herr Buddenbohm,
    ich lese ihren Blog sehr gerne und hoffe, dass die Phase schnell vorbeigeht. Ich hoffe auch, dass es nichts schlimmes ist und wünsche ihnen und der ganzen Familie viel Kraft die schwierige Zeit zu überstehen.
    Ich habe selber auch 2 Söhne (3 Jahre und fast 6) und kenne mich mit Phasen auch bestens aus.
    Ich freue mich von Ihnen zu lesen sobald sie wieder Zeit zum Schreiben finden!
    Alles Gute wünscht Rachel

  2. Um Ihnen noch ein Körnchen ins anscheinend leider knirschende Getriebe zu werfen: Diese Woche ist Sonnenschutzfolie (silbern beschichtet, glatt) bei einem Discounter im Angebot…

    Sie erinnern eventuell meine fast flehenden Vorschläge im vergangenen Jahr, die Fenster zumindest einiger Zimmer von außen zu verspiegeln, damit Ihre Wohnung nicht wieder zum Hochofen wird (ich glaube weiterhin nicht, dass das Dach der Haupttäter ist, dafür transportieren Fenster zuviel Energie in die Räume).

    Aus echter Sympathie, so von Dachgeschossler zu Dachgeschossler, und weil ich funktionierende Lösungen liebe: Bitte erwerben Sie eine Rolle von dem Zeug, und spätestens im Mai sollten Sie dann zwei Zimmer (eine Rolle reicht für zwei „normal“ große Fenster) verspiegeln, testweise, zu Ihrem und zu Ihrer Familie Bestem. Sie werden sich hinterher fragen, weshalb Ihnen diese Erleuchtung (Entleuchtung?) nicht eher kam. Es geht auch immer mit der günstigeren Rettungsfolie, keine Frage. (Die teurere glatte Folie bringe ich in Räumen an, wo man mehr auf die Optik achtet. Einen Unterschied macht es technisch und von der Wirkung nicht.)

    (Falls Sie handwerkliche Unterstützung mit Erfahrung in diesen Dingen oder Beratung wünschen, helfe ich natürlich gern. Ich mache das rein hobbymäßig und nur aus Freude an der Lösung.)

    Und nun: Ich drücke die Daumen, dass die Wogen sich bald glätten…

  3. Nicht nur, dass Ihr Blog so fein ist, Familie Buddenbohm, Sie haben auch noch nette Leser, heute
    @ carom: Ihr Angebot finde ich reizend, da freut man sich mit

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