Linkwerk zum Wochenende

Es wird diesmal etwa anders. Aber das macht nichts, das passt nämlich, muss doch ohnehin einiges anders werden. Schon weil für manche Aspekte meiner Lebensführung, um es so allgemein wie möglich auszudrücken, diese freundliche Botschaft der Straße gilt:

Ein Sticker auf einem Mülleimerrand mit der Aufschrift "Das muss ein Ende haben"

Zum einen also habe ich nicht viele Links parat, wegen allzu intensiver Bemühungen um das Sortieren von Playlists. Ich neigte zur Monothematik, was in Bezug auf Musik auch ein klein wenig wortwitzig ist, wie mir gerade auffällt.

Die Musik musste mir in dieser Woche, die insgesamt mit der Abkürzung FUBAR treffend umschrieben werden konnte, allerdings auch als Drogenersatz dienen.

Zum anderen muss ich gleich noch etwas vorwegerzählen.

Und schließlich benenne ich die Rubriken um, weil ich darauf kam, dass es für Interessierte vermutlich nennenswert sinnvoller ist, wenn ich nach Themen, nicht nach Medienarten gruppiere.

Die Hafencity bei anbrechender Dunkelheit, Vollmond über den Neubauten

Zu erzählen ist kurz, dass ich die gestern verhandelte Angelegenheit mit dem performativen Lesen schon gestern fortsetzen wollte. Und zwar mit diesem Buch dabei, in welches ich zwar öfter hineinsehe, das ich aber nach einem eher nicht literarischen Gesichtspunkt für diesen Zweck ausgewählt hatte, nämlich: Das Buch muss in die Brusttasche des Sakkos passen. Wobei da gar nicht so viele Werke aus meinem Bestand in Betracht kommen.

(Gernhardt & Rühmkorf: „In gemeinsamer Sache. Gedichte über Liebe und Tod, Natur und Kunst“)

Übrigens ein empfehlenswertes Buch für Interessierte an Reim, Dichtung und höherer Albernheit, beginnend mit den goldenen Zeilen:

„Der Künstler geht auf dünnem Eis.

Erschafft er Kunst? Baut er nur Scheiß?“

Ich setzte mich diesmal auf eine Bank in der Nähe des Rathauses. Wo mir, als ich mich zwischendurch umsah, um für Sie auch ja umfassend berichten zu können, eine Frau auffiel, die mir im Nachhinein als Täterin in Betracht zu kommen scheint. Eine ältere Dame, die einen sicherlich teuer designten, ausgesprochen kunstvoll wallenden Überwurf in einer Farbe trug, die es so eigentlich gar nicht geben kann, aber dennoch möchte ich sie als Signallila bezeichnen. Schwarz gefärbte, längere Haare, katzenhafter Blick mit seltsamer Intensität und insgesamt zweifellos eine Femme, die um eine möglichst fatale Ausstrahlung redlich bemüht war.

Eine Variante von Cruella de Vil. Und sie war es, sie wird geschossen haben.

Denn als ich wieder aufstand, tat ich es nicht mehr als Mensch mit aufrechter Haltung, sondern obenherum etwa in einem halben rechten Winkel nach vorne weggeklappt. Und dies schien sich auch spontan nicht mehr ändern zu lassen.

Wodurch ich auch feststellen konnte, dass man beim Lesen in der Öffentlichkeit meiner bisherigen Erfahrung eher nach nicht als performativ wahrgenommen wird, beim Gehen in seltsamer Haltung aber schon. Ich fühlte mich wahrgenommen, und als zwei Pfadfinderinnen interessiert guckten, wendete ich mich doch lieber ab. So alt bin ich nun auch wieder nicht, dass die mir noch am Straßenrand Hilfe anbieten oder so. Restwürde verteidigen, wo man nur kann!

Aber das alles nur am Rande, ich wollte nur eben illustrieren, dass der Satz, den ich gerade gestern einer Kollegin im Bürokontext schrieb: „Gefahren lauern überall“ auch auf Experimente im Blogkontext zutrifft. Schlimm.

