Love and laugh

Endlich mal eine Stellenausschreibung, die mich anspricht. Warum auch immer man da teamorientiert sein soll, warum muss man überhaupt kategorisch teamorientiert sein? Wörter, die einem auf den Geist gehen können.

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Ich habe mir zwei Bücher besorgt, einfach weil mir die Titel gefielen, dann fiel mir erst auf, dass es zwischen ihnen einen Zusammenhang geben könnte. Zum einen Ralf Konersmann: Die Unruhe der Welt. Zum anderen, und es empfiehlt sich vielleicht wirklich, das dann direkt danach zu lesen, Fredrik Sjöberg: Wozu macht man das alles? Deutsch von Paul Berf.

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Neues von der Plastikfront: Beim Edeka hängt jetzt ein Hinweisschild, dass sie da an der Frischetheke gerne auch mitgebrachte Behälter befüllen. So etwas sehe ich zum ersten Mal, das sei hier also festgehalten.

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Auf dem Fußweg in unserem kleinen Bahnhofsviertel steht eine Dame fortgeschrittenen Alters, sie raucht mit einiger Grandezza aus einer Zigarettenspitze, das sieht man heute kaum noch. Sie trägt eine übergroße Sonnenbrille, sie sieht überhaupt aus wie eine alternde Filmdiva aus den Siebzigern. Sie wirft den Kopf zurück, sieht sich um und fragt Passanten, in einem Tonfall, dem man anmerkt, wie wahnsinnig lästig es ihr ist, irgendwelche dahergelaufenen Leute ansprechen zu müssen: “Pardon, wo ist denn hier heute der Bahnhof?” Wobei sie mit der Zigarettenspitze vage in der Gegend herumwedelt. Irgendwo da muss er sein, der Hamburger Hauptbahnhof.

Es ist natürlich nicht so, dass sie ihn nicht gefunden hat, nein. Man wird ihn wieder irgendwohin verschoben haben, was wirklich ungemein enervierend ist, wer würde das nicht verstehen.

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Aus einem Supermarkt kommt mir eine junge Frau entgegen, die ein Sixpack mit großen Plastikwasserflaschen auf dem Kopf trägt. Also freihändig und einfach so, als sei das gar kein besonderes Kunststück. Selbstverständlich geht sie dabei ungemein gerade, es sieht dennoch entspannt und natürlich aus, und man fragt sich sofort, warum nicht alle ihre Einkäufe so wunderschön nach Hause tragen. Es sieht entschieden besser aus als die sonst übliche Methode, dieses schiefe Schleppen, das bei vielen Menschen wie auf orthopädischen Warntafeln anmutet. Warum machen wir das denn nicht auch auf die elegante Art? Natürlich weil uns alles sofort und immer wieder runterfallen würde – aber das ist als Antwort vielleicht doch etwas kurz gegriffen, denn man könnte ja üben. Man könnte schon Kinder üben lassen, dann würden das bald alle können, das dauert doch nur ein, zwei Generationen. Früher, als ich noch viel ferngesehen habe, da haben in Reisereportagen irgendwo aus Afrika Frauen das Wasser vom Brunnen so ins Dorf getragen, und das Kleid, das die Frau mit dem Sixpack auf dem Kopf da vor mir trägt, das passt übrigens hervorragend zu diesen vage erinnerten Bildern. Ob es in unserer Weltgegend überhaupt jemals üblich war, Gegenstände so zu tragen? Ich habe keine Ahnung, das kam in Geschichte nicht vor.

Und ob wohl in Afrika jemals jemand denkt, dass er einmal in irgendeinem Reisebericht im Fernsehen gesehen hat, wie Menschen irgendwo in Europa total malerisch vor einem Brunnen am Dorfrand standen … so ganz ohne auch nur ansatzweise das richtige Land parat zu haben, weil die Länder da oben im Norden doch eh keiner unterscheiden kann? Mazedonien, Dänemark, Portugal, irgendwas? Europa eben. Reicht doch.

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Aus der Reihe words of the prophets: In einer Bäckerei in Eppendorf steht eine Frau vor der Theke mit den Brötchen und Kuchenstücken, sie guckt akut verstimmt und geht die Reihen der Auslage wieder und wieder durch, der Blick geht von links nach rechts und von oben nach unten, sie liest Kuchen, aber es gefällt ihr alles nicht. Sie schüttelt energisch den Kopf, verzieht leicht angewidert den Mund und sagt, als sie endlich drankommt: “Das ist ja jetzt nicht so einfach!” Sie sagt es scharf und ganz so, als könne die Verkäuferin etwas dafür und müsse daher erst einmal zusammengefaltet werden. Auf dem T-Shirt dieser Kundin steht: love and laugh.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Was noch? Musik! Luftgitarren raus!

