Stets bemüht

Im Keller.

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Das Füchslein.

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Fragwürdige Verflechtungen. Lobbyismus, ne. Das Grauen.

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Zu dem Kinderworkshop auf dem Europacamp gibt es hier einen Radiobeitrag vom Deutschlandradio, darin auch gegen Ende ein Satz von Jojo zur Rolle der Medien.

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Apropos Medien, die Nachrichten sind voll von seltsam grauenvollen Begriffen, und es sind nicht nur die normalen und bekannten Gruselausdrücke, es sind gerade auch eher neu dabei. Schlecker-Kinder musste ich da etwa mehrmals lesen, Schlecker-Kinder, Schlecker-Kinder, ein Wortpaarung des Grauens. Es klingt nicht nach Erwachsenen und es klingt nicht nach einem Nachnamen, es ist einfach nur schrecklich. Und wo wir schon bei Grauen sind, auch die “FDP-Paarung” kam in der letzten Woche gleich auf mehreren Seite vor, man weiß gar nicht, was schlimmer ist und möchte es sofort und dringend alles wieder ungelesen machen – aber den Knopf gibt es leider nicht.

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Am Morgen kommt der Herzdame und mir auf dem Fußweg ein SUV entgegen. Der Fahrer fand den Stadtverkehr vor unserer Haustür wohl unerträglich langsam und hat sich spontan an “off road” erinnert. Manche Verhaltensweisen im Verkehr muss man hier mittlerweile recht eindeutig als Kampfhandlung bezeichnen. Siehe dazu auch: “Die Deutschen müssen das Auto loswerden.”

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Zu den guten Nachrichten: Bei unserem Edeka wird das Zeug an der Frischetheke jetzt nur noch in Papier verpackt, ohne drei Lagen Plastik drumherum und dazwischen. Das scheint auf einmal zu gehen. Und auf dem Europacamp gab es die Limo für Jojo im Lokal mit Pappstrohhalm, das Wort muss für Ausländer auch seltsam aussehen, fällt mir gerade auf. Der Pappstrohhalm taugte allerdings als Ersatzprodukt nichts, der hat sich viel zu schnell aufgelöst. Aber eigentlich braucht der Sohn für eine Limo auch keinen Strohhalm.

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Am Abend habe ich mich wieder mit den Niederungen der Lokalpolitik befasst. Wenn man sonst schon alles für kompliziert hält, ist die Lokalpolitik ein gutes Gegengewicht, die ist nämlich irrwitzig kompliziert. Und mein Durchblick lässt weiterhin erheblich zu wünschen übrig, wenn ich mir da mal ein Zeugnis ausstellen soll. Herr Buddenbohm war stets bemüht.

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Musik! Andrew Bird.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Jojo auf dem Europacamp (Werbung)

(Ein Text von Jojo, auch bekannt als Sohn I, elf Jahre alt. Vorweg ein wichtiges Zitat aus seinem Text im letzten Jahr: “Das hier ist keine richtige Werbung, aber wir bekommen ein Honorar für unsere Zusammenarbeit mit den Veranstaltern, denn die haben ja auch hier im Blog geworben.” )

Ich war mit einem Freund auch in diesem Jahr auf dem Europacamp (darüber hatte ich letztes Jahr auch geschrieben). Es war wieder sehr toll. Dieses Mal habe ich aber nicht am Workshop für Kinder teilgenommen (das Thema war nämlich das gleiche, also die Einführung der Lebensmittelampel, das war nicht so toll), dafür haben wir die Kinder, die dieses Mal teilgenommen haben, interviewt. Die anderen Kinder haben wieder Minster/in der EU-Länder gespielt, mein Freund und ich waren diesmal die Presse. Er musste zwar zwischendurch gehen, weil er zum Sport musste, aber es war trotzdem gut, dass er da war.

Wir haben eine Kamera und ein Mikro bekommen. Zuerst haben wir uns eine Anmoderation ausgedacht und  aufgenommen. Wir haben uns während des Workshops dann einzelne Minister/innen herausgepickt und befragt. Die Fragen dafür habe ich mit meinem Vater schon vorher überlegt und auf Karten notiert. Im Großen und Ganzen sind die Interviews auch gut gelaufen, 99% der Kinder fanden die Veranstaltung toll. Alle haben etwas dabei über Europa und Abstimmungen im Parlament gelernt, haben sie gesagt. Die Interviews wurden im Anschluss dort auch gezeigt (wir dürfen die Interviews aber nicht hier im Blog zeigen, weil wir die Einverständniserklärung nicht von allen Eltern haben.) Die Betreuer, die den Workshop veranstaltet haben, waren sehr nett und kinderfreundlich.