Die Elbphilharmonie bei Sonnenuntergang

Blogs:

Gratulation und félicitations zum tausendsten Artikel!

Und Gratulation auch zu 26 Jahren.

Ich las etliche anschlussfähige Kommentare zur deutschen Politik in den letzten Tagen, etwa diesen hier bei Thomas Gigold.

Die Elbphilharmonie bei Sonnenuntergang

Musik:

Im Podcast „Interpretationssache“ hörte ich die Folge über „Creep“ von Radiohead. Mit der Auswahl der Cover war ich diesmal nicht ganz einverstanden, aber die Geschichte des Songs, die immer mit erzählt wird, war auch interessant. Bei den Covern aber fehlte Arlo Parks, und das geht nun gar nicht. Nun, schon klar, man kann es anders sehen, ich gebe es zu.

In der gleichen Podcastreihe auch die Folge zu „I will survive“ von Gloria Gaynor, natürlich mit der Version von Cake dabei.

Und apropos Cover-Versionen, neu herausgekommen ist eine Version des Klassikers von Hank Williams „Alone and forsaken“ von Andi Almqvist.

Die Interessierten am Internet-Running-Gag „Irgendwo bellte ein Hund“ beachten bitte besonders diese Verse:

„The darkness is falling
The sky has turned gray
A hound in the distance
Is starting to bay.”

Im Kontext von „Alone and forsaken“ habe ich außerdem einen Sinatra-Song wiedergefunden, den ich jahrelang nicht gehört hatte. Es ist aber ein schöner Song, kann man ruhig mal laufen lassen.


Literatur:

Ein kurzer Nachruf auf die Verlegerin Antje Kunstmann beim Deutschlandfunk Kultur.

Ein Zeitzeichen zu H. G. Wells und eines zu Dante Alighieri.

Blick von den Landungsbrücken über die Elbe bei Sonnenuntergang

Film:

Eine Würdigung zum 135. Geburtstag von Hans Albers beim Deutschlandfunk Kultur.

Geschichte:

Ein Zeitzeichen: „Die Akte Ötzi – Wie starb der Steinzeit-Mann?“

In der Reihe „Radiowissen“ eine Folge zu Stonehenge.

Auf wunderlichen Umwegen kam ich außerdem dazu, den Lebenslauf von Jacques de Vaucanson nachzulesen, einem Genie der Mechanik aus dem 18. Jahrhundert, der unter anderem für eine mechanische Ente berühmt war, die essen und kacken konnte.

Würde ich historische Romane schreiben, ich würde bei diesem Lebenslauf interessiert gucken und mir Notizen machen.

Welt und Umwelt:

Es gibt eine neue Katze. Also es gab sie schon etwas länger, muss man annehmen, aber uns ist sie neu.

Die Kunst der Lebensführung:

Ich hatte zwischendurch Bedarf an Unterhaltung ohne Denkanforderungen, weswegen ich etliche Beiträge auf diesem Instagramkanal sah, in dem lediglich Animationen davon zu sehen sind, wie Räume eingerichtet oder umgebaut werden. Mit einem allerdings stets beige-lastigen Ergebnis, es wird dann irgendwann langweilig. Ohnehin ein vielleicht etwas seltsames Vergnügen, aber man ist weg von der Straße, ne.

Beim SWR eine Sendung zum Spezial-Event im Süden: „Faszination Oktoberfest – Mehr als Massenrausch und Tracht“.

Ich wollte schon letzte und vorletzte Woche darauf hingewiesen haben: Bei meinem Lieblingspodcast „Ill advised“ von Bill Nigh, „A podcast for people who don’t get out much and can’t handle it when they do“ gibt es eine weitere Staffel.

Gegessen:

Diese Chinakohl-Lachs-Nudeln aus dem Blog der Kaltmamsell. Für gut befunden. Auf Wiedervorlage.

Chinakohl-Lachs-Nudeln

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