Ein Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, die so langsam doch Zweifel bekommt.

Die Söhne mit dem iPad

Für alle, die das Experiment noch einmal von Anfang an lesen möchten bitte hier entlang.

Es ist Sonntag und die Söhne schlafen tatsächlich mal bis 8 Uhr. Sie kommen kurz für ein paar Minuten zu mir ins Bett, werden aber schnell unruhig, weil das iPad ruft.

Gegen 9 Uhr fragen wir ob jemand Brötchen holen könnte und uns bei der Spülmaschine hilft. Es fällt ihnen schwer, sehr, sehr schwer. Das merkt man. Aber Sohn 2 entschließt sich dann doch Brötchen zu holen und Sohn 1 hilft uns, die Spülmaschine auszuräumen.

Sie beteiligen sich auch freiwillig am Frühstück, Sohn 2 sogar, obwohl er nicht mal Hunger hat. Ich habe nicht so genau drauf geachtet, aber ich glaube Sohn 1 hat tatsächlich was „Gesundes“ gegessen.

Danach wollen sie mal kurz vor die Tür, was erledigen. Ganze 10 Minuten schaffen sie draußen an der frischen Luft. Dann ist wieder iPad angesagt. Was sonst…

Ich erinnere Sohn 1 daran, dass er noch lernen wollte. Ja, später. Irgendwann kommt er dann tatsächlich an und möchte mit dem Gatten ein bisschen Mathe lernen. Der hat aber leider gerade was anders vor. Ein paar Spiele später finden sie dann doch noch kurz zusammen.

Um 13 Uhr ist Sohn 1 mit einem Freund fürs Kino verabredet. Die ganze Familie bringt ihn dahin und fährt dann zum Garten weiter, einmal kurz nach dem Rechten schauen. Sohn 2 hatte heute keine Lust sich anzuziehen und ist im Schlafanzug mitgekommen, bei Minusgraden. Aber wie sagt man so schön? Nur die Harten kommen in den Garten. Haha.

Wieder zurück, schaut Sohn 2 von 14 Uhr bis 19 Uhr Youtubevideos, genauer Bibis Beauty Palace und knabbert nebenbei einen ganzen Sack Möhren. Er ist so begeistert, dass ich mich zu einem Video überreden lasse. Ich schaffe ein halbes. Ich bitte darum, noch ein anderes anmachen zu dürfen, vielleicht finde ich das ja lustiger. Nach drei angefangen Videos breche ich ab. Dann doch lieber Bibi und Tina. Gegen 19 Uhr ist dann auch Sohn 1 zurück und klebt sofort neben seinem Bruder am iPad. Wie die Verabredung war, erfahre ich nicht.

Bis dahin war es ein wirklich entspannter Sonntag. Aber so richtig glücklich bin ich nicht mit dem vielen Zocken und Youtube gucken. Ich hatte gehofft, dass es den Jungs nach spätestens 3 Stunden langweilig wird. Aber Fehlanzeige, es geht immer noch mehr und noch mehr.

Ich gehe in den Keller, die Wäsche hochholen. Alleine, denn niemand hat Lust mir zu helfen. Es sind drei Wäschekörbe voll und ich habe jetzt auch keine Lust, alles allein zu schleppen. Also lasse ich die Wäsche der Söhne hängen. Zurück in der Wohnung teile ich das den Kindern mit. Sie springen sofort auf und holen ihre Wäsche. Freiwillig und ohne, dass ich gemeckert habe. Ich hatte einfach nur keine Lust.

Ich empfehle den Kindern ins Bett zu gehen, da sie die letzten beiden Nächte nicht viel geschlafen haben. Es ist mir aber verabredungsgemäß auch egal, ich gehe Tatort schauen. Nein, eigentlich ist mir das nicht egal, wenn die Kinder nicht ausgeschlafen sind, aber da muss ich jetzt wohl durch.

Es dauert dann tatsächlich nicht lange bis sie schlafen und ich glaube, Zähne geputzt haben sie am Ende auch.

Hier noch mal alle Berichte des Experiments:

Einleitung | Tag 1Tag 2 | Tag 3 | Tag 4 | Tag 5Tag 6Tag 7 | Tag 8 | Fazit

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Da die Söhne Hauptfiguren dieser Blogartikelreihe sind, mittlerweile aber schon ziemlich gut mitlesen können und eine genaue Vorstellung davon haben, was sie von sich im Netz lesen wollen und was nicht, werden diese Artikel vor Veröffentlichung mit ihnen besprochen und lektoriert. Auch wenn ich es richtig blöd finde, wenn ein guter Witz von ihnen gestrichen wird und rausfliegt.

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Um der Verdummung durch zu viel digitale Medien entgegen zu wirken – der Sponsor dieser Reihe ist die SZ Familie.