Rückseite

Ich habe zu danken, denn ersten kamen noch einmal Blumensamen an, von denen ich jetzt nicht weiß, ob sie zu einer Sendung neulich gehörten und also enorm lange unterwegs waren oder ob sie als Einzelpack ein separates Geschenk ganz anderer Herkunft waren. Aber egal, die Blumen, die man aus diesen Samen ziehen kann, sie klingen ohnehin so, also könne man unter solche Fragen einen eleganten Schlussstrich italienischer Prägung ziehen: Verbene. Und dann ist es, so hört es sich doch eindeutig an, sowohl egal als auch gut. Vielen Dank! Verbene!

Zweitens kam ein Ding, für das ich die Fachbezeichnung gerade nicht parat habe, es handelt sich aber um so etwas, mit dem man ein Notebook auf einem Sofa besser handhaben kann. So ein Klapptischdingens also, auf dem neben der Notebookablage auch Platz zum exzessiven Herummausen ist. Wenn Sie jetzt ein ein jüngerer Mensch sind, mit Netflix-Affinität und so, dann könnten sie so ein Dingens vielleicht brauchen, weil man den Winkel zwischen Beinen und Bildschirm ganz hervorragend verstellen kann, viel besser und sinnvoller, als wenn man nur eine olle Decke auf den Beinen hätte. Wenn Sie aber schon älter sind und daher, so wie ich, allmählich entzwei gehen, besonders was die Gelenke oben herum betrifft, dann wissen sie gewiss auch diese kleine Ablage für die Maus zu schätzen, denn da freuen sich Ellenbogen und Handgelenk, und wie die sich freuen. Eine gute Sache, ich habe das jetzt getestet, da, gerade schon wieder, quasi mit jedem Wort hier teste ich das. Läuft! Ganz herzlichen Dank, das Dingens ist super.

Vorderseite

Ein Adventsfrühstück im Hause Buddenbohm, ich gehe nicht allzu sehr ins Detail. Einen gedeckten Tisch wird sich jeder vorstellen können, auch so ein dekoratives Kerzenarrangement, nur eine von vier Kerzen brennt, versteht sich. Die Familie isst, es läuft in erheblicher Lautstärke und aus gutem Grund “Deck the halls” von Nat King Cole. Es handelt sich dabei um das Lieblingsweihnachtslied eines Sohnes, damit beginnt hier also nach altem Brauch die Adventszeit. Danach läuft Erdmöbel für das andere Kind, Klingelingeling, ding dong, Jesus weint schon. Das Fairytale of New York für die Herzdame, und ich halte mich, unverstanden wie immer, an die Instrumentals von Vince Guaraldi. Oder wie die Söhne sagen: “Mach mal ein Lied weiter.” Egal.

 Die Herzdame sieht gedankenversunken aus, sie ist irgendwie nicht ganz bei der Sache, also beim Frühstück. Eine Brötchenhälfte liegt vergessen auf ihrer Handfläche, sie hat das Kauen eingestellt und guckt angestrengt aus dem Fenster, wo es nichts Besonderes zu sehen gibt. Es handelt sich aber auch mehr um einen Blick, der ganz ungeachtet der tatsächlichen Aussicht in die Ferne geht, durch die Zeiten, ins Unergründliche. Sie zählt etwas, merke ich nach einer Weile, sie murmelt etwas. Sie überschlägt vielleicht eine längere Strecke durch längst abgelegte Kalender, so etwas in der Art muss es sein. Schließlich kommt sie zu einem Ergebnis. Sie ist, so erfahren wir, alle Adressen ihres Lebens durchgegangen, alle ihre ihre WGs und Wohnsituationen. “Es ist schon komisch”, sagt sie nachdenklich, “aber seit ich damals zuhause ausgezogen bin, habe ich nur noch mit Verrückten zusammen gewohnt.”

 Und wir merken uns für das Bild heute bitte einfach nur die anderen drei Buddenbohms am Tisch, die ihr freundlich und verbindlich zulächeln und auch weiterhin gerne mit ihr wohnen wollen.

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Sie können hier Geld in den allerdings nur virtuell vorhandenen Hut werfen, ganz herzlichen Dank! Sollten Sie den konventionellen Weg bevorzugen und lieber ganz klassisch etwas überweisen wollen, das geht auch, die Daten dazu finden Sie hier. Wer mehr für Dinge ist, es gibt auch einen Wunschzettel. Merci!