Währenddessen in den Blogs, Ausgabe 20.7.2022

Die Kaltmamsell über autobiografisches Erzählen. Das mit dem Leseverbot kenne ich, weil es doch die Augen verdarb, wenn man zu lange las, und was ist Lesen, wenn man nicht zu lange liest. Lustigerweise sagt man heute den Kindern, dass zu viel Bildschirmzeit die Augen verdirbt, was vielleicht darauf hinweist, dass in jeder Generation die Lieblingsmedien der Kinder die Augen verderben, vielleicht verderben aber auch Podcasts auch schon die Ohren, das mag sein. Die Augen verderben, was für ein Ausdruck überhaupt. Im Kühlschrank die Joghurts und im Kind die Augen, sie sind verdorben.

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Das Heizen, die Hitze, das Private ist politisch, auch unsere Suche nach Schatten.

Einigermaßen dreist fand ich neulich diesen, was war er denn, CEO, Aufsichtsrat oder irgendwas, von einem deutschen Konzern, der in der Presse meinte, die Angestellten sollten im Winter doch lieber wieder Home-Office machen (was er vor Wochen vermutlich noch eher doof fand), denn dann könnte die Firma die Temperatur in den Büros absenken und Geld sparen, und die Leute könnten dann doch „zuhause normal heizen.“ Eine bemerkenswerte Formulierung, denn wenn ich normalerweise im Büro bin, heize ich normalerweise zuhause nicht eine leere Wohnung.

Man wird von diesem Thema noch hören, nehme ich an, wenn es so schlimm kommt, wie viele jetzt annehmen.

Ansonsten in Gesprächen mehrfach gehört, wie diese etwas tantenhaft anmutenden Spartipps zu Strom und Gas wiedergekäut werden, die gerade durch die Medien gehen, mit der Schlussfolgerung: Machen wir doch schon alles. Niemand in meinem Umfeld sagt: Okay, ich mache dies und das, dann spare ich mindestens 25%, super. Siehe dazu auch hier. Man beachte das Wort Pulloverpotential, wir lernen ja dazu und tunen den Wortschatz jetzt schon für den kalten, den bitterkalten Herbst und für den Winter unseres Missvergnügens, der es wohl werden wird.

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Hinter dem Gemüsestand verwirbelt ein Ventilator die Luft. Daneben ein Aufsteller für „Erbsensuppe mit Einlage“; eine Frau mir kräftigen Armen rührt in einer Gulaschkanone. Rentner schlurfen über den Platz, am Arm Einkaufsnetze mit Gemüse.“ Aufschreiben, was ist. Sehr schön ist das.

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The end is near.

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Ein Kommentar

  1. Mir fällt noch was ein zum Thema „Augen verderben“: Meine Eltern mahnten: „Iss mehr Möhren, die sind gut für die Augen!“ Zufälligerweise mochte (und mag) ich die nämlich nicht.

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