Es hat sich cool angefühlt, da mit Kamera und Mikro herumzulaufen, das würde ich gerne wieder so machen. Ich konnte mit der Kamera ganz gut  umgehen, weil ich auch in der Schule einen Filmkurs habe, in dem wir jede Woche so etwas in der Art machen. Ich finde aber meine Stimme auf Tonaufnahmen immer sauschrecklich.

Der WDR und das Deutschlandradio waren ebenfalls da und haben mich und andere Kinder interviewt, das kommt vielleicht im Europamagazin und bei Kakadu.

Das Europacamp findet wahrscheinlich auch im nächsten Jahr statt, ich empfehle das Kinderprogramm. Mein Freund fand es auch sehr gut und würde noch einmal hingehen.

Bemerknisse auf dem Europacamp (2)

Ich habe einen Vortrag von Aral Balkan gehört, es ging da um Überwachungskapitalismus, also um die Art, in der Konzerne mit unseren Daten umgehen, was daraus werden kann und was daraus bereits geworden ist.

Das war eine recht verheerende Dystopie, was da geschildert wurde, und allzu übertrieben oder polemisch überzogen kam es mir nicht vor, wobei ich das sicher nicht sachkundig beurteilen kann. Getreu meiner Nachschlagregel habe ich über den Herrn hinterher online gelesen – ich kannte ihn vorher nicht – und einen Artikel von 2016 von ihm in der Zeit gefunden (hier), der ist inhaltlich nach wie vor die Grundlage seiner Vorträge, scheint mir, es ist alles in den letzten Jahren nur schlimmer geworden, wen wundert es. So weit, so trostlos. Es ging aber auch um Alternativen zu großen Konzernen, wenn es um die Daten auf unseren Geräten geht, erwähnt wurde da etwa die Seite Switching Social, die kannte ich auch nicht. Da werden Möglichkeiten gelistet, online Dienste zu nutzen, die vielleicht etwas sympathischer sind, ethischer, wie es dort heißt, also moralisch vertretbaren Überlegungen folgend, was man natürlich im weiteren Sinne verstehen muss, denn da wird es so leicht keine Einigkeit geben. Wenn man auch diesen Diensten online hinterhersucht, findet man zu jedem mehrere Meinungen und wüste Lagerkämpfe und Kritik, versteht sich.

Interessanterweise kannte ich aber einige der Alternativen gar nicht, deswegen schreibe ich das überhaupt, denn Ihnen geht es ja vielleicht auch so. Man kann sich diese anderen Möglichkeiten ja immerhin mal ansehen. Und dann kann man dort an der Usability scheitern oder daran, dass dort noch keiner ist von den Freunden, die man drüben bei den großen Konzernen aber doch hat und so weiter und so weiter, die Gründe sind sicher zahlreich, aber wie gesagt, gucken kann man ja mal. Wie man sich überhaupt immer wieder fragen kann, wo man gerade die richtige Wahl trifft, denn ich finde ja, wer sich das fragt, der tut schon viel. Ganz unabhängig vom Ergebnis.

Davon abgesehen kann Aral Balkan sehr schnell, frei, fokussiert und inhaltsreich sprechen, so etwas finde ich immer wieder bewundernswert, weil es nicht allzu viele Menschen können. Der Durchschnittstyp an sich ist ja doch eher ein lahmer Folienvorleser. Und man merkt oft erst an den Ausnahmen, wie lahm man geistig selbst ist.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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Bemerknisse auf dem Europacamp (1)

Um ganz vorne anzufangen, also wirklich noch vor dem Anfang, fiel mir bereits im Programm-Flyer zur Veranstaltung etwas auf, es ist nur ein Umstand ganz am Rande, eine Winzigkeit, aber wie schon tausendmal festgestellt – es sind die Kleinigkeiten. Unter Anreise stand da also, und das habe ich noch nie so gesehen, unter Bus/Bahn und dem üblichen Zeug auch als ganz normale Rubrik: StadtRad. Mit Verweis auf die nächste Station. Das ist in der Tat eine Petitesse, schon klar, aber irgendwo fängt der Wandel eben an.

