Donnerstag, der 13. Juli. Ich habe das Problem, dass mich Termine lahmlegen, wenn sie näher rücken. Wenn ich etwa um 11 Uhr ein Meeting habe, ist es für mich eher schwer, die Zeit von etwa 9 bis 11 noch sinnvoll zu füllen, ich bin dann geistig komplett auf dieses Meeting ausgerichtet – und auf nichts anderes mehr. Insbesondere ist es mir nur schwer möglich, vor einem Termin etwas thematisch Abweichendes anzufangen. Das kann manchmal sinnvoll sein, etwa wenn das Meeting wirklich wichtig ist und intensiv vorbereitet werden muss, es ist oft aber einfach nur hinderlich, ausbremsend und wahnsinnig lästig.
Ich habe heute noch zwei Werktage bis zum Urlaubseintritt. Der Urlaubsanfang ist ein weiterer Termin in meiner Wahrnehmung. Sie ahnen das Problem: Ich sitze vor dem Bildschirm, starre entschlusslos und möchte nichts mehr anfangen. Ein mühsamer Tag, hölzernes Arbeiten.
Die Herzdame bringt währenddessen das Auto zur Inspektion. Unser mittlerweile uraltes Auto, das schon wie aus der Zeit gefallen wirkt, quasi ein Oldtimer, zerbeult und verschrammt, aber wundersam funktionsfähig. Wenn wir im Urlaub manchmal ein Auto mieten, sind wir jedes Mal komplett von der modernen Technik des dann topaktuellen Fahrzeugs überfordert. Was diese Geräte alles von einem wollen! Wo man überall hinsehen muss! Was alles einzustellen ist! Entsetzlich. Ich möchte übrigens auch kein E-Auto haben, wenn unser Auto eines Tages nicht mehr sein sollte, ich möchte eher gar kein Auto haben. Ich möchte vor allem nicht mehr Auto fahren müssen, ich hasse es. Ich möchte bitte, wenn ich denn eine Wahl habe, kategorisch so befördert werden, dass ich dabei lesen kann.
Na, man wird sehen. Das Heimatdorf der Herzdame, in dem wir doch öfter sind, es ist ohne Auto nicht eben toll zu erreichen, der nächste Bahnhof ist entschieden zu weit weg und wir würden Mietwagen immer dann brauchen, wenn alle anderen auch einen haben wollen. Problem.
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Ich habe, und das passiert mir wohl zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren, keine rechte Idee für die Urlaubslektüre. Ich habe diesmal keine lange Vormerk- oder Wunschliste, abgesehen vom gestern notierten Kundera, und ich weiß gerade nicht genau, was ich möchte. Ich bitte eine KI um Hinweise auf Essaybände und Tagebücher, die in den letzten fünf Jahren erschienen und in Feuilletons positiv besprochen worden sind. Die Software listet mir prompt zwölf Bücher auf, zehn (!) davon gibt es nicht, eines ist ein Krimi, warum auch immer der genannt wurde, es erschließt sich mir nicht. Es gibt bei den anderen Büchern die Autorinnen, es gibt auch die Titel, aber nicht zusammenpassend. Es ist wild gemixt und wirklich erbärmlich schlecht, ich finde es faszinierend. Total unbrauchbar ist diese Antwort, und das ist doch nennenswert schlechter, als ich es erwartet hatte.
Ich gehe zum öffentlichen Bücherschrank, ich gehe in die Bücherei. Ich stehe ratlos sinnend vor Regalen, ich finde nichts, es ist etwas speziell gerade. Aber es macht auch nichts, denn dann, und ich meine es ohne jede Arroganz, schreibe ich eben selbst etwas. Vorteil Bloggerinnen, ne.
Und lese ansonsten erst einmal die Rodoreda durch, die ist immerhin eine sichere Sache.
Die Söhne bewegen sich währenddessen den größten Teil des Tages einfach gar nicht, sie fangen das mit den Ferien ausgesprochen konsequent und gründlich an. Den Eltern ein Vorbild!
Im Bild wieder Hammerbrook, eine der wenigen Stellen, an denen es fast nett aussieht.

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