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, Sie müssen aber nicht. Aber wenn Sie wollen und auch können – nichts möge Sie aufhalten, Sie feiner Mensch.

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Like a Ninja

Ich gucke mir am frühen Morgen Landkarten an, denke über Unterkünfte nach und bespreche mit der Herzdame organisatorische Fragen, dabei wird die erste Etappe der Wanderung denkbar unspektakulär und eher kurz sein, aber es ist eben so – dieses Vorbereitungsdings macht mir Spaß. Selbstverständlich ist meine Idee völlig bekloppt und äußerst unpraktisch umzusetzen, aber egal. Nach neuestem Kenntnisstand kommen übrigens doch beide Söhne mit. Was soll’s, Planung mit Familie, l’art pour l’art, Sie kennen das. Im Kern wird es am Ende darum gehen, dass ich gehe, die Familie kann gerne in wechselnder Besetzung dabei sein.

Ich kaufe in Kürze mal eine Wanderkarte, obwohl ich die eigentlich gar nicht brauchen werde, der Weg wird leicht zu finden sein.

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Ein Mann und ein Wörterbuch.

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Der Duft nach nassem Asphalt.

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Bitte beachten Sie in diesem Text das wunderbare Wort “Impressionsmeisterschaft”.

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Weil der Mensch nun einmal etwas doof ist, kauft er immer noch mehr SUVs. Wobei man hier in unserem kleinen Bahnhofsviertel mittlerweile den Eindruck hat, dass noch mehr SUVs gar nicht in den Stadtteil passen, es ist eben doch irgendwie physikalisch begrenzt, was da geht. Was da fährt. Steht. Egal.

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Vor zwei, drei Wochen dachte ich, es wäre nett und interessant, mehr auf das zu achten, was an den Wänden steht. Die erschütternde Erkenntnis ist leider, dass da echt wenig steht. The words of the prophets are not written on the walls anymore. Aber da mir gerade gestern die Frau mit dem Text auf dem T-Shirt auffiel, achte ich jetzt eben auf diese Texte, vielleicht haben die etwas zu sagen. Immer der Spur folgen, dem weißen Kaninchen, den Hinweisen! Und wenn man erst einmal darauf achtet, dann ist es jedenfalls verblüffend, wie viele Menschen beschriftet herumlaufen. Heute im Fang:

Vor der Kirche steht ein Jogger mit grauen Haaren, ein schlanker Mann im Rentenalter. Er steht da einfach nur in entspannter Grundhaltung und guckt unbestimmt geradeaus. Er hat Sportkleidung an, neu aussehende Laufschuhe, eine kurze Sporthose, er sieht ziemlich einsatzbereit aus, aber er steht eben nur. Er läuft nicht, er schwitzt nicht, er atmet nicht heftig, er sieht auch nicht so aus, als würde er in den nächsten Sekunden losrennen. Auf seinem T-Shirt steht: Unterschätze nie einen alten Mann.

Auf einer Rolltreppe in einer S-Bahnstation kommt mir ein kleiner Junge an der Hand seiner Mutter entgegen, ich fahre nach unten, er fährt nach oben. Er kapriolt etwas herum und der allergeschickteste Rolltreppenturner ist er nicht, das sieht man gleich auf den ersten Blick. Er schwankt, er stolpert, er balanciert mit wedelnden Armen auf der Kante einer Stufe, da reißt ihn die rettende Mutterhand abrupt nach oben, so dass er eine Weile hampelnd in der Luft herumbaumelt wie eine schlecht gespielte Marionette. Auf seinem T-Shirt steht: Like a Ninja.

An einer roten Ampel steht ein junger Mann neben mir, der eine verspiegelte Sonnenbrille trägt und mich durch sie ansieht, also nehme ich jedenfalls an, man erkennt das dann ja nicht. Seine Mundwinkel weisen unerbittlich nach unten, das erkenne ich immerhin zweifelsfrei. In der Hand hält er ein Smartphone, auf dem er die ganze Zeit herumtippt ohne auch nur einmal hinzusehen. Auf seinem T-Shirt steht: I’m not a human being.

