Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir hatten die Internetwährung Bitcoins schon einmal erwähnt, das ist auch so ein Thema, das ziemlich sicher nicht mehr weggeht. Es gab in den letzten Tagen etliche Artikel dazu in Wirtschaftszeitungen, aber hier gibt es in einem Blog eine angenehm kurze und sehr lesbare Erklärung zur Währung, da wirkt man beim nächsten Smalltalk doch gleich viel kompetenter.

Dass ein deutsches Arbeitsgericht einen Arbeitgeber und einen Arbeitnehmer zum Würfeln verurteilt hat, das haben alle mitbekommen? Dann ist es ja gut.

Bio & Regio, das hört man immer öfter zusammen und fast gleichlautend. Auf Utopia findet man gerade ein wenig Aufklärung zum Begriff “regional” bei Lebensmitteln und zu den Komplikationen, die sich dabei ergeben. Zur Abwechslung sind auch die Bildstrecken im Artikel interessant. Und wenn man sich bezüglich der Regionalität schlau gemacht hat, dann kann man gleich noch bei den Begriffen etwas weitermachen und über Fair Trade nachdenken, etwa hier bei Foreign Affairs, wo das Fair-Trade-Konzept allerdings scharf angegriffen wird (englischer Text). Mal sehen, ob wir dazu in Kürze einen Text mit  etwas anderer Position finden – Hinweise nehmen wir übrigens immer gerne entgegen.

Und wenn Fair-Trade vielleicht gar nicht richtig ist, was ist es denn dann? Darüber denken auch andere nach, nicht nur Sie. In dieser Linksammlung finden sich immer wieder Texte zur Frage, was denn nun richtig ist, was falsch ist und woran man das denn erkennen kann und was man daraus ableiten soll – in dieser Woche fragt sich das z.B. Isabel Bogdan, mit einem übrigens glanzvollen Schlusssatz zum Begriff des Gutmenschen. Und hier gibt es bei ihr auch gleich noch eine Fortsetzung zum Thema, und weitere Artikel zum Thema sind in Planung, wie gut informierte Quellen berichten. Also ich zum Beispiel.

Und gute Menschen, um das noch kurz anzuschließen, arbeiten womöglich künftig weniger, weil tatsächlich einiges dafür spricht, mit weniger Arbeitszeit auszukommen. Allerdings denken das schlechte Menschen vermutlich auch – irgendwas ist immer.  Bestimmt nicht weniger arbeiten übrigens die Textilarbeiterinnen in Bangladesch, auch wenn die großen Modekonzerne gerade sehr gerne ein wenig an ihrem Image drehen möchten und ziemlich viel Text zum Thema absondern.

Noch einmal kurz zurück zu den Begriffen, Kai Biermann analysiert hier das überaus niedliche Wort “Steuersünder”.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Thema, bei dem viele Menschen reflexartig und nahezu bedingungslos zustimmen möchten. Dieser provokante Disclaimer hier kann zwanglos dazu benutzt werden, die Sattelfestigkeit der eigenen Argumentationssicherheit zu prüfen.  Aber Achtung, der Link führt zu Heise und wie immer gilt dort: Nur nervlich sehr stabile Menschen mit heiterem Naturell, Gemütsbernhardiner und routinemäßig Sedierte dürfen dort einen Blick in die Kommentare werfen.

In Tallinn sind jetzt die öffentlichen Verkehrsmittel für die Einwohner der Stadt kostenlos. Das lässt doch hoffen, wer weiß, vielleicht ziehen die ersten deutschen Städte schon in hundert Jahren nach!

Gleich noch eine gute Nachricht hinterher, wenn wir schon in Jubelstimmung sind, ein Neunzehnjähriger macht etwas gegen den Müll im Meer. Unbedingt auch den eingebetteten Film ansehen. Das ist wirklich toll und macht gute Laune.

Zum Thema Frauenquote eine interessante Meldung von Daimler, wo die Alphamännchen tatsächlich auf die Barrikaden zu gehen scheinen. Die Geschichte greift einem wirklich ans Herz. Kleiner Scherz.

Und in der letzten Woche hatten wir einen Link zur Armut in Frankreich, da wollen wir nicht unfair sein und jetzt auch einmal nach Großbritannien sehen.

Ganz zum Schluss in dieser Woche einmal nicht zur Architektur, sondern zum Design und zur Windkraft. Mit einem wirklich bezaubernden Film über windgesteuerte Roboter. Das hat etwas von Science-Fiction und Phantasy, das ist seltsam und anrührend und überhaupt ganz wunderbar. In den Kommentaren steht die schöne Formulierung “inventing for the sake of inventing stuff”, das trifft es sehr schön. Und wenn Sie der Film in spielerische Stimmung bringt, dann werfen Sie doch eben noch einen Blick auf den hier verlinkten Kinderfilm, der inhaltlich wirklich faszinierend dicht an dem Film über den Erfinder der Windroboter dran ist. Und dann husch, husch, ab in den Hobbykeller und etwas zusammenschrauben. Die Welt braucht auch zweckfreie Zonen. Wer weiß, was daraus entsteht.