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Dann habe ich wieder gemerkt, dass ich aufgrund meiner Schreibart Probleme mit solchen Veranstaltungen habe, besonders dann, wenn ich sie gut finde. Es gibt Menschen, die gehen da hin, hören sich etwas an, schreiben etwas mit, gehen nach Hause und verfassen eine feine Zusammenfassung. Schulaufsatz nichts dagegen, womit ich das jetzt nicht herabsetzen will, ich habe das nämlich schon in der Schule nicht gekonnt. Ich gehe dahin, sehe beim Reinkommen einen interessanten Typen, höre im Weitergehen einen seltsamen Satz und habe genug für zwei Blogeinträge. Also auf meine Art, nicht dass das zwingenderweise gut wäre. Aber ich könnte dann auch wieder gehen. Und spätestens nach zwei Stunden platzt mir der Kopf und ich bin ob der Fülle komplett ratlos, was ich überhaupt schreiben könnte.

Das geht mir übrigens auch auf Reisen so, nein, da ist es noch schlimmer, weswegen es mir nie gelingt, Ausflüge oder Urlaube komplett wiederzugeben und jedes Mal ein erheblicher Anteil der Notizen ungenutzt veraltet, wie sehr ich mich auch bemühe.

Ich habe mir gestern zwei Vorträge angehört, einer inhaltsreicher und interessanter als der andere, dazu in Kürze mehr. Jetzt ist das hier nämlich schon wieder so lang geworden und ich fahre gleich erst einmal wieder hin, denn heute hat Jojo da seinen Job, er wird dann später auch darüber schreiben.

Der seltsame Satz im Vorübergehen übrigens:

„Ich kenne zu viele Leute in dieser Stadt.“

„Ja, es ist ein Dorf.“

 

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Man ist immer irgendwas.

Ein Beitrag geteilt von maximilian buddenbohm (@buddenbohm) am

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55 bis zum Ziel

Ich stelle mit Bedauern fest, dass auch meine Twitter-Timeline immer unlesbarer wird, da dort fortwährend über Stöckchen von rechtsaußen gesprungen wird, als gäbe es dazu keine bereits hundertfach geteilten erhellenden Erkenntnisse, diese Unbelehrbarkeit sitzt wohl wirklich tief. Und wenn gerade kein Stöckchen gereicht wird, dann findet man sonst einen Anlass, sich über richtiges oder falsches Verhalten in die Haare zu kriegen, ein Schulhof ist überhaupt nichts dagegen. Es ist ein wenig schade, ist es nicht? Mit so etwas möchte ich eigentlich keine Zeit verbringen und merke, dass ich im Moment eher aus nostalgischen Gründen weiter dabei bleibe.

Siehe übrigens auch Kiki und die Kommentare, das ist doch alles nicht mehr richtig so. Man möchte recht vehement mit dem Krückstock fuchteln.

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Auf dem Rückweg von der Arbeit komme ich an einem Obdachlosen vorbei, der seine ziemlich eindeutig nach gesammeltem Müll aussehende Habe auf mehrere Rolldinger verteilt mit sich führt. Er hält in einer Bahnunterführung Reden, das tut er vermutlich schon den ganzen Tag, wild gestikulierend mit beiden Armen. Er trägt etwas auf dem Kopf, das sieht aus wie die Fliegermütze von Snoopy, dazu eine Sonnenbrille  und irgendetwas an Bastelei auf der Nase. er zeigt auf mich und ruft mir zu: ”Noch 55 bis zum Ziel!” Dann folgen mir kryptisch bleibende, weit ausladende Gesten. Aber der Satz war immerhin klar und wer schon einmal einen Fantasyroman gelesen oder ein Computerspiel über ein paar Level durchgeklickt hat, der nimmt so etwas ja nicht auf die leichte Schulter. Was aber kann es bloß heißen? Noch 55 Jahre, dann bin ich 108, ist das noch Optimismus? Noch 55 Tage, Wochen, Monate, Stunden, es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, das führt so zu nichts. Noch 55 Meter vielleicht! Ich gehe mangels Metermaß 55 Schritte, da stehe ich vor einem Supermarkt mit einem sprechenden Namen, daraus kann ich jetzt ableiten: Das Ziel ist real. Das klingt allerdings wie im Sozialismus und hilft mir auch nicht weiter, denn was genau ist jetzt das Ziel? Und was ist real? Als ob man das immer parat hätte.

Der Obdachlose bleibt zurück, sieht mir nach und lacht, bestimmt hätte ich sofort auf die Lösung kommen müssen, bestimmt war es so ein Rätsel, das die Söhne sofort herausbekommen hätten, das kenne ich von ihren Spielen. Nun. Bleibe ich wohl noch etwas länger auf diesem Level hängen.

Vielleicht ja 55 Blogeinträge lang? Ich muss weiter nachdenken.

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Musik! The Jolly Boys.

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Und übrigens bin ich der Meinung, dass der Innenminister zurücktreten sollte.

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