Ich überlege gerade, ich selbst besitze gar keine Kleidung mit Botschaft drauf, nur ein paar T-Shirts mit dem Aufdruck Barcamp. Die Herzdame hat immerhin ein Oberteil, auf dem Swingtanzen verboten steht, dass zieht sie ab und zu zum Swingtanzen an. Logisch.

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Ich lese weiter in Henning Sußebachs “Deutschland ab vom Wege”, und ich glaube, ich sehe da etwas anders als der Autor. Er trifft auf seiner Wandertour nämlich – wie nicht anders zu erwarten – ganz normale Leute, also Leute, die bisher in seiner Journalisten-Bubble nicht so prominent vorkamen. Und er fragt sich dann, ob sich die Medien und ihre Vertreter zu weit von diesen normalen Leuten entfernt haben. Das ist eine gängige Annahme, das liest man in letzter Zeit öfter. Der linksliberale Journalist aus der Großstadt versteht den rechtsaußen wählenden Landwirt in Brandenburg nicht, der wiederum versteht die von den Medien auch nicht und redet irgendwann empört von der bösen Lügenpresse, wie konnte es nur so kommen, die gespaltene Gesellschaft.

Ich glaube, dass es keine Entfremdung gab. Es kann auch gar keine gegeben haben, weil es doch überhaupt nie Nähe gab. Es gab kein ideales Zeitalter der Medien, in dem sich alle glücklich verstanden haben, wir wollten sein ein einig Volk von Zeitleserinnen und -lesern. Jede Lektüre eines Romans aus dem Neunzehnten Jahrhundert weist doch nach, dass es auch da schon diese Distanz gab, dass es auch da schon die Blasen gab, dass die in den Städten auch da schon abgehoben über die Provinzblätter und die Trampel vom Lande gelacht haben.

Und immer schon, seit ich Leser bin, gab es in den großen Zeitungen vereinzelt, drei- viermal im Jahr oder so, großartige Reportagen von außerhalb der Bubble, ganz nahe an den anderen Lebenswirklichkeiten. Und die gewannen dann die ganzen Preise, diese Reportagen, die wurden herumgereicht und geshared und als Buch gedruckt, die wurden immer wieder lobend erwähnt, verbunden mit dem Ausdruck “Empathie”. Da hat also mal wer den Bauern verstanden, den Schuhverkäufer, die Krankenschwester.

Aber wirklich und wie nebenbei verstehen – das können oder konnten vielleicht immer nur Lokaljournalisten, also die mit den bis heute vielverspotteten Karnickelzüchterjahreshauptsersammlungsberichten. Vielleicht ist es auch einfach deren Beruf, dieses Verständnis zu haben, während der Feuilletonist bei einem Blatt (meine Söhne würden jetzt sagen: wieso heißt das denn Blatt?) in der Millionenstadt schlichtweg einen ganz anderen Beruf hat. Könnte ja sein.

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Der Musiktipp kommt heute wieder von Sohn I, es handelt sich um ein Video, dass seine Klasse im Kunstunterricht gesehen hat. Nanu!

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, es ist ein wenig wie bei einer Jukebox. Nur kommt eben Text raus, keine Musik. Na gut, es kommt auch jeden Tag ein anderer Text, nicht immer wieder eine exakte Kopie. Na gut, es kommt auch Text, wenn Sie gar nichts einwerfen. Na gut, es ist wohl nicht wie bei einer Jukebox. War ein Versuch.

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Strom & Stil

Die Woche beginnt mit einer Reizstrombehandlung beim Orthopäden, unter uns seniorigen Bloggerinnen muss so eine Erwähnung der Randumstände auch mal erlaubt sein, wir erleben ja sonst nichts mehr. Eine Behandlung, die jedenfalls ganz lustig war, da ein Arm dabei wildes Muskelzucken bekam und ich unwillkürlich winkend da saß, wie in einem Sketch von Zucker, Abrahams & Zucker, die Älteren erinnern sich. Laut lachend in der Kabine gesessen und mir passende Drehbuchstellen dazu ausgedacht, mit Ideen reich beschenkt gegangen, jederzeit gerne wieder. Dabei schreibe ich gar keine Drehbücher, fällt mir gerade ein. Egal.

