Montag, der 26.6. Nach einer furchtbaren Nacht, es ist erheblich zu warm in der Wohnung, man verglüht auf dem Bett, am Morgen entsprechend unerholt aufgewacht. Tropennächte, es klingt so nett wie in einem Jugendabenteuerroman, ist es im Erleben dann aber gar nicht. Im Wetterbericht prangt in der Vorschau auf die nächsten 14 Tage an jedem Tag ein Regentropfen, an manchen Tagen sind es sogar zwei, Gewitterwolken und Blitze sehe ich auch und die Temperatur soll demnächst deutlich sinken. Ich bin damit nicht unzufrieden, der Garten wird es auch nicht sein, allein mir fehlt noch der Glaube.
Ich lese widerstrebend die Wahlergebnisse in Thüringen nach, die Sache mit dem Landrat. Man kann sie, wenn man sich gerade intensiv über das Jahr 1923 informiert, nur schwer verdauen, nein, man kann sie gar nicht verdauen und es tut mir ausgesprochen leid für alle Menschen dort, die auf irgendeine Art zum Feindbild der Rechten gehören. Es werden nicht eben wenig sein, und sie werden nun noch offener angegriffen werden. Die Mechanismen sind so einfach, und es ist alles bekannt. Man kann es in Geschichtsbüchern nachlesen, in der Soziologie, in der Psychologie, in der Wahlforschung, überall. Bei Joseph Roth, bei allen Autorinnen der verbrannten Bücher, bei so dermaßen vielen, die Bibliotheken sind voll damit.
Und ich halte den Satz, den ich in Kommentaren heute öfter lese, die Politik müsse sich wieder oder mehr „an den Bedürfnissen der Menschen orientieren“ für falsch, für Unsinn, geradezu für ein Missverständnis der demokratischen Gesellschaftsordnung. Politik muss sich an dem orientieren, was richtig und machbar ist. Alles andere ist Populismus. Die Menschen haben das Bedürfnis, überall kostenlos zu parken und auch bei Rot über Kreuzungen zu fahren, um ein einfaches Beispiel zu nennen, und es können einem wirklich viele Beispiele einfallen. Die Menschen haben auch ein Bedürfnis nach Freibier, dann muss die Politik das wohl bereitstellen, was weiß ich. Meine Güte.
Ich sehe mir einen Vortrag zum Klima von Mark Benecke an (darauf gekommen via Sven auf Mastodon), danach ist die Montagslaune nicht weiter steigerbar, der Tag kann weg.
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