GLS Bank mit Sinn

 

 

Südlich von hier

Wilhelmsburg ist einer der Stadtteile in unserer Nähe, einer im Süden, ein aus vielen Gründen etwas spezieller Stadtteil. Vielen wird zuerst einfallen, dass er auf der falschen Elbseite liegt, dabei ist das gar nicht richtig, denn Wilhelmsburg liegt genau in der Elbe, auf einer Insel. Damals die Sturmflut, bekannt aus dem Fernsehen, die Geschichte mit Schmidt, das war Wilhemsburg. Wilhelmsburg ist nicht schick, Wilhelmsburg ist sozial nicht unproblematisch, aber Wilhelmsburg ist verdammt innenstadtnah und ein paar Altbauten stehen auch herum, da weiß man also gleich, was dem Stadtteil droht, da braucht es gar nicht viel Phantasie, wir haben das hier in Sankt Georg ja vorgelebt und kennen uns aus.

Ich habe heute einen Bericht in einem kleinen Hamburger Magazin gefunden, über eine Veranstaltung der Hamburger Handelskammer, in der es um die Entwicklung des Stadtteils geht. Gentrifizierung sei keine Gefahr, heißt es da, sondern eine Chance. Und dann kommt dieses grandiose Zitat zur glorreich gentrifizierten Zukunft der Elbinsel von einem Vertreter der Handelskammer, das mir schon den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Die Zusammensetzung der Bevölkerung wird höherwertiger sein, als die Segmente, die sich in der bisherigen Bevölkerungsstruktur abgebildet haben.“

Ist das nicht grandios? Ist das nicht von kaum zu begreifender Deutlichkeit und Klarheit? Muss man nicht noch dankbar sein, dass es “Segmente” und nicht “Sedimente” heißt? Und warum läuft hier schon den ganzen Tag die alte Platte von Degenhardt?

Fragen über Fragen.



 

Kurz und klein

Woanders – diesmal mit Hochzeitsbildern, Kulturpessimismus und anderem

Das ist albern, wirklich sehr albern, aber ich habe gelacht – hier ein paar Hochzeitsbilder.

Mehr Bilder, sehr erstaunliche Bilder von einem kleinen Kind und wilde Tieren. Auch die beiden Filme im Artikel lohnen sich. Via kwerfeldein.

Percanta wird kulturpessimistisch.

Das Nuf erklärt dem Nachwuchs das Internet. Und endet mit einer Frage, die ich mir auch dauernd stelle.

Ein nützlicher Text (englisch) für überforderte Eltern. Also für alle Eltern. Leugnen zwecklos.

Steffan Mesch schreibt in der Zeit über Amazon und Goodreads.

Und ich bin gerade süchtig nach der Musik von La Caravane Passe. Großer Spaß, sehr gut für die Stimmung. Geradezu frühlingshaft, sofern ich noch richtig erinnere, was das war.

Das beste Essen der letzten sieben Tage war eines der allereinfachsten Gerichte, die man überhaupt auf den Tisch bringen kann, das braucht mal wieder keinen Link zu irgendeinem Rezept. Vegetarisch, althergebracht, bio, regional, schmeckt sogar allen in der Familie, was will man mehr. Pellkartoffeln! Oder, wie jemand auf Facebook ganz richtig  kommentierte:  Glück mit vier Silben.


Den Kindern ein Vorbild

Zu den unumstößlichen Grundsätzen der Erziehung gehört die Regel, dass man sich noch so viel Mühe mit ausgefeilten Maßnahmen geben kann – am Ende richten sich die Kinder doch einfach nach dem gelebten Vorbild der Eltern. Man erzieht eben mehr durch das, was man ist, als durch das, was man tut. Und zwar viel mehr. Ganz egal, welche Bücher man gelesen, welche Kurse man besucht, welche Ratschläge man gehört hat, zwischen allem, was man bedenkt und beachtet, lebt man einfach nur so vor sich hin. Und das tut man, ob man will oder nicht, vorbildlich. Als Idol des eigenen Nachwuches, als Leitstern der nächsten Generation.

Daher muss man sich fragen, was man ist, bevor man sich fragt, was man tut. Wenn man es nicht weiß, kann man einfach die eigenen Kinder beobachten, dann lernt man als selbstkritischer Mensch vielleicht auch etwas über sich selbst. Und wenn man umgekehrt schon recht gut weiß, wie man ist, kann man diese Spiegelung ganz bewusst in den Kindern suchen, warum denn nicht.

Ich z.B., ich bin bescheiden, zurückhaltend und dezent. Ich glaube, das zeichnet mich deutlich aus, nein, ich weiß es. Und ich warte schon lange darauf, dass sich diese charakterlichen Vorzüge in den Söhnen spiegeln. Bisher vergeblich, aber das kommt gewiss noch. Es kann nicht anders sein, ich lebe es ja völlig korrekt vor, die Kinder werden in dieser Hinsicht noch ganz nach mir geraten. Ich habe zwar nicht Pädagogik studiert, aber dafür reicht meine Kenntnis dann doch lässig aus.

Noch kommt es allerdings zu seltsamen Ausfällen. Gestern Abend etwa fragte ich Sohn II an der Bettkante: „Wollen wir uns noch ein wenig unterhalten?“ Und er sagte gönnerhaft: „Ja, Papa, du kannst mich gerne irgendwas fragen. Ich bin nämlich Experte für alles.“

Es ist gänzlich unerfindlich, woher er das haben kann.

(Dieser Text erschien als Kolumne in den Lübecker Nachrichten und in der Ostsee-Zeitung)


Woanders – Der Wirtschaftsteil

Etwas Sightseeing in der Gegend von Fukushima, warum auch nicht. Dazu muss man wohl nichts mehr sagen, einfach etwas herumklicken, das reicht schon. Streetview der ganz anderen Art.

Die Klimaerwärmung lässt nach wie vor viele Menschen kalt, wir sind ja hier bisher eher nicht betroffen, wenn man einmal davon absieht, dass härtere Winter in Deutschland mutmaßlich auch eine Folge davon sind, auch wenn es für viele etwas widersinnig klingt. Aber egal, das macht ja nichts, dann sind die Winter eben winterlich. Vielleicht beunruhigt es da schon etwas mehr, dass die Klimaerwärmung ein Problem für den weltweiten Kaffeeanbau ist (englischer Text) (sorry, Link kaputt)? Es ist ja wirklich nicht so schlimm, sich einen verschneiten Morgen Ende April vorzustellen – aber einen verschneiten Morgen Ende April ohne Kaffee – das geht dann doch entschieden zu weit.

Ach, und wenn wir schon beim Kaffee sind – Kakao könnte auch knapp werden.

3D-Drucker gegen Armut, die Schlagzeile ist etwas arg plakativ, die Idee und die Möglichkeiten dahinter aber wirklich faszinierend.

Einige Interviews mit CEOS großer und sehr großer Firmen zu ihrem Tagesablauf (englischer Text). Falls Sie Spätaufsteher sind, lassen Sie besser alle Hoffnung fahren, noch großartig Karriere zu machen, denn das frühe Aufstehen ist allen Interviewpartnern gemein.  Nein, im Ernst, das ist natürlich nicht repräsentativ für erfolgreiche Menschen – aber die rigide Taktung dieser Manager ist schon faszinierend. Funktionierende Maschinen sind doch irgendwie immer faszinierend, nicht wahr.

Der Haltungsturner Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach schreibt über seinen Opa und über dessen Nachbarn Kuddel und erst dann, wenn man sich den am Ende des Textes verlinkten TED-Talk-Film ansieht, versteht man, was das mit unserer Arbeitswelt zu tun hat. Sehr viel. Text und Film dauern zusammen etwas länger, aber das sind 20 gut investierte Minuten.

In der Zeit gibt es mittlerweile schon den dritten Teil der Reihe über das Für und Wider wirtschaftlichen Wachstums. Und immer noch laden die Artikel sehr zum Mitdenken ein. Oder zum Gegenandenken, da ist für jeden etwas dabei.

Zum Schluß wie fast immer das Thema Architektur, in dieser Woche ein Hinweis auf das welthöchste Holzhaus. Vergessen Sie besser gleich die Holzhüttenoptik aus den Romanen Ihrer Jugend.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit einem alten Buch, Sandkörnern, der Micky Maus und anderem

Glumm sucht ein Wort in einem alten Buch.

Noch einmal zum Thema Buch, hier geht es um die Sinnlichkeit der gedruckten Bücher und um Sand, ein wirklich ganz naheliegender Zusammenhang, das ist Ihnen bestimmt auch gleich eingefallen.

Kopfrechnen mit Micky Maus, denn Blogs sind bunt und dienen der Weiterbildung, aber das war ja eh klar. Bei der Beweisführung im Kommentarbereich wird mir allerdings doch etwas schulbuchblümerant.

Spaß mit Spam bei der Kaltmamsell.

Hier gibt es ein Filmchen über den neuen finnischen Reisepass. Die spinnen, die Finnen, aber auf eine sehr sympathische Art.

Seltsam, surreal erscheinende Bilder aus Nordkorea. Besonders dieser Führer kann irgendwie nicht echt sein.

Wunderschöne verlassene Attraktionen und ein paar wirklich coole Inneneinrichtungen.

Eine bewegende Folge von “Anders anziehen”. Sowieso immer lesenswert, aber das weiß ja mittlerweile jeder, hoffe ich.

Das Nuf über Heimat und Abschiebungen. Besondere Empfehlung.

Die Zeit schreibt über harmonische Familien, denen es gut geht. Und sie meint nicht irgendwelche kitschigen Romanfiguren, sondern uns alle, als Durchschnittswerte. Ich finde den letzten Satz bedenkenswert, aber ich weiß noch nicht, mit welchem Ergebnis.

Das beste Essen der letzten sieben Tage war eine Suppe aus roten Linsen, Tomaten und Thai-Curry, nämlich diese hier. Wärmt gut und das braucht man ja, in dieser harten Jahreszeit. Die Mengenangabe für den Curry im Rezept kann man übrigens ruhig vervielfachen.