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Ein Artikel über die Schlabberigkeit der Mode. Ich bin da gerade meinungslos. Aber ich kenne ziemlich wenig Menschen, denen ich einen deutlich erkennbaren Modestil nachsagen könnte, sicher sind es im Laufe der letzten Jahre auch eher weniger als mehr geworden. Und von denen, die ich kenne, gelten einige genau wegen ihres Stils als mindestens leicht irre. Der Rest trägt, was in den üblichen Läden eben so hängt. Irgendwie geschmacklos – aber irgendwie auch recht demokratisch. Hm. Schlimmer als modische Verheerungen erscheint mir allerdings oft der Einfluss der Jahreszeiten, denn der gewöhnliche Nordeuropäer beiderlei Geschlechts, er sieht einfach nur in Herbstmode gut aus. Kategorisch.

Wobei mich die Stilfrage daran erinnert, dass ich vor vielen, vielen Jahren oft einen seltsamen Typen auf der Straße getroffen habe (Achtung, habe ich schon einmal erzählt, Stammleserinnen springen bitte weiter zum nächsten Absatz), der so schrecklich und unvorstellbar abwegig angezogen war, dass er mir schon leid tat. So ein Typ, durch dessen Anblick einem klar wird, dass man selbst noch halbwegs richtig tickt, der in diesem Sinne also immerhin auch nützlich war, man braucht doch ab und zu den sozialen Abgleich. Viel später habe ich erst gemerkt – das war Wigald Boning, und der war damals nicht ganz erfolglos mit seinem Stil. Man braucht ein paar solcher Begegnungen, um von jeglicher Arroganz geheilt zu werden.

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Am Nachmittag Smilla Dankert getroffen und mich mit ihr über Bilder und Blogs unterhalten. Darüber muss ich noch ein wenig nachdenken, denn zwischendurch kam mir kurz der Gedanke, dass wir uns vielleicht viel zu wenig austauschen, also wir, die wir mehr oder weniger im Internet arbeiten und leben, die wir mehr oder weniger freiberuflich arbeiten und mehr oder weniger kreativ sind. Es könnte sinnvoll sein, das öfter zu tun, auch metierübergreifend, ich habe da womöglich selbst Bedarf. Umwerfende Erkenntnis, ich weiß, aber ich brauche manchmal eben länger.

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Auf der Straße eine junge Frau gesehen, auf deren T-Shirt in Brusthöhe “Sexy but psycho” stand, im Grunde total praktisch, da weiß man doch Bescheid. Kommt aber zu spät, so etwas hätten die Damen vor 30 Jahren tragen sollen. Obwohl. Nein, hätte auch nichts genützt, wenn ich so drüber nachdenke. Die Frau stand jedenfalls neben einem Auto, es wird ein Zufall gewesen sei, dass es gerade dieses Auto war, auf dessen Heckscheibe ein Aufkleber verkündete: “Never fuck a fucker”. Und sehen Sie, da haben wir es wieder. Wenn das ein kurzer Kameraschwenk in einem Film wäre, so von T-Shirt-Text zu Auto-Text, alle würden laut stöhnen. Aber in der Wirklichkeit muss man jeden Quatsch einfach so hinnehmen. Schlimm.

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Ich habe mehrfach zu danken, nämlich erstens dafür, dass Menschen die gestrige Wanderankündigung sofort finanziell unterstützt haben, wirklich grandios. Wenn das so weitergeht – es werden hier noch Sachen möglich, die ich früher immer gleich wieder verworfen habe, kaum dass mir überhaupt die Idee kam. Sehr, sehr interessant!

Zweitens danke ich für die freundliche Zusendung von zwei Büchern und einer Säge, einer Japansäge genau genommen, die schwer nach Ninjazubehör aussieht und sehr gut sein soll. Alles ganz großartig.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, sie Gutmensch vom Dienst. Ja, hier dürfen Sie es noch sein!

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EIL: Neuer Blogeintrag

Die Kaltmamsell fragte nach dem Begriff “scheckheftgepflegt” im letzten Beitrag und traf damit gleich einen wunden Punkt bei mir, diesen Begriff konnte ich nämlich bisher auch nie korrekt ableiten. Das Scheckheft, die Erklärung ist leider banal und hat mt Schecks gar nichts zu tun, ist gleichbedeutend mit dem Wartungsheft, da sind also nur die erforderlichen Stempel drin. Diese Wartungen müssen nicht einmal teuer gewesen sein. Im Grunde meint “scheckheftgepflegt” also einfach nur “streberhaft gepflegt”, nicht “ungeachtet aller Kosten gepflegt”, wie ich immer dachte. Schade eigentlich. Ich könnte dieses Blog, das brav stets mit der neuesten WordPress-Version und jederzeit aktualisierten Plug-Ins läuft, jetzt immerhin als scheckheftgepflegt bezeichnen. Toll!

