Schreibwarenmeldungen

Dienstag, der 13.6. Am Montag habe ich Vollzeit gearbeitet, also bis zur normalen Feierabendzeit und etwas darüber hinaus, wie es unter den meisten Büromenschen nach wie vor üblich ist. Das mache ich als Teilzeitangestellter sonst nie und es ist fast lustig, wie seltsam es sich für mich anfühlen kann, nach 17 Uhr noch in einem Büro zu sein. Auch diese Szenerie kurz darauf vor der Tür, dass da diese Hundertschaften gleichzeitig aus den Büros kommen und mit deutlicher Müdigkeit und vereinzelt auch Hitzeschäden im Gesicht zur S-Bahn streben, dabei ausgiebig und ungemein gehässig über die Menschen lästernd, mit denen gemeinsam sie sich gerade eben noch in aller Loyalität als teamfähig deklariert haben – wie fremd mir das alles geworden ist, ich bekomme das sonst nie mit. Anstrengend war es, das allerdings auch. Ich kann mir Achtstundentage in nur einem Beruf längst nicht mehr vorstellen, ich bin da schon zu lange raus und gründlich entwöhnt. Mehr als zwanzig Jahre schon, guck an.

Ein neues Notebook gab es im Büro, das immerhin ist erfreulich. Ich habe in all den Jahren, die ich in Büros und an Schreibtischen verbracht habe, nie die Freude an neuen Geräten und neuer Software verloren, ich finde das immer fein, wenn es bei Schreibwaren und Büroartikeln im allerweitesten Sinne und auch bei Software und Systemen irgendwie weitergeht. Von der ollen Olypmpia, auf der ich in der Oberstufe die Hausaufgaben und Referate getippt habe, und die noch tonnenschwer war, ein wahres Trumm von Metallklotz, auf das man mit Kraft und Kawumm einhämmern musste, bis heute, zu den fast federleichten Notebooks. Nur mir sinnlos vorkommende Updates werden mir allmählich lästiger, wie unlängst bereits irgendwo erwähnt, besonders dann, wenn sie nur dekorativen Zwecken dienen. Aber Sachen oder Programme, die tatsächlich etwas Neues können oder dieses zumindest überzeugend vorgeben – immer spannend. Das geht nicht allen Menschen so, viele sind selbst bei Bürotechnik ausgesprochen änderungsavers. Das spaltet auch wieder die Gesellschaft, wie die Medien reflexmäßig dazu schreiben würden, aber bei denen sind wir hier ja nicht. Oder nur ganz am Rande.

Neue Hardware allerdings, so stellt es sich heraus, kann gerade im Vergleich zu der Hardware vor ein paar Jahren nichts großartig anderes. Schade eigentlich. Na gut, die Kameraabdeckung ist jetzt eingebaut und wird nicht mehr aufgeklebt. Na ja. Slow clap.

Wo ich schon beim Thema bin, ich gehöre zu denen, die eine bedeutende Büroevolution erlebt haben, unvorstellbar eigentlich, was für ein Wandel das war. Wie krass, wie umfassend, wie grundsätzlich, wie sprunghaft teils auch – aber kein einziger der Entwicklungsschritte, von meinem ersten Arbeitsjahr 1987 bis heute, hat in der Berufswelt, die ich mitbekommen habe, unterm Strich Arbeitsplätze gekostet. Das mag in anderen Branchen anders sein, ich weiß es, aber für mein Umfeld gilt das, und ich kann es vielleicht in Bezug auf AI auch ein wenig beruhigend finden. Wir finden schon eine neue Beschäftigung, wenn eine alte Beschäftigung wegfällt, wir haben immer eine gefunden, auch nach der langen, langen Phase mit Lochen, Heften und Ablegen damals. Es kann kein Zweifel an unserer Fähigkeit bestehen, uns zu beschäftigen, wenn ich die letzten Jahrzehnte dabei für beweisfähig halten möchte.

Sind sie noch beweisfähig, oder müssen wir mittlerweile auch daran zweifeln? Da vielleicht auch mal drüber nachdenken.

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