Ein reichlich wohlhabender Mann, den ich einst kannte, der hieß mit Nachnamen Scheck, ganz im Ernst. Das wäre für einen Roman wieder viel zu klischeehaft, das wäre allzu flach ausgedacht, plumpe Holzhammersymbolik, meine Güte, wie in Entenhausen. Und doch – der hieß einfach so und hatte Geld wie Heu. An den denke ich oft, wenn ich Figuren benamse. Was allerdings nicht mehr so oft vorkommt.

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Einem Kommentar unter dem letzten Beitrag entnehme ich, dass ich auf der Straße erkannt wurde, das kommt auch bei D-, E- F- oder G-Prominenz ab und zu vor, unter welche Kategorie ich da auch immer fallen mag, es geht ja immerhin bis Z. Und zwar bin ich erkannt worden als “der mit dem wallenden Haar und dem Frosch auf dem Arm”. Dazu stelle ich fest: Wenn ich schon auf der Straße erkannt werde, dann bitte genau so.

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Wie schräg es ist, der Nachricht vom Tod eines halbwegs angemessen betagten Menschen ein EIL vorwegzusetzen, wie es jetzt gerade wieder alle getan haben. Nichts daran eilt, der Mensch bleibt, soweit es uns bekannt ist, eine ganze Weile tot. Man muss auch als Empfänger der Nachricht nichts stehen- oder liegenlassen, es gibt keine dringende Handlung, die sich aus der Meldung ableitet, nicht einmal ansatzweise, vermutlich für überhaupt niemanden, sogar das Schreiben von Nachrufen könnte man entspannt angehen. Und wenn man betroffen sein möchte, dann eilt auch das nicht, es ist ja eine geradezu abartige Vorstellung, möglichst schnell betroffen sein zu müssen. Nichts eilt, wenn ältere Menschen sterben und ich würde es mir für mich verbitten, auch noch im Tod mit dem Begriff Eile verbunden zu werden.

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Eine Kurzgeschichte von William Trevor gelesen. Ich glaube, der ist mir bisher komplett entgangen. Im Urlaub gleich mal Bildungslücken schließen!

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Im Garten sind Buschbohnen reif, Tomaten und Karotten, Mangold, Salat und Frühlingszwiebeln, die Stachelbeeren legen überraschend auch noch nach. Alles in kleinen Mengen, aber alles auch sehr gut. Süße Karotten, viel süßer als die im Handel. Die rote Melde ist mittlerweile größer als ich, blüht und ist damit nicht mehr genießbar, aber mir ist sie als Deko-Pflanze genauso willkommen wie als Gemüse. Im nächsten Jahr viel mehr davon.

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Die von Sohn II gewünschte Wanderung (ich berichtete) nimmt allmählich Projektcharakter an. Ich kombiniere seinen aktuellen und einigermaßen vehementen Wunsch kurzerhand mit einem lange – ganz, ganz lange – gehegten und immer wieder aufgeschobenen Wunsch von mir und entferne nebenbei noch den unseligen und nach Orthopäde klingenden Begriff “Zelt” aus dem Konstrukt, trickse etwas altersgemäß herum (also bezogen auf mich) et voilà – es nimmt wirklich Gestalt an. Auf Eiderstedt machen wir in Kürze eine Testwanderung um uns warmzuspielen, und dann legen wir los, aber weiter östlich, denn das Kind möchte dort wandern, wo es noch nicht war, um etwas von der Welt zu sehen. Eventuell zweigen wir ein paar Euro aus dem Hut hier unten für die Wanderungen und Übernachtungen ab, aber das müsste ja passen, denn die Wandertage werden in jedem Fall für Content sorgen, selbst dann, wenn wir grandios scheitern. Wie Sohn II sagt: “Wir können den ganzen Tag reden und nachdenken!” Sohn I überlegt noch, ob er mitkommt. So richtig chillig klingt Wandern ja nicht.

 

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Heute nur eine Gitarre für alle, wir müssen sparen.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, sie setzen Sohn II und mich diesmal damit quasi in Bewegung.

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Die kommt noch

Ein Leserbrief an die Zeit. Einer von vielen, hoffe ich.

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Beim morgendlichen Brötchenholen steht eine Frau vor mir in der Schlange. Wenn man ihre Kleidung als Zeichen für den Geisteszustand nimmt, hat sie ganz offensichtlich nicht alle Latten am Zaun. Sie bestellt aber ganz normal, sie hat sich also soweit im Griff, das freut mich für sie. Es ist ja immer schön, wenn ein selbständiges Leben noch möglich ist. Auf der Straße vor der Bäckerei laufen dann allerdings noch mehr Menschen herum, die seltsam gut zu der Frau vor mir passen, da kombiniere ich die Indizien blitzschnell und mit gewohnt hellwachem Verstand, Sherlock Holmes nichts dagegen: Es ist wieder Schlagermove in Hamburg. Mit anderen Worten, es bleiben mir also nur noch etwa drei Stunden, bis mir überall Besoffene vor die Füße torkeln und dabei lauthals Lieder aus der Vergangenheit singen.

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Ich: “Die Platanen sehen jetzt ohne Rinde so seltsam nackig aus – als wären sie gerade aus den Klamotten gesprungen.”

Die Herzdame: “Das sagst du nur, weil du das bloggen willst. Das hältst du wieder für einen tollen Satz, da machste nachher nen Text draus. Oder?”

Ich: “Wir kennen uns irgendwie schon zu lange, Schatz.”

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Am Ufer der Billerhuder Insel liegen Motorboote, ziemlich viele sogar, denn da gibt es einige Clubs für die Liebhaber solcher Schiffchen. Einige der Boote sind fast yachtartig groß, andere sind winzig, Nussschalen mit Motörchen. Einige sind verfallen und sehen aus, als würden sie in Kürze sinken, ohne dass sie jemals jemand vermissen wird, andere sind  scheckheftgepflegt und alles an ihnen glänzt und blitzt, ist frisch gestrichen und geputzt.

Eines der ganz kleinen Boote liegt am Rand eines Anlegers herum, es sieht ein wenig so aus, als hätten die größeren Exemplare es weggeschubst, mach mal Platz da, Kleines. Vorne am Bug, also da, wo bei Schiffen normalerweise der Name steht, da steht in schwarzen Buchstaben: “Kommt noch”. In einer vorgelesenen Geschichte könnte man mit diesem Namen die Grammatik ruinieren: “Die Kommt noch schaukelte sanft auf den Wellen der Bille.”

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Wir waren essen, am Nachbartisch saßen Autohändler, alles junge Männer natürlich, weil Klischees eben immer hinkommen. Fast immer. Vielleicht kannten sie sich alle von der Berufsschule. Die arbeiteten für verschiedene Automarken und unterhielten sich natürlich sich über ihre Jobs. Begriffe, die in ihrem Gespräch nicht vorkamen: Verkehrswende, E-Auto, Dieselkandal, Fahrverbote, Verbrauchswerte, Mobilitätskonzepte.

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Falls jemand Accounts kennt, die besonders gelungene, besonders schöne oder sonstwie auffällige Instagram-Stories posten, ich bin gerade für Hinweise dankbar. Es darf gerne um Food, Deko, Garten, Kultur gehen. Ich finde es ja manchmal seltsam entspannend, mich im Social-Media-Bereich mit bisher ignorierten Möglichkeiten zu beschäftigen, deswegen habe ich nur aus Spaß gerade etwas mit diesen Stories herumgespielt und war überrascht, dass man da reichlich Rückmeldung bekommt. Ungewöhnlich viele Rückmeldungen sogar. Nanu! Aber okay, als Sommerspielzeug ist das vielleicht wirklich ganz nett.

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Wir haben die Söhne heute vom Bahnhof abgeholt, nachdem sie eine Woche ohne uns an der Nordsee im Zeltlager waren. Sie haben uns vermisst, sagen sie, die heimische Toilette aber noch mehr.

Nun ja. Wer würde sich nicht über einen guten zweiten Platz freuen.

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Was noch? Melancholie!

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Sie können hier Geld in den nur virtuell vorhandenen Hut werfen, Sie müssen aber überhaupt nichts. Toller Deal